Aktuelle Informationen zur Krise am Gasmarkt

Letzte Aktualisierung: 06. Dezember 2021 +++ Grünwelt/Gas.de stoppt Gas-Belieferung, hunderte Grundversorger erhöhen Gaspreise +++
Der Energieversorger Grünwelt (gehört zu gas.de) hat heute bekanntgegeben, die Belieferung mit Gas bundesweit zu beenden. Betroffene Gaskunden müssen sich keine Sorgen machen, sie werden übergangsweise vom lokalen Grundversorger im Ersatzversorgungstarif mit Gas beliefert. Alle wichtigen Informationen zum Thema Belieferungsstopp und Ersatzversorgung haben wir auf einer Sonderseite zusammengefasst.

Fast flächendeckend steigen die Gaspreise. Rund 500 Grundversorger in Deutschland haben Erhöhungen für die kommenden Monate angekündigt – um durchschnittlich um 20,5 Prozent. Für eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind das Mehrkosten von 300 Euro im Jahr.
Was Sie zur aktuellen Marktlage wissen müssen, erfahren Sie hier.

Inhalt dieser Seite
  1. Lieferstopp: Kann ich plötzlich ohne Gas dastehen?
  2. Warum steigen die Gaspreise so stark?
  3. Wie werden sich die Preise in den kommenden Monaten entwickeln?
  4. Jetzt mit Verivox Newsletter Einsparpotenziale sichern
  5. Was kann ich tun, wenn mein Anbieter die Preise erhöht?
  6. Welchen Gastarif soll ich jetzt wählen?
  7. Wie viel kann ich aktuell mit einem Gaswechsel sparen?
  8. Warum finde ich einige Versorger nicht mehr im Gasvergleich?
  9. Aktuelle Nachrichten zur Gaskrise

Lieferstopp: Kann ich plötzlich ohne Gas dastehen?

Nein. Selbst wenn Ihr Versorger die Belieferung mit Gas nicht mehr übernehmen kann, müssen Sie nicht befürchten, plötzlich ohne Gas dazustehen. Die unterbrechungsfreie Versorgung ist gesetzlich garantiert. Bei Insolvenz oder Lieferstopp eines Anbieters springt automatisch die Ersatzversorgung des örtlichen Grundversorgers ein.

Wer dann drei Monate nichts unternimmt, landet automatisch im Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers. Die Ersatzversorgung und die Grundversorgung gehören in der Regel mit zu den teuersten Tarifen. Dafür haben Verbraucher in der Grundversorgung eine kurze Kündigungsfrist von nur zwei Wochen. Sie können also innerhalb kürzester Zeit den Anbieter wechseln. Die Ersatzversorgung muss gar nicht gekündigt werden – Verbraucher können einfach einen Vertrag mit einem neuen Anbieter abschließen.

Hier mehr Infos zum Thema Ersatzversorgung.

Warum steigen die Gaspreise so stark?

Die Nachfrage nach Erdgas ist im Zuge der weltweiten wirtschaftlichen Erholung unerwartet schnell auf Vor-Corona-Niveau gestiegen. Gleichzeitig sind die Lager weniger gefüllt. Um das beschränkte Angebot konkurrieren viele Akteure – so ist Asien bereit, deutlich höhere Preise zu bezahlen. Vor allem Flüssiggas wird deshalb kaum noch nach Europa geliefert. Dazu kommen gedrosselte Fördermengen in Russland und ein CO2-Preis, der im europäischen Emissionshandel steil nach oben geht. All das sorgt aktuell für eine Rallye bei den Gaspreisen.

Diese Schieflage aus Angebot und Nachfrage lässt die Beschaffungskosten der Gasversorger explosionsartig nach oben schnellen. Auf Jahressicht hat sich der Preis an den Spotmärkten versiebenfacht.

Abgeschwächt bekommen das auch private Heizkunden in Deutschland zu spüren. Die Gaspreise für private Haushalte sind in den letzten 12 Monaten im Durchschnitt um 28 Prozent gestiegen.

Die Gaspreisentwicklung für bundesdeutsche Haushalte

Wie werden sich die Preise in den kommenden Monaten entwickeln?

Kurzfristig ist nicht mit sinkenden Gaspreisen zu rechnen. Mittelfristig werden die überschießenden Preise im Großhandel allerdings wieder deutlich abebben. Spätestens im Frühjahr erwarten Experten eine Entspannung sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite.

Gleichbedeutend mit fallenden Preisen ist das jedoch nicht. Der Grund: Zum Jahreswechsel zündet die nächste Stufe des CO2-Preises. Die Abgabe auf den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid steigt zum 1. Januar 2022 von 25 auf 30 Euro pro Tonne. Gaskunden mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden müssen dann mit Mehrkosten von 22 Euro rechnen.

Was kann ich tun, wenn mein Anbieter die Preise erhöht?

Wer eine Gaspreiserhöhung erhält, hat ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet, Sie können in der Regel ohne Einhaltung einer Frist aus dem Vertrag – auch bei Erhöhungen von Steuern und Abgaben.

Bei einer Preiserhöhung sollten Sie aktiv werden und Preise vergleichen. Haben Sie eine passende Alternative gefunden, sollten Sie wegen der kurzen Fristen selbst kündigen. Dazu reicht eine formlose Textnachricht. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kündigt per Einschreiben.

Wichtig: Verweisen Sie in Ihrem Schreiben auf Ihr Sonderkündigungsrecht und fordern Sie eine Kündigungsbestätigung an. Geben Sie zusätzlich Ihre Verbrauchsstelle, Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an. Die Kündigung datieren Sie einen Tag bevor die Preiserhöhung wirksam wird. Erhöht Ihr Anbieter beispielsweise zum 1. Januar den Gaspreis, kündigen Sie zum 31. Dezember.

Nutzen Sie doch unseren kostenlosen Online-Kündigungsdienst von aboalarm. Einfach Anbieter auswählen, im Formular als Kündigungsgrund "Sonderkündigung aufgrund Preiserhöhung" auswählen und mit wenigen Klicks rechtssicher kündigen.

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Lange Preisgarantie oder Kurzfrist-Vertrag: Welchen Gastarif soll ich jetzt wählen?

Die aktuelle Lage zeigt: Niemand kann die Entwicklung der Gaspreise genau vorhersagen. Die Wahl des richtigen Gastarifs ist derzeit also eine Wette auf die Zukunft.

Grundsätzlich empfehlen wir Tarife mit kurzen Vertragslaufzeiten von höchstens einem Jahr, kurze Kündigungsfristen von höchstens sechs Wochen und eine Preisgarantie über die gesamte Dauer der Erstlaufzeit. So sind Sie vor überraschenden Preiserhöhungen geschützt.

Wer darauf setzt, dass die Preise bald wieder deutlich fallen, der sollte jetzt möglichst flexibel bleiben und einen Gastarif mit kurzer Vertragslaufzeit wählen.

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Sicherheit durch Preisgarantie
Die Preise am Markt steigen. Achten Sie daher bei Ihrem Wechsel auf die Preisgarantien des jeweiligen Tarifs. So können Sie sich bis zu 24 Monate Preisgarantie sichern und müssen sich keine Sorgen um eine Preiserhöhung machen.

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  • Flexible Vertragslaufzeiten

  • Schnell und sicher wechseln

Wie viel kann ich aktuell mit einem Gaswechsel sparen?

Die durchschnittliche Ersparnis beim Wechsel des Gasversorgers ist zurzeit deutlich geringer als im langjährigen Mittel. Allerdings variieren die Preise je Wohnort und Verbrauch. Viele Gasversorger passen aufgrund der dynamischen Marktlage derzeit außerdem nahezu täglich ihre Tarife an, so dass sich die Preise von Tag zu Tag ändern können.

Daher sollten Sie Ihren aktuellen Gastarif bei einer Preiserhöhung immer auf den Prüfstand stellen. Das kostet nichts und ist mit ein paar Klicks erledigt. Sollte die Ersparnis derzeit gering sein, vergleichen Sie ein paar Tage später erneut, sofern das die Kündigungsfrist zulässt.

Wir gehen davon aus, dass sich zeitnah wieder ein gesunder Wechselmarkt einstellen wird.

Warum finde ich einige Versorger nicht mehr im Gasvergleich?

Derzeit kalkulieren einige Versorger ihre Preise neu und setzen ihr Neukundenangebot vorübergehend aus. Dennoch listet Verivox rund 900 Gasversorger, zwischen denen es nach wie vor großen Wettbewerb und Preisunterschiede gibt, von denen Sie profitieren können.

Wir sind kostenfrei für Sie da!

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