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Kaminöfen nachträglich einbauen - das müssen Sie beachten

11.10.2010 | 09:00

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: dpa/tmn

Frankfurt/Main - Viele träumen von einem Kaminofen in den eigenen vier Wänden, in dem an kalten Tagen ein wohlig-warmes Feuer knistert. Deshalb lassen sich immer mehr Hausbesitzer auch nachträglich einen Kaminofen einbauen. Die Hauptmotivation der meisten ist es allerdings, mit dem Kaminofen Heizkosten einzusparen.

Die Absatzzahlen für "häusliche Einzelfeuerstätten" sind nach Angaben des Industrieverbands Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) in Frankfurt steigend. Wurden im Jahr 2008 noch 301.000 Kamin- und Dauerbrandöfen verkauft, waren es 2009 schon 334.000. Hinzu kamen 65.000 Heiz- und Kamineinsätze, 22.000 Herde und 16.000 Pelletöfen.

Heizkosten sparen

Die Vorteile eines Kaminofens liegen angesichts steigender Gas- und Ölpreise auf der Hand: "Mehr als 90 Prozent aller Öfen werden gekauft, um Heizkosten zu sparen", sagt Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln. Gerade im Herbst, wenn es noch nicht richtig kalt, an manchen Tagen aber schon recht ungemütlich ist, bietet sich die Ofenfeuerung an. Die Räume werden schnell warm, ohne dass schon die Heizung angeworfen werden muss. Hinzu kommt, dass Holzfeuer umweltfreundlich ist. Es wird dabei nur so viel CO2 freigesetzt, wie der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat. Man bezeichnet die Verbrennung daher auch als "CO2-neutral".

Luftversorgung sicherstellen

Grundsätzlich lässt sich dem DIY-Experten zufolge in jedes Haus nachträglich ein Kaminofen einbauen. Allerdings sind dabei je nach Haustyp Besonderheiten zu beachten. So sind in Neubauten, die nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) errichtet wurden, spezielle Öfen erforderlich. Sie müssen über einen externen Luftanschluss verfügen, da Energiesparhäuser quasi luftdicht sind, so Pommer. Irgendwo muss der zur Verbrennung nötige Sauerstoff ja herkommen. Gleiches gelte für Altbauten, die energetisch nach der EnEV saniert worden sind.

Was beim Schornstein wichtig ist

Auch wenn im Haus kein Schornstein vorhanden ist, an den ein Kaminofen angeschlossen werden kann, ist das kein Hinderungsgrund. Dann wird einfach ein doppelwandiges Edelstahlrohr außen an der Hauswand montiert, per Kernbohrung an der Austrittsstelle ein Loch in die Hauswand gebohrt und das Abgasrohr an den externen Schornstein angeschlossen. Bevor jedoch die Wand aufgestemmt wird, sprechen Hausbesitzer besser mit ihrem Schornsteinfeger, empfiehlt Pommer. Denn der muss die Installation abnehmen und wird daher am besten von Anfang an in die Planungen einbezogen.

Dabei sind zum Beispiel Brandschutzaspekte zu berücksichtigen, erläutert Andreas Kramer vom Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger in Erfurt. So müssen beim Aufstellen eines Ofens bestimmte Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien eingehalten werden. Ist im Zimmer Parkett verlegt, muss der Ofen etwa auf einer Schutzplatte aus Metall oder Glas stehen.

Wichtig sind auch die Druckbedingungen am Aufstellungsort. So müssen die Rauchgase laut Kramer ungehindert durch den Schornstein entweichen. Daher dürfen in dem Wohnbereich keine Ventilatoren - etwa in Dunstabzugshauben - gleichzeitig betrieben werden. Statt durch den Schornstein abzuziehen, könnte der Rauch sonst in die Wohnung gesogen werden. Dann besteht die Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Erst nach der Abnahme durch den Schornsteinfeger dürfe der Ofen betrieben werden, betont Kramer. Sonst könne im Brandfall die Feuerversicherung die Zahlung verweigern.

Heizleistung bestimmen

Der Schornsteinfeger berät Hausbesitzer auch im Hinblick auf die Heizleistung, sagt Pommer. Denn es ist wichtig, den Ofen richtig zu dimensionieren. Maßgeblich für den erforderlichen Heizwert sind laut Pommer die Kubikmeterzahl der aufzuheizenden Räume und der persönliche Wärmebedarf. Will man mit dem Ofen die Heizung ersetzen, muss dieser "dauerbrandgeeignet" sein - also durchgehend befeuert werden können. Dann kommen massive, gemauerte Konstruktionen in Betracht. Soll der Ofen hingegen nur gelegentlich angefeuert werden, "um sich mal auf dem Bärenfell mit einem Glas Rotwein zu räkeln", reichten kleinere Modelle aus Stahl aus, erklärt Pommer.

Wichtig ist, sich an die Empfehlung des Schornsteinfegers zu halten. Rät dieser zu einem Ofen mit sechs Kilowatt Heizleistung, sollte man keinen schwächeren kaufen, nur weil dieser einem besser gefällt. "Sonst heizt man und heizt und verbraucht Brennstoff, ohne dass der Raum richtig warm wird", warnt Pommer. Durch den ständigen Betrieb unter Volllast könne sich der Ofen außerdem verziehen. Auch ein zu starker Ofen sei nicht sinnvoll, weil dieser nur gedrosselt betrieben würde. Das führt wegen der sauerstoffarmen Verbrennung zu Verrußung. Zu überlegen ist noch, ob die Wärme längere Zeit gehalten werden soll. Dann biete sich eine Ofen-Verkleidung mit Speckstein an.

Achtung Feinstaub

Für welchen Ofen sich Hausbesitzer auch entscheiden - er sollte die gültigen Immissionsvorschriften erfüllen, erklärt der HKI. Denn mit Inkrafttreten der überarbeiteten 1. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchV) im März 2010 dürfen neu installierte Kaminöfen nur noch bestimmte Mengen Feinstaub ausstoßen. Hausbesitzer sollten darauf achten, dass der Ofen typgeprüft ist und der Hersteller die Einhaltung der DIN- und EN-Normen garantiert.