Der Schadenfreiheitsrabatt in der Kfz-Haftpflichtversicherung und der Vollkaskoversicherung liegt jedem Autofahrer am Herzen. Je höher der Schadenfreiheitsrabatt ausfällt, umso niedriger ist die Versicherungsprämie. Gerade Fahranfänger haben immer wieder Fragen zum Schadenfreiheitsrabatt. Wir wollen die wichtigsten Fragen in diesem Ratgeber beantworten.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist der Schadenfreiheitsrabatt?
  3. Wie bekommt man den Schadenfreiheitsrabatt?
  4. Schadenfreiheitsrabatt übertragen
  5. Wann verfällt der Schadenfreiheitsrabatt?
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem Schadenfreiheitsrabatt honorieren die Autoversicherer jährlich unfallfreies Fahren.
  • In der Teilkaskoversicherung gibt es keine Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen).
  • Bei einem regulierten Schaden erfolgt eine Rückstufung in der SF-Klasse.
  • Durch einen Übertrag des Schadenfreiheitsrabattes von einer anderen Person ist eine günstigere Versicherungsprämie möglich.

Was ist der Schadenfreiheitsrabatt?

Die Autoversicherer honorieren belohnen jedes schadenfreie Jahr damit, dass der Versicherungsnehmer einen gewissen Prozentsatz zur Basisprämie weniger bezahlt. Die Unterteilung erfolgt in sogenannten SF-Klassen. Diese besagen, wie hoch die Versicherungsprämie ausfällt.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht zur Einstufung, sie hat allerdings nur beispielhaften Charakter. Die prozentuale Zuordnung zu den SF-Klassen fällt von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich aus.

SF-Klasse Schadenfreie Jahre Beitragssatz (in %)
SF 31 - 35/36 31 - 35/36 ca. 20 %
SF 26 - 30 26 - 30 ca. 25 %
SF 16 - 25 16 - 25 ca. 35 - 30 %
SF 9 - 15 9 - 15 ca. 45 - 40 %
SF 5 - 8 5 - 8 ca. 55 - 50 %
SF 4 4 ca. 60 %
SF 3 3 ca. 70 %
SF 2 2 ca. 85 %
SF 1 1 Jahr ca. 100 %
SF ½ (Sondereinstufung für Personen, die das erste eigene Auto versichern, mit mehr als 3 Jahren Fahrerlaubnis) ca. 100 - 140 %
"SF S (Schadenklasse Rückstufung von Versicherungsnehmern mit SF-Klasse 1)"
SF 0 (Ersteinstufung für Fahranfänger mit weniger als 3 Jahren Fahrerlaubnis) ca. 200 - 260 %
"SF M (Malusklasse Rückstufung von Fahranfängern mit SF-Klasse ½ oder 0 nach einem Unfall durch Eigenverschulden)"

Die F-Klasse 0 macht deutlich, weshalb es immer sinnvoll ist, das erste eigene Auto über eine andere Person als Zweitwagen zu versichern.

Wie bekommt man den Schadenfreiheitsrabatt?

Versicherungsnehmer müssen sich die günstigeren SF-Klassen „erfahren“. Die Einstufung in die nächste niedrigere Klasse erfolgt immer zum 1. Januar, wenn der Versicherer im zurückliegenden Jahr keinen Unfall regulieren musste. Dies gilt nur für die Kfz-Haftpflicht und die Vollkaskoversicherung. Für die Teilkasko gibt es keinen Schadenfreiheitsrabatt. Die Teilkaskoversicherung greift bei Schäden, die der Versicherungsnehmer nicht zu verursachenselbst verursacht hat.

