Wenn es um die Finanzen geht, fällt häufig der Begriff des Emittenten. Vor allem am Aktien- und Anleihenmarkt sowie bei Kreditkarten hat sich diese Bezeichnung für die Herausgeber von bestimmten Finanzprodukten etabliert.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Definition: Was genau ist ein Emittent?
  3. Anleihen-Emittenten am Kapitalmarkt
  4. Emission von Aktien und anderen Wertpapieren
  5. Kreditkartenunternehmen und Kreditkartenemittent
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Jetzt Depots vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Emittent stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Herausgeber.
  • An der Börse bezeichnet man Unternehmen oder staatliche Institutionen, die Wertpapiere auf den Markt bringen, als Emittenten.
  • Bei Kreditkarten geben Sparkassen, Banken und manchmal auch die Kartenunternehmen selbst die Karten als Emittenten an ihre Kunden aus.

Definition: Was genau ist ein Emittent?

Der Begriff des Emittenten leitet sich aus dem lateinischen Verb "emittere" ab, was sich sinngemäß mit "ausstoßen" oder "in den Verkehr bringen" übersetzen lässt. In der Geldwirtschaft ist ein Emittent folglich derjenige, der ein neues Finanzprodukt an die Öffentlichkeit bringt. Vor allem in zwei Bereichen hat sich die Bezeichnung eingebürgert.

  • An der Börse ist der Emittent ein Herausgeber von Wertpapieren wie beispielsweise Anleihen oder Aktien.
  • Im bargeldlosen Zahlungsverkehr emittieren Banken, Sparkassen und andere Finanzdienstleister Kreditkarten.

Darüber hinaus verwendet man den Begriff auch in der Naturwissenschaft und Technik, um den Verursacher eines Ausstoßes zu beschreiben. So ist beispielsweise ein Kohlekraftwerk ein Emittent von Kohlendioxid, und im Fachjargon der Naturwissenschaftler emittiert eine Leuchtdiode Licht.

Anleihen-Emittenten am Kapitalmarkt

Mit Anleihen beschaffen sich Unternehmen und staatliche Institutionen Fremdkapital, das vor allem der Finanzierung von Investitionen und der Sicherung der Liquidität dienen soll. Wer eine Anleihe erwirbt, wird somit zum Kreditgeber des Herausgebers der Anleihe. Er erhält während der Laufzeit einen festen Zins, und am Ende der Laufzeit zahlt der Schuldner dem Inhaber der Anleihe den Nennwert des Wertpapiers zurück.

Wenn ein Unternehmen oder eine staatliche Institution Anleihen an der Wertpapierbörse anbietet, spricht man von einer Anleihen-Emission. Das Wertpapier kann dann nach der Ausgabe an der Börse gehandelt werden. In der Regel bieten die Emittenten ein festes Gesamtvolumen an, beispielsweise 100 Millionen Euro oder 500 Millionen Euro. Nun können die Anleger entscheiden, ob sie der Kreditwürdigkeit des Schuldners vertrauen und Anleihen erwerben.

Was ist ein Emittentenrisiko?

Weil der Inhaber einer Anleihe praktisch zum Kreditgeber des herausgebenden Unternehmens oder Staates wird, geht er das Risiko ein, bei einer Zahlungsunfähigkeit des Schuldners sein investiertes Geld zu verlieren.

Wie hoch der Verlust im Ernstfall ist, hängt davon ab, wie schwerwiegend die finanziellen Probleme des Emittenten sind. In weniger schwerwiegenden Fällen erhalten die Inhaber von Anleihen noch 40 bis 60 Prozent des Nennwertes zurück. Im schlimmsten Fall kann jedoch auch der Totalverlust drohen.

Emittentenrating hilft bei der Einschätzung der Kreditwürdigkeit

Um Anlegern die Einschätzung der Kreditwürdigkeit zu erleichtern, lassen viele Anleihen-Emittenten ihre Bonität von Rating-Agenturen bewerten. Bei Unternehmen prüfen die Agenturen unter anderem die Kontinuität der Erträge, die Höhe des Eigenkapitals, die Verschuldung und die Anfälligkeit bei konjunkturellen Schwankungen. Auch Staaten unterziehen sich einem Emittentenrating und lassen ihre Finanzpolitik sowie die Stabilität ihrer Wirtschaft von den Rating-Agenturen einschätzen.

Die Rating-Agenturen mit der weltweit größten Bedeutung sind Moody‘s, Standard & Poor‘s und Fitch. Sie teilen dem geprüften Unternehmen nach Abschluss des Emittentenratings eine Note zu, anhand derer ein potenzieller Anleiheninvestor auf einen Blick die notwendigen Informationen über die Bonität des Schuldners erhält.

Bonitätsstufe des Emittenten Moody‘s Standard & Poor‘s Fitch
Top-Bonität, höchste Sicherheit Aaa – Aa3 AAA – AA- AAA – AA low
Hohe Bonität, geringes Risiko A1 – Baa3 A+ – BBB- A high – BBB low
Ausreichende Bonität, mittleres Risiko Ba1 – B3 BB+ – B- BB high – B low
Mangelhafte Bonität, hohes Risiko Caa1 – Ca CCC+ – CCC- CCC – CC
Höchstes Risiko C – D CC – D C – D

Emission von Aktien und anderen Wertpapieren

Auch bei anderen Wertpapieren spricht man von einer Emission, wenn diese neu an der Börse gelistet werden. Dazu zählen insbesondere:

  • Aktien
  • Anlagezertifikate
  • Derivate wie beispielsweise Optionsscheine

Emittent ist in diesen Fällen das Unternehmen, das gegenüber dem Inhaber des Wertpapiers eine Verpflichtung eingeht. Bei Aktien ist dies die jeweilige Aktiengesellschaft. Bei Derivaten und Anlagezertifikaten ist der Emittent die Bank, die das Wertpapier auf den Markt bringt. Das gilt auch dann, wenn sich ein Derivat oder Anlagezertifikat auf den Aktienkurs eines anderen Unternehmens bezieht.

Kreditkartenunternehmen und Kreditkartenemittent

Auch bei Kreditkarten ist häufig von Emittenten die Rede. Hierbei handelt es sich um eine Bank oder ein anderes Unternehmen, das Kreditkarten an seine Kunden ausgibt.

Nicht zu verwechseln ist ein Kreditkartenemittent mit dem Kreditkartenunternehmen. Letzteres ist der Finanzdienstleister, der die Kartenzahlungen abwickelt. Bekannte Kreditkartenunternehmen sind beispielsweise MasterCard und Visa.

Beispiel: Wenn eine Sparkasse ihren Kunden MasterCard-Kreditkarten anbietet, ist die Sparkasse der Emittent, und MasterCard ist das Kