EnBW-Eigner wollen den Energiekonzern umbauen

11.04.2011 | 09:28

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Stuttgart - Als einer der beiden EnBW-Goßaktionäre fordern die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW), dass der Konzern eine Wende von der Atom- zur regenerativen Energie vollzieht. Der "Stuttgarter Zeitung" (Samstagausgabe) zufolge forderten Vertreter der neun im Zweckverband vertretenen Kreise einen Konzernumbau, denn bisher verdient EnBW sein Geld vorwiegend mit Atomenergie.

Der Fraktionschef der Freien Wähler im Kreistag Biberach, Hans Petermann, sagte der "SZ": "Wir hoffen, dass die EnBW offener wird zur dezentralen Gewinnung erneuerbarer Energien."

Für eine rasche Neuausrichtung der EnBW würden die Grünen sogar finanzielle Verluste in Kauf nehmen. Grünen-Finanzpolitikerin Muhterem Aras sagte im Deutschlandradio Kultur, kurzfristige Verluste des Unternehmens könnten sich dabei auch im Landeshaushalt widerspiegeln. Der scheidende Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU), der den EnBW-Deal eingefädelt hatte, habe die Finanzierung auch über die Ausschüttung einer Dividende geplant. "Davon können wir uns auf jeden Fall mittelfristig verabschieden. Es wird sicher keine Ausschüttungen geben, mit denen wir irgendwas finanzieren können", sagte Aras. Langfristig werde der Konzern dann aber Gewinne machen.

Land und OEW zahlen je 160 Millionen Euro

Auf einer Versammlung des OEW-Zweckverbandes war am Freitag beschlossen worden, dass die OEW die Hälfte der EnBW-Aktien übernehmen werden, die der landeseigenen Gesellschaft Neckarpri im Rahmen des öffentlichen Übernahmeangebots angeboten wurden. Neckarpri wickelt den EnBW-Deal ab.

Für die rund 3,1 Prozent der ausgegebenen EnBW-Aktien zahlen Land und die OEW jeweils 160 Millionen Euro. Mit der Aufteilung der neu erworbenen Aktien bleiben beide Großaktionäre gleichberechtigte Anteilseigner.

Mappus hatte im Dezember 2010 nach wochenlangen Geheimverhandlungen bekannt gegeben, dass Baden-Württemberg den 45-prozentigen Anteil an der EnBW vom Großaktionär Electricité de France (EdF) zum Preis von 4,67 Milliarden Euro zurückkauft. Kleinaktionären wurde die Möglichkeit geboten, ihre Aktien an Neckarpri zu verkaufen.

Im Jahr 2010 verkaufte EnBW insgesamt 147 Milliarden Kilowattstunden Strom. Der Umsatz der Stromsparte betrug 15.010 Millionen Euro bei einem Gesamt-Unternehmensumsatz von 17.509 Millionen Euro.