Elektroheizung

Elektroheizungen gibt es in den unterschiedlichsten Formen. Der Hauptunterschied zwischen den Technologien besteht darin, ob es sich um eine fest installierte Heizung, Heizkörper oder ein mobiles System handelt. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Elektroheizung.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Vorteile | Nachteile
  3. Nachtspeicherheizung: Der Klassiker
  4. Wärmepumpe
  5. Anschaffungskosten
  6. Betriebskosten im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen
  7. Förderung von Elektroheizungen
  8. Heizstrompreise vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die klassische Form der Elektroheizung ist die Nachtspeicherheizung.
  • Wärmepumpen stellen eine Form der Elektroheizung dar, die nicht vollständig auf Elektrizität basiert.
  • Infrarotheizungen und Natursteinheizungen wärmen mit Infrarotstrahlung, die an den Raum abgegeben wird und die angestrahlten Oberflächen aufheizt.
  • Heizlüfter haben eine hohe Heizleistung und können Räume sehr schnell aufwärmen, verbrauchen aber sehr viel Strom.

Die Vor- und Nachteile der Elektroheizung

Für den Verbraucher selbst hat Heizen mit Strom den Hauptvorteil der Unkompliziertheit: Pellet- oder Ölheizungen bringen Vorratsbehälter, Tanks und Abgasrohre mit sich, eine Gasheizung benötigt Zuleitungen, alle brauchen Schornsteine. Sind diese Verbrennungsanlagen Teil einer Zentralheizung, muss ein Wasserkreislauf integriert werden. Elektroheizungen brauchen nur Strom, den man in nahezu jedem Haus in Deutschland sowohl regulär mit 220 Volt als auch als 380 Volt Kraftstromleitung vorfindet. Für manche elektrische Heizmöglichkeit besteht die Installation darin, den Stecker in die Dose zu stecken. Selbst für Elektroheizungen, die in Wänden oder Fußböden verlaufen, müssen kaum auftragende Kabel verlegt und keine dicken Wasserrohre installiert werden.

Dagegen fallen zwei große Nachteile von Elektroheizungen ins Gewicht: hohe Kosten angesichts weiter steigender Strompreise und eine negative Umweltbilanz. Die Umweltbilanz fällt allerdings deutlich günstiger aus, wenn Strom aus erneuerbaren Energien verwendet wird. Und beide Nachteile lassen sich durch die Kombination von Elektroheizungen mit einer eigenen netzgebundenen Photovoltaikanlage auf dem Hausdach auffangen. Für Niedrig- oder Passivenergiehäuser mit eigener Stromerzeugung und wenig Heizbedarf scheinen Elektroheizungen schon wieder eine durchaus angemessene Heizmöglichkeit zu sein.

Vorteile auf einen Blick

  • Niedrige Investitionskosten, denn eine elektrische Heizung kostet weniger als Verbrennungsheizungsanlagen und kann ohne aufwendiges Verlegen von Rohren installiert werden, da nur ein Stromanschluss nötig ist.
  • Einfache Installation: Die meisten Elektroheizungsformen sind einfach zu installieren und da keine Verbrennungseinheit benötigt wird, ist auch ein nachträglicher Einbau unkompliziert möglich.
  • Ohne Schornstein: Da nichts verbrannt wird, um Energie zu erzeugen, ist kein Kamin nötig und die Reinigung und Messung durch den Schornsteinfeger entfällt.
  • Geringe Wartungskosten, denn elektrische Heizungen sind langlebig und wartungsarm.
  • Keine Brennstoffbevorratung: Für eine Elektroheizung muss weder ein Gasanschluss vorhanden sein noch Raum für die Lagerung von Heizöl oder Pellets. Kein Brennstoff muss im Voraus finanziert werden.

Nachteile auf einen Blick

  • Hohe Heizkosten: Wärmeerzeugung mit Strom ist teurer als mit einer Gas- oder Ölheizung.
  • Negative Umweltbilanz für Strom aus fossilen Brennstoffen: Obwohl der Wirkungsgrad bei der Erzeugung von Wärme aus Strom vor Ort bei 100 Prozent liegt, muss man die Stromerzeugung selbst in den Gesamtwirkungsgrad einrechnen, und dann liegt die Ausnutzung der zugeführten Energie etwa für Strom aus Braunkohle nur noch bei 30 bis 40 Prozent.
  • Keine zentrale Heizmöglichkeit: Für jeden Raum muss die Heizungsausstattung einzeln geplant und installiert werden.
  • Die Wärme von Heizlüftern und Konvektorenheizungen wird durch die Bewegung der Luft zum Teil als unangenehm wahrgenommen.

Nachtspeicherheizung: Der Klassiker der Elektroheizungen

Die klassische Form der Elektroheizung ist die Nachtspeicherheizung, die vor allem in den 1970er-Jahren zum Heizen sehr populär war. Die Heizung bzw. Elektroheizung wird in der Nacht zu einem vergünstigten Tarif mit Strom aufgeladen, der dann am Tag zum Heizen genutzt werden kann. Diese Form der Elektroheizung gilt inzwischen weder als wirtschaftlich noch als ökologisch. Deshalb hatte der Gesetzgeber Nachtspeicherheizungen in Gebäuden mit mehr als fünf Wohneinheiten ab dem Jahr 2020 ursprünglich verboten. Doch der Bundestag hat dieses Verbot im Mai 2013 wieder gekippt. Der Grund: Neuerdings werden die Geräte als flexible Stromspeicher entdeckt, die besser auf das je nach Wetter stark schwankende Ökostromangebot reagieren und überschüssigen Strom aufnehmen sollen.

Wärmepumpe: Teilweise auf Strom angewiesen

Wärmepumpen stellen eine Form der Elektroheizung dar, die nicht vollständig auf Elektrizität basiert. Durch den Einsatz von schnell verdunstenden Kältemitteln wird der Temperaturunterschied zwischen zwei Medien (Wasser-Luft, Luft-Luft, Sole-Wasser etc.) ausgenutzt, um Wärme zum Heizen zu produzieren. Um eine Wohnung damit beheizen zu können, ist etwa ein Fünftel an zusätzlicher elektrischer Energie notwendig. Der gesamte Stromverbrauch für die Elektroheizung liegt damit deutlich unter dem einer Nachtspeicherheizung.

Infrarotheizung: Unauffällige elektrische Heizungen

Infrarotheizungen basieren auf Infrarotstrahlung, die an den Raum abgegeben wird und die angestrahlten Oberflächen aufheizt. Diese Heizsysteme gibt es als mobile Geräte, aber auch immer mehr als feste Installationen im Wohnbereich. Die Heizpaneele der Infrarotheizung können auf unterschiedlichste Weise gestaltet sein, beispielsweise als Regal, Spiegel oder Heizkugel.

Natursteinheizung: Eine Art der Infrarotheizung

Natursteinheizungen zählen zu den Infrarotheizungen. Sie wärmen mittels Infrarotstrahlen direkt die Körper und Gegenstände im Raum und nicht die Raumluft. Das Paneel besteht hierbei aus Naturstein. Verschiedene Steinsorten eignen sich, häufig kommen Marmor oder Granit zum Einsatz. Der Vorteil einer Natursteinheizung besteht, im Gegensatz zu Paneelen aus anderen Materialien, in der Fähigkeit, Wärme zu speichern. Es dauert zwar länger, bis sich der Stein erwärmt hat; er speichert die Wärme jedoch über einen längeren Zeitraum und gibt sie noch ab, wenn die Heizung bereits ausgeschaltet ist.

Mobile Elektroheizungen: Heizlüfter, Konvektoren und Radiatoren

Für Räume, die nur selten geheizt werden müssen, bieten sich mobile Heizgeräte oder Heizkörper an, die in der Regel immer auf der Nutzung von Elektrizität basieren. Heizlüfter haben eine hohe Heizleistung und können Räume sehr schnell aufwärmen. Sie erwärmen die Luft und verteilen diese mit Ventilatoren im Raum. Ähnlich arbeiten Konvektoren, allerdings verfügen sie nicht über Ventilatoren. Mobile Heizgeräte verbrauchen grundsätzlich sehr viel Strom. Außerdem ist es im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen etwa zehn Mal aufwändiger, einen Raum über die Luft zu beheizen. Daher kann man Heizlüfter, Heizstrahler oder Konvektoren als nicht wirtschaftlich betrachten.

Besser ist der Einsatz von mobilen Infrarotheizungen oder Ölradiatoren. Die Radiatoren funktionieren wie eine herkömmliche Heizung, nur dass anstatt eines Wasserkreislaufs Öl als Wärmeträger fungiert.

Elektrische Fußbodenheizung: Unsichtbare Elektroheizung

Eine elektrische Fußbodenheizung wird wie eine konventionelle Fußbodenheizung unter dem Bodenbelag verlegt. Im Unterschied zur Fußbodenheizung mit Heizungsrohren sind die Heizfolien oder Heizmatten, die zum Einsatz kommen, sehr dünn. Der Aufwand bei der Montage ist daher geringer und elektrische Fußbodenheizungen können problemlos bei einer Renovierung eingebaut werden.

Als alleinige Heizung und für den Dauerbetrieb sind elektrische Fußbodenheizungen jedoch weniger geeignet, beziehungsweise sehr teuer aufgrund des Stromverbrauchs. Lediglich in sehr gut isolierten Häusern können sie sich rechnen. Als zusätzliche Heizung, zum Beispiel im Bad, eignen sie sich jedoch gut. Denn eine elektrische Heizung erwärmt sich schnell und die Temperatur kann sehr genau geregelt werden.

Direktheizungen gibt es in ganz unterschiedlichen Ausführungen

Im Gegensatz zur Speicherheizung, die Wärme speichert und dann über einen längeren Zeitraum an die Umgebung abgibt, erzeugt eine Direktheizung Wärme, indem sie elektrische Energie in thermische Energie umwandelt, die sie dem Raum direkt über Konvektion oder Wärmestrahlung zuführt. Die zentrale Funktion einer elektrischen Direktheizung ist daher, Räume schnell zu erwärmen. Zu den Direktheizungen zählen: Infrarotheizungen, Heizlüfter und Elektroheizkörper (Konvektoren).

Für welche Einsatzmöglichkeiten bieten sich Elektroheizungen besonders an?

Neben einem Einsatz von elektrischen Heizungen als Heizsysteme für ganze Häuser, der zurzeit nur für Niedrig- oder Passivenergiehäuser vorteilhaft ist, eignet sich eine Elektroheizung ausgezeichnet als flexible Zusatzheizung:

  • Kleinere Standgeräte oder Infrarotheizungen sind gute Zusatzheizungen für Übergangsphasen oder für erhöhten Heizbedarf.
  • Räume, die nur gelegentlich genutzt werden, wie Bastel- oder Arbeitskeller, Gartenhäuser oder Ferienwohnungen lassen sich gut elektrisch heizen.
  • Räume, die nachträglich ausgebaut werden, können komfortabel und einfach zum Beispiel mit einer elektrischen Fußbodenheizung mit Wärme versorgt werden, wenn der Anschluss an die Hausheizung teuer und aufwendig wäre.
  • Elektrisches Heizen eignet sich oft gut für spezielle Anwendungsgebiete - zum Beispiel als Infrarot-Terrassenheizungen. Im Außenbereich ist der Wirkungsgrad dabei hoch, da keine Strahlungswärme nach oben verloren geht.

Anschaffungskosten

Gas- und Ölheizungen sind mit Anschaffungskosten zwischen 5.000 und 9.000 Euro im Vergleich zu anderen Heizungssystemen bereits recht kostengünstig. Diese Kosten können von Elektroheizungen meist noch unterboten werden. Da nur ein Stromanschluss nötig ist, spart man bei Neuinstallation außerdem das aufwendige Verlegen von Rohren. Auch ein nachträglicher Einbau ist unkompliziert möglich und spart dadurch Installationskosten.

Betriebskosten für Elektroheizungen im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen

Für eine elektrische Heizung muss man zurzeit mit Heizkosten rechnen, die pro kWh etwa bei 29 Cent gegenüber sieben Cent bei Gas und acht Cent bei Heizöl liegen. Damit kostet eine Elektroheizung bei gleicher Heizleistung etwa das Drei- bis Vierfache von Heizungen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Förderung von Elektroheizungen

Während der Staat den Austausch von alten Heizungsanlagen gegen neue effizientere Heizsysteme durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Krediten fördert, sind elektrische Heizungen zurzeit von diesen Förderungsmaßnahmen ausgeschlossen.

Heizstrompreise vergleichen

Nachtspeicherheizung

  • Attraktive Wechselboni

  • Exklusive Tarife

  • Schnell und sicher wechseln