Grundlage ist in den meisten Fällen die SF-Klasse SF ½ mit 100 bis 140 Prozent. Nach einem Jahr unfallfreien Fahrens rückt der Versicherungsnehmer in die SF-Klasse 1 auf, die in der Regel ebenfalls einen Beitragssatz von 100 Prozent vorsieht. Nach zwei Jahren greift die SF-Klasse 2 mit ca. 85 Prozent der Ursprungsprämie. Es gibt allerdings keine einheitliche Zuordnung der Prozentsätze zu den SF-Klassen mehr, d. Die Versicherer haben hier inzwischen Handlungsfreiheit.

Was passiert bei einem Schaden?

Verursacht der Versicherungsnehmer einen Schaden, wird er in der SF-Klasse wieder herabgestuft. Handelt es sich um einen Haftpflichtschaden, ohne, dass am eigenen Auto eine Reparatur erfolgt, verschlechtert sich nur die SF-Klasse für die Haftpflicht. Der Versicherungsnehmer muss sich dann langsam wieder Jahr für Jahr nach oben arbeiten.

Verursacht der Versicherungsnehmer einen Schaden am eigenenBetrifft der Schaden nur das eigene Auto und es wird kein, ohne dass ein Dritter in Mitleidenschaft gezogen wird, bleibt die Haftpflicht unberührt. Es kommt nur zu einer Herabstufung für die Vollkaskoversicherung.

Es kann sich also lohnen, die Kosten bei einer kleineren Beschädigung selbst zu übernehmen. Die Versicherer bieten heute Rechner im Internet an, mit denen sich leicht ermitteln lässt, ob es günstiger ist, die Versicherung in Anspruch zu nehmen oder nicht.

Schadenfreiheitsrabatt übertragen

Der Schadenfreiheitsrabatt, kurz SFR, kann allerdings auch übertragen werden. Dies ist jedoch nur noch innerhalb der Familie möglich. Angenommen, der Großvater hat einen SFR 25 und möchte nicht mehr Autofahren. Der Enkel möchte sein erstes Auto anmelden und vVersichern und kann ein unfallfreies Fahren seit zehn Jahren nachweisen. In diesem Fall kann er die SF-Stufe vom Großvater übernehmen, allerdings nur mit SF 10, die Dauer, die er selbst unfallfrei gefahren ist. Das ist auf jedenin jedem Fall günstiger, als die Einstufung in SF ½.

Was passiert bei einem Wechsel der Versicherung?

Der Schadenfreiheitsrabatt ist an den Versicherungsnehmer geknüpft. Wechselt er die Versicherung, nimmt er seine SF-Klasse zum nächsten Versicherer mit. Einige Gesellschaften versichern den Zweitwagen in der SF-Klasse, in der auch das Erstfahrzeug versichert ist. Dies ist in den meisten Fällen ein großer Vorteillohnt sich natürlich. Kommt es mit dem Zweitwagen zu einem Versichererwechsel, erfolgt jedoch eine Einstufung auf der Grundlage, die bei der erstmaligen Versicherung ohne den Bonus erfolgt wäre. Angenommen, das Erstfahrzeug fährt in der SF-Klasse 25. Der Zweitwagen war fünf Jahre mit dem Erstfahrzeug versichert. Bei einem Wechsel nach fünf Jahren geht der neue Versicherer von der Zweitwagenregelung mit SF ½ zum Einstieg aus, die SF-Klasse nach fünf Jahren wäre dann SF 5.

Wann verfällt der Schadenfreiheitsrabatt?

Es ist nie auszuschließen, dass ein Fahrzeughalter einige Jahre ohne Auto auskommen möchte oder auskommen muss. Hinsichtlich des Verfalls des Schadenfreiheitsrabattes gibt es ebenfalls keine brancheneinheitliche Regelung mehr. Ursprünglich waren es einmal sieben Jahre. Viele Versicherer haben diese Frist heute auf zehn Jahre ausgedehnt, andere kennen gar keine Maximierung mehr.

In manchen Fällen verlangt der Versicherer eine Bestätigung vom Vorversicherer über die frühere SF-Klasse, in anderen Fällen genügt es, dass der Führerschein uneingeschränkt gültig war.

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