Ratenkauf: Wann lohnt es sich, in Raten zu bezahlen?

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Während größere Einzelhändler den Ratenkauf bereits seit Jahren anbieten, haben in letzter Zeit auch immer mehr Online-Shops diese Option für sich entdeckt. Allerdings stellt der Kauf auf Raten häufig nicht die optimale Lösung dar. In welchen Fällen es sich empfiehlt, auf die Zahlungsmethode zurückzugreifen und welche Alternative sich ansonsten anbietet, zeigt der nachfolgende Ratgeber auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Ratenkauf zahlt der Verbraucher das erstandene Produkt in monatlichen Raten ab.
  • Oftmals zieht ein Kauf auf Raten eine relativ hohe Zinslast nach sich, welche die Kosten anderer Finanzierungsoptionen deutlich übersteigt.
  • Eine günstige Alternative zum Ratenkauf stellt der klassische Ratenkredit dar.
  • Da Banken in der Regel keine Kredite unter 1.000 Euro vergeben, lohnt sich der Ratenkauf vorrangig bei kleineren Anschaffungen.

Was ist ein Ratenkauf?

Ein Ratenkauf ermöglicht es Verbrauchern, ein Produkt zu erwerben, ohne es direkt bezahlen zu müssen. Stattdessen vereinbaren sie, den Kaufpreis in gleichbleibenden Monatsraten zu entrichten. Für gewöhnlich wird der Gesamtbetrag – je nach Summe – auf drei bis 36 Monate aufgeteilt. Insbesondere bei größeren Anschaffungen fallen im Zuge einer ratenweisen Bezahlung oft auch Zinsen an, womit es sich hierbei de facto um ein Annuitätendarlehen handelt. Der Zinssatz unterscheidet sich von Händler zu Händler.

Durch einen Ratenkauf lässt sich vor allem der Erwerb teurerer Waren wesentlich einfacher realisieren. Schließlich verfügt nicht jede Person über die notwendigen Rücklagen. Wie eine Studie der Universität Regensburg feststellte, profitieren auch die Händler von der Zahlungsoption. Der Kauf auf Raten trägt nicht nur zu Umsatzsteigerungen bei, sondern sorgt gleichzeitig für eine höhere Kundenzufriedenheit.

Bei der konkreten Ausgestaltung gibt es jedoch unterschiedliche Verfahrensweisen. Eine erste Möglichkeit besteht darin, den Ratenkauf direkt über den Händler zu verwirklichen. Kommt es zu einem Zahlungsausfall, trägt der Verkäufer hier das komplette Risiko. Daher kooperieren insbesondere Online-Shops mit externen Zahlungsdienstleistern wie Klarna, welche die Abwicklung der Zahlungen und die Bonitätsprüfung übernehmen. Es gibt jedoch ebenso Unternehmen, die mit Banken zusammenarbeiten. In diesem Fall muss der Käufer die monatlichen Raten an das Kreditinstitut überweisen.

Sonderfall Null-Prozent-Finanzierung

Eine zunehmende Anzahl von Händlern offeriert ihren Kunden mittlerweile eine sogenannte Null-Prozent-Finanzierung. Das bedeutet, Sie können einen Ratenkauf in Anspruch nehmen, ohne dass der Verkäufer Zinsen dafür verlangt. Allerdings rät es sich an, die Vertragsbedingungen genau zu studieren, da bei derartigen Modellen häufig an anderen Stellen Gebühren entstehen.

Oftmals relativ hohe Zinslast beim Ratenkauf

Ob Amazon, Otto oder MediaMarkt-Saturn: Mittlerweile lässt sich die Option „Ratenkauf“ bei allen großen Online-Händlern finden. Wer jedoch einen Blick auf die Zinsen wirft, stellt schnell fest, dass diese recht hoch ausfallen. Je nach Unternehmen liegt der effektive Jahreszins zwischen sieben und 15 Prozent. Wenn Sie beispielsweise einen Einkauf von 2.500 Euro über 24 Monate finanzieren, ergibt sich eine nicht zu verachtende Zinslast zwischen 180 Euro und 400 Euro. Für Verbraucher empfiehlt es sich daher, derartige Angebote mit anderen Finanzierungsmöglichkeiten zu vergleichen.

Ratenkredit: Meist die günstigere Alternative

Insbesondere bei größeren Konsumwünschen lohnt es sich, die Finanzierung über einen konventionellen Ratenkredit zu realisieren. Bei einer Kreditsumme von 2.500 Euro und einer Laufzeit von 24 Monaten liegt der effektive Jahreszinssatz mitunter deutlich unter fünf Prozent, infolgedessen die Gesamtkosten wesentlich niedriger ausfallen.

Entscheiden sich Verbraucher für einen Ratenkredit, können sie vor allem bei hochpreisigen Anschaffungen mitunter dreistellige Beträge sparen. Zusätzlich tritt der Käufer als Sofortzahler in Erscheinung, wodurch er manchmal einen Rabatt erhält. Ein weiterer Vorteil dieser Variante besteht darin, dass Sie sich lediglich dann mit dem Händler auseinandersetzen müssen, wenn es ein Problem gibt oder Sie die Ware zurückschicken möchten.

Online-Sofortkredite beantragen: Auszahlung bereits nach 24 bis 48 Stunden

Besonders verlockend ist der Ratenkauf bei Sonderangeboten, die nur für einen bestimmten Zeitraum gelten. Doch auch in einer solchen Situation können Konsumenten auf einen händlerunabhängigen Kredit ausweichen. Bei immer mehr Banken funktioniert der Kreditabschluss mittlerweile digital. In der Regel benötigt das Finanzinstitut dann nur 24 bis 48 Stunden, um den Kreditantrag zu genehmigen und das Geld auszuzahlen.

Bei einem Online Sofortkredit erfolgt die Identifizierung des Kunden via Video-Chat. Alle erforderlichen Unterlagen – beispielsweise Kontoauszüge und Gehaltsnachweise – können Sie direkt auf der Seite des Kreditinstituts hochladen. In manchen Fällen läuft die Bonitätsprüfung sogar schon vollautomatisch und in Echtzeit ab, infolgedessen der Upload von Dokumenten entfällt.

Wann lohnt sich ein Ratenkauf dennoch?

Auch wenn ein Ratenkredit in der Regel die günstigere Option ist, lässt sich nicht jeder Finanzierungswunsch mit einem Bankkredit abdecken. Meist vergeben Banken nämlich keine Kredite unter 1.000 Euro. Die Möglichkeit eines Ratenkaufs besteht dagegen häufig schon ab einem Waren- beziehungsweise Einkaufswert von 100 Euro. Für kleinere Anschaffungen kann der Kauf auf Raten über den Händler folglich eine gute Lösung darstellen. Bei sehr kurzen Laufzeiten verzichten die Online-Shops teilweise sogar auf Zinsen.