Roll-over-Kredit

Bei einem Roll-over-Kredit handelt es sich um eine Darlehensform, bei der die Verzinsung während der Laufzeit in Tranchen angepasst wird.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die Verzinsung
  3. Wann lohnt sich ein Roll-over-Kredit?
  4. Unterschiedliche Varianten
  5. Wer nimmt Roll-over-Kredite auf?
  6. Die Schweizer Rollover-Hypothek
  7. Tilgung
  8. Kündigung
  9. Swap
  10. Verwandte Themen
  11. Weiterführende Links
  12. Jetzt Kreditvergleich starten

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meist mehrjährige Laufzeit eines Roll-over-Darlehens ist in unterschiedliche Tranchen gegliedert, die normalerweise 1, 3, 6 oder 12 Monate betragen.
  • Die Verzinsung wird nicht für die gesamte Laufzeit festgeschrieben, sondern jeweils nur für die Dauer einer Tranche.
  • Nach Ablauf einer Periode werden die Zinsen immer neu angepasst.

Die Verzinsung

Die Verzinsung für einen Roll-over-Kredit orientiert sich an speziellen Zinssätzen, beispielsweise:

  • LIBOR ("London Interbank offered Rate": Zinssatz für die kurzfristige Geldleihe zwischen den Banken am Handelsplatz London)
  • EURIBOR ("European Interbank Offered Rate": Zinssatz für den europäischen Interbankenhandel)

Nach Ablauf einer Zinsperiode wird der Zinssatz entsprechend dem zugrunde liegenden Basiszins neu angepasst.

Wann lohnt sich ein Roll-over-Kredit?

Für den Kreditnehmer besteht bei einem Roll-over-Darlehen das Risiko, dass sich der Zinssatz nach Ablauf einer Zinsperiode nach oben entwickelt. Er profitiert aber von sinkenden Zinssätzen. Der Abschluss eines Roll-over-Kredits lohnt sich also, wenn in Zukunft Zinssenkungen wahrscheinlich sind.

Unterschiedliche Varianten des Roll-over-Kredites

Bei dieser speziellen Darlehensvariante stehen zwei Ausübungsarten zur Verfügung:

  • Zum einen kann der Kreditbetrag in einer Summe ausbezahlt werden. Die Tilgung erfolgt dann im Rahmen der vertraglich festgehaltenen Vereinbarung.
  • Als zweite Option steht ein Kreditrahmen zur Verfügung, innerhalb dessen der Darlehensnehmer über die Fremdmittel verfügen kann.

Wer nimmt Roll-over-Kredite auf?

Marktplatz für den Roll-over-Kredit ist der Euro-Geldmarkt. Damit wird bereits deutlich, dass es sich bei dieser Kreditform um ein Darlehen institutioneller Teilnehmer am Kapitalmarkt dreht. Roll-over-Kredite werden von Unternehmen, Staaten und dem öffentlichen Sektor in Anspruch genommen.

Roll-over-Kredite für Verbraucher: Die Schweizer Rollover-Hypothek

Doch in der Schweiz kommen auch Verbraucher mit Roll-over-Krediten in Berührung. Unter der Bezeichnung "Rollover-Hypothek" oder "LIBOR-Hypothek" bieten Schweizer Banken Immobilienkredite an, bei welchen der Zinssatz fest an den LIBOR gebunden ist. Die Zinsgestaltung ist sehr transparent: Der aktuelle LIBOR-Zinssatz plus eine Marge der Bank. Bei einem Bankenvergleich können Verbraucher sofort erkennen, wie hoch der Zinsaufschlag der jeweiligen Bank ist.

Eine Schweizer Rollover-Hypothek kann jederzeit in eine sogenannte Festhypothek umgewandelt werden, welche wie die gewöhnliche deutsche Baufinanzierung mit mehrjähriger Zinsbindung funktioniert. Bei einer vorzeitigen Ablösung fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an.

Tilgung bei einem Roll-over Kredit

Der Roll-over Kredit kann vom Darlehensnehmer mit Ablauf jeder Zinsbindungsperiode ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Dies ist unabhängig davon, ob sich der Referenzzinssatz geändert hat oder nicht.

Die Kündigung bei einem Roll-over Kredit

Da es sich bei einem Roll-over Kredit um eine sehr spezielle Darlehensform für institutionelle Kreditnehmer oder Staaten als Kreditnehmer handelt, weisen auch die Kündigungsmöglichkeiten Abweichungen zu Krediten von Privatpersonen auf. Das Darlehen wird zunächst auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Kündigung kann während der Laufzeit zu jedem Termin stattfinden, an dem es zu einer Zinsanpassung kommt.

Roll-over Kredit mit Swap

Ein Swap (englisch „Austausch“) dient dazu, Finanzierungen gegen Risiken von außen abzusichern. Es handelt sich dabei um einen Finanzkontrakt, der besagt, wie Zahlungen zu leisten und Fälligkeiten und Laufzeiten ausgestaltet sind. Diese Kontrakte können unter den Beteiligten fast beliebig ausgetauscht werden. Wird ein Roll-over Kredit mit einem Swap unterlegt, sichert sich der Kreditnehmer damit gegen steigende Zinsen ab. Der Swap-Satz gilt als Kurssicherungsprämie. Ein Swap ist sinnvoll, wenn der zu erwartende Zinsanstieg den zu zahlenden Swap-Satz übersteigt.

Bei einem Zins-Swap, und darum handelt es sich bei einem Roll-over Kredit mit Swap, verständigen sich die beiden Parteien darauf, ihre Zinsen auf vorher festgelegte Nennbeträge auszutauschen. Während für den einen der beiden Partner ein vorher festgelegter Zinssatz gilt, greift der andere auf einen variablen Zins zurück, auf den er auch die Swap-Prämie zahlt.

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