Eine Ware zu bezahlen reicht tief in die Zeit vor Christus zurück. Die ersten echten Münzen wurden allerdings erst relativ spät, in der Zeit zwischen 700 und 500 vor Christus, hergestellt. Seitdem haben sich die unterschiedlichsten Zahlungsarten entwickelt. Welche Zahlungsmöglichkeiten gibt es heute, welche haben schon wieder an Popularität verloren?

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Zahlungsmittel und Zahlungsmethode
  3. Die Zahlungsarten im Einzelhandel
  4. Zahlungsverkehr mittels Konto
  5. Die modernen Zahlungsmittel
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Jetzt Girokonten vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei den Zahlungsarten wird zwischen Barzahlung und bargeldlosem Zahlungsverkehr unterschieden.
  • Im Einzelhandel gleichen sich die Volumen für Kartenzahlung und Barzahlung langsam an.
  • Lastschrift ist bei bargeldlosem Zahlungsverkehr unangefochten an der Spitze.
  • Handybasierte Bezahlsysteme, wie PayPal, sind auf dem Vormarsch.

Das Zahlungsmittel hängt von der Zahlungsmethode ab

Beim Bezahlen unterscheiden wir zwischen drei verschiedenen Formen, die sich wiederum aus der jeweiligen Situation ergeben. Klassisch bietet sich die Barzahlung im Einzelhandel oder bei kleineren Geschäften zwischen zwei Personen an. Das Bezahlen wurde in den 70er Jahren durch den Euroscheck, später um die EC-Karte, dann um Kreditkarten erweitert. Heute können Verbraucher auch mit dem Handy oder mittels Bezahldienst ihre Rechnung begleichen. Am Ende steht jedoch eine Transaktion auf dem Girokonto an. Das Girokonto spielt eine direkte Rolle im bargeldlosen Zahlungsverkehr, wenn Überweisungen, Schecks, Lastschriften, Daueraufträge oder Wechsel involviert sind.

Die Zahlungsarten im Einzelhandel

Die Barzahlung

Zu einer Barzahlung gibt es wenig zu sagen. Der Käufer händigt dem Verkäufer den gewünschten Kaufpreis in Scheinen und / oder Münzen aus. Scheine und Münzen sind in Deutschland offiziell das einzige gesetzliche Zahlungsmittel. Während für Scheine ein unbegrenzter Annahmezwang seitens des Leistungsempfängers besteht, ist er bei Münzen auf 50 auf Euro oder Cent lautende Münzen beschränkt. Allerdings kommt die Barzahlung immer mehr aus der Mode. Schweden ist hier ein ganzes Stück weiter, ein Schwede hat durchschnittlich weniger als einmal in der Woche Kontakt mit Bargeld. Aber auch in Deutschland wird der Abstand zwischen Karten- und Barzahlung geringer.

Bezahlen mit der EC-Karte

Der Begriff EC-Karte ist zwar immer noch üblich, offiziell ist aber von einer Girocard von Maestro oder VPay die Rede. Dabei handelt es sich um Debitkarten, die das Konto direkt im Moment des Umsatzes belasten. Mit Eingabe der PIN oder der Nutzung eines NFC-Terminals löst der Karteninhaber ein Lastschrifteinzugsverfahren aus. Voraussetzung für den Zahlungsvorgang ist, dass er entweder über ausreichend Deckung auf seinem Konto verfügt oder der Kreditrahmen noch nicht ausgeschöpft wurde. Ist beides nicht der Fall, kommt es auf das jeweilige Zahlungssystem an. Einige Terminals verweigern dann sofort die Zahlung, andere akzeptieren diese, die Bank gibt jedoch die Lastschrift zurück.

Bezahlen mit der Kreditkarte

Bei der Zahlung mit einer Kreditkarte müssen drei Varianten unterschieden werden. Im ersten Fall handelt es sich um eine klassische Kreditkarte mit eigenem Kreditkartenkonto. Der Zahlbetrag wird zunächst dem Kreditkartenkonto belastet. Der Karteninhaber erhält am Ende des Monats eine Abrechnung mit allen Umsätzen aus diesem Monat. Er kann nun wählen, ob er den offenen Saldo in einer Summe oder in Raten zurückführt.

Die zweite Variante der Kreditkarte funktioniert analog zur Maestro- oder VPay-Karte als Debitkarte. Der Betrag wird direkt dem Konto belastet. Der Vorteil einer Kreditkarte als Debitkarte gegenüber Maestro- oder VPay liegt in der weltweit größeren Anzahl an Akzeptanzstellen. Die dritte Variante der Kreditkartenbezahlung basiert auf einer Prepaid-Kreditkarte.

Der Inhaber einer Prepaid-Kreditkarte lädt vor dem Einsatz erst ein Guthaben auf. Damit passt der Begriff "Kreditkarte" zwar nicht mehr wirklich, bei den Herausgebern dieser Karten handelt es sich jedoch um die beiden großen Gesellschaften VISA und MasterCard.

Bezahlen mit der Geldkarte

Bei der Geldkarte handelt es sich ebenfalls um eine, technologisch von der deutschen Kreditwirtschaft getragene, Prepaid-Karte. Die Geldkarte kann im Ausland nicht eingesetzt werden. Das Guthaben kann entweder online überwiesen oder einbezahlt werden. Die maximale Aufladung ist auf 200 Euro begrenzt. Akzeptiert wird die Geldkarte an über 400.000 Stellen, erkennbar am Geldkarte-Logo. Die Karte ist als Zahlungsmittel für kleinere Beträge gedacht und teilweise in die Girocard integriert. Die Geldkarte kann sowohl in Verbindung mit einem Girokonto als auch in Form einer "Stand-alone-Karte" genutzt werden. Richtig durchsetzen konnte sich die Geldkarte in Deutschland allerdings bisher nicht.

Bezahlen mit der virtuellen Kreditkarte

Noch recht jung in der Kreditkartenfamilie sind virtuelle Kreditkarten. Diese können im lokalen Einzelhandel nur genutzt werden, wenn sie in eine Bezahl-App auf dem Handy eingebunden sind. Virtuelle Kreditkarten gibt es, wie der Name vermuten lässt, nicht in physischer Form, sondern nur als Kreditkartennummer mit Prüfziffer. Virtuelle Kreditkarten sind in erster Linie für den Einkauf im Internet gedacht. Es handelt sich dabei um Prepaid-Kreditkarten, die vor dem Einsatz aufgeladen werden müssen. Nicht ganz so puristisch fallen die Varianten aus, bei denen der Karteninhaber auch eine anonymisierte physische Karte erhält, die dann auch die Nutzung im Einzelhandel vor Ort ermöglicht.

Bezahlen mit Scheck

Schecks haben als Zahlungsmittel im täglichen Leben faktisch keine Funktion mehr. Das Bezahlen mit Scheck an der Kasse ist völlig aus der Mode gekommen. Schecks werden, wenn überhaupt, im Grunde nur noch im Geschäftsleben eingesetzt. Bestätigte Bankschecks als Sicherheit, beispielsweise bei einer Auktion, sind eine Variante. Versicherungsgesellschaften übersenden im Fall einer Schadensregulierung oder Beitragsrückerstattung noch Schecks. Dass im Einzelhandel aber noch mit Scheck und Scheckkarte bezahlt wird, gehört der Vergangenheit an.

Die Zahlungsarten im bargeldlosen Zahlungsverkehr mittels Konto

Banking Card und Kreditkarte sind Teil des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Dieser umfasst aber auch die Transaktionen, welche direkt von Konto zu Konto verlaufen.

Bezahlen mit Überweisung

Die Bezahlung mittels Überweisung wird vom Schuldner initiiert. Überweisungen kommen immer dann zum Tragen, wenn einmalig ein geschuldeter Betrag gezahlt werden soll. Der Gesetzgeber hat für die Dauer einer Überweisung in Deutschland und innerhalb der Eurozone einen Bankarbeitstag festgelegt. Allerdings muss die Überweisung vor dem täglichen Annahmeschluss für Überweisungen liegen. Je nach Bank liegt der Annahmeschluss zwischen 14 Uhr und 18 Uhr. Es gelten allerdings keine Regelungen bei Überweisungen mit Ziel außerhalb der Eurozone. Für besonders eilige Überweisungen bieten einige Banken seit Kurzem die Echtzeitüberweisung, das sogenannte "Instant Payment" an. Die Gutschrift beim Zahlungsempfänger erfolgt innerhalb weniger Sekunden. Dieser Service ist allerdings kostenpflichtig.

Bezahlen mit Vorauskasse

Bezahlen mit Vorauskasse geschieht seltener mit Bargeld im stationären Einzelhandel als vielmehr ebenfalls per Überweisung, wenn eine Ware bestellt wird. Der Händler liefert die Ware erst aus, wenn der Käufer die Bezahlung vollzogen hat. Der Nachteil für den Käufer, gerade bei Käufen in Onlineshops, liegt darin, dass er möglicherweise an einen unseriösen Geschäftspartner geraten ist. Die Ware wird gar nicht, fehlerhaft oder nicht in der Ausführung wie bestellt geliefert. Die Problematik bei der Vorauskasse liegt darin, dass die Gelder nur zurückgebucht werden können, wenn der Zahlungsempfänger zustimmt. Die Wahrscheinlichkeit fällt bei Personen mit krimineller Energie eher gering aus.

Bezahlen mit Lastschrift

Beim bargeldlosen Zahlungsverkehr dominiert eindeutig die Lastschrift. Die Ursache liegt darin, dass institutionelle Zahlungsempfänger wie Versicherungen oder Versorger darauf zurückgreifen. Lastschriften kommen zum Tragen, wenn Zahlungen in ungleicher Höhe in einem vorgegebenen Rhythmus erfolgen. Auslöser einer Lastschrift ist der Gläubiger, der allerdings vom Schuldner ein unterzeichnetes SEPA-Mandat, die Erlaubnis zur Einlösung, der Bank des Gläubigers vorlegen muss. Im Gegensatz zu Überweisungen kann der Zahlungspflichtige der Einlösung einer Lastschrift widersprechen. Liegt ein Mandat vor, beträgt die Frist acht Wochen. Bei nicht autorisierten Lastschriften hat der Kontoinhaber 13 Monate Zeit.

Bezahlen mit Schuldschein

Schuldscheine spielen im Zahlungsverkehr keine nennenswerte Rolle mehr. Erfolgt die Bezahlung mit Schuldschein, erklärt der Schuldner schriftlich, dass er den offenen Betrag bis zu einem im Schuldschein festgelegten Datum an den Gläubiger entrichtet. Der Schuldschein kann durchaus den Passus einer Verzinsung enthalten. Schuldscheine gelten im Bankdeutsch als "fungibles Papier". Übersetzt heißt das, dass der Gläubiger den Schuldschein an einen eigenen Gläubiger zur Begleichung eigener Schulden durch Abtretung (Zession) weitergeben darf. In diesem Fall erfolgt die Begleichung des offenen Betrages durch den Schuldner jetzt an den zweiten Gläubiger.

Bezahlen mit Wechsel

Analog zum Schuldschein kommt dem Wechsel heute keinerlei Bedeutung mehr zu. Wechsel basierten ebenfalls darauf, dass der Schuldner den offenen Betrag zu einem späteren Zeitpunkt entrichtet. Da Wechsel bis in die achtziger Jahre hinein noch eine wesentliche Rolle, gerade im Handwerk für Warenbestellungen, spielten, gibt es immer noch ein eigenes Wechselgesetz. Die rechtlichen Regelungen für Wechsel sind deutlich strenger als für Schuldscheine. So gelten "geplatzte" Wechsel beispielsweise nicht als "Feriensache", heißt, Gerichte müssen Wechselstreitfälle auch außerhalb der Gerichtsferien verhandeln. Als Straftat wird die sogenannte Wechselreiterei ausgelegt. In diesem Fall ziehen zwei Beteiligte gegeneinander Wechsel auf sich, um auf diese Weise künstlich Kredite zu generieren.

Kauf auf Rechnung

Der Kauf auf Rechnung stellt im Versandhandel eine für den Käufer sehr sichere Variante dar. Er erhält die bestellte Ware ausgeliefert und hat dann eine gewisse Frist, die Rechnung per Überweisung zu bezahlen. Damit kann er die Ware auf Vollständigkeit und einwandfreien Zustand überprüfen. Der Kauf auf Rechnung eliminiert Betrugsmöglichkeiten, wie sie bei Vorkasse gegeben sind, vollständig. Gegenüber einer Nachnahmelieferung entfallen auch zusätzliche Gebühren.

Bezahlen per Nachnahme

Für Verbraucher, die Waren im Online- oder klassischen Versandhandel bestellen, zählt die Bezahlung per Nachnahme zweifellos zu den sichersten Varianten. Sie bezahlen die Rechnung erst nach Lieferung der Ware. Bei der Bezahlung per Nachnahme handelt es sich um ein Zug-um-Zug Geschäft. Die Bezahlung erfolgt direkt beim Lieferanten, der den Betrag dann auf das Verrechnungskonto des Versandhändlers überweist. Nachteilig dabei ist die Nachnahmegebühr, vor allem, wenn es sich um eine kleine Lieferung handelt.

Die modernen Zahlungsmittel

Neben Barzahlungen, Kartenzahlungen, dem klassischen kontobasierten bargeldlosen Zahlungsverkehr haben sich in der jüngeren Vergangenheit noch weitere Bezahlmethoden etabliert. Zu den populärsten zählt zweifelsfrei PayPal, allerdings wollen Google Pay und Apple Pay in diese Domäne einbrechen. Dazu kommen auch Zahlungsmittel in "Fremdwährung", Bitcoins und Devisen.

PayPal

PayPal, von eBay gegründeter Bezahldienst, bietet die Option, Gelder direkt zwischen zwei Beteiligten ohne Einschaltung einer Bank zu transferieren. Zu diesem Zweck wird eine E-Mail-Adresse mit einer Kreditkarte oder einem Bankkonto verknüpft. Der Auftraggeber gibt über die Oberfläche von PayPal einen Zahlungsauftrag, der Empfänger wird sofort per Mail informiert, dass er einen Geldeingang erhalten hat. Gedacht war PayPal, um die Zahlungsabwicklung bei eBay zu vereinfachen und gleichzeitig einen Käuferschutz zu implementieren. Hat der Käufer Grund, die Ware zu monieren, kann er PayPal zum Zweck der Rückabwicklung einschalten.

Paydirekt

Bei Paydirekt handelt es sich um die Antwort der deutschen Finanzinstitute auf PayPal. Das Prinzip ist mit einer Ausnahme identisch. Bei Paydirekt ist kein Bezahldienstleister dazwischengeschaltet. Die Zahlung erfolgt direkt von Konto zu Konto. Voraussetzung für die Nutzung von Paydirekt ist die Freischaltung des eigenen Girokontos für diese Zusatzfunktion. Das Problem von Paydirekt ist die mangelnde Akzeptanz seitens der Shops und der Verbraucher. Wer als Verbraucher PayPal nutzt, benötigt nicht noch einen zusätzlichen Bezahldienst, da kein Shopbetreiber zwar Paydirekt, aber nicht PayPal als Zahlungsmöglichkeit anbietet. Der Geldversand an Freunde oder Bekannte ist mit Paydirekt ebenfalls möglich.

Mobile Payment

Der neueste Trend beim Bezahlen im Supermarkt stellt mobile Payment dar. Mobile Payment kann sowohl per Girocard oder Kreditkarte als auch mit dem Handy erfolgen. Dabei nutzen Käufer und Verkäufer das sogenannte NFC-Verfahren (Near Field Communication). Der Chip auf der Karte sendet Funksignale an das Terminal und verifiziert damit den Rechnungsbetrag direkt am Terminal. Das Eingeben der PIN entfällt.

Alternativ zum NFC-Verfahren bieten einige Bezahldienste auch QR-Codes an, die mittels Handy-App zum Bezahlen genutzt werden. Der Haken beim Mobile Payment ist, dass es noch keinen einheitlichen Standard gibt. Paydirekt, PayPal, Google und Apple Pay und Deutsche Bank Mobile, um nur wenige zu nennen, kämpfen noch um die Marktanteile.

Bezahlen mit Bitcoin

Trotz des Hypes, den die Kryptowährungen erlebten, konnten sich Bitcoins als Zahlungsmittel immer noch nicht so recht durchsetzen. Einige Berliner In-Lokale akzeptieren zwar eine Bezahlung mit Bitcoin, ebenso die eine oder andere Non-Profit Organisation, dennoch ist die Verbreitung dünn gesät. Einer der Gründe könnte sein, dass es zunächst eines Bitcoin-Wallets bedarf, um Bitcoins als Zahlungsmittel nutzen zu können. Mobile Payment fällt deutlich einfacher aus und ist auch noch von älteren Mitbürgern nachvollziehbar und nutzbar. Möglicherweise nimmt das Gros der Verbraucher Bitcoins auch eher als Spekulationsobjekt und weniger als seriöses Zahlungsmittel wahr.

Devisen

Weniger exotisch, aber in Deutschland als Zahlungsmittel auch eher weniger gebräuchlich, sind Devisen. Wobei hier unterschieden werden muss. Ein ausländischer Gast, der in Fremdwährung bezahlt, nutzt "Sorten". Dies ist die Bezeichnung für Bargeld. Der Begriff "Devisen" steht für eine ausländische Währung in Form von Buchgeld. Allerdings gibt es durchaus Unternehmen, die auch Sorten akzeptieren. An Flughäfen und großen Bahnhöfen stellt dies keine Seltenheit dar. Aber auch der innerstädtische Einzelhandel in größeren Städten nimmt schon seit Jahren fremde Währungen entgegen. Allerdings genießt die Bezahlung mit Kreditkarten in anderen Ländern einen deutlich höheren Stellenwert als hierzulande. Folglich greifen ausländische Verbraucher auch hier in erster Linie zur Kreditkarte.

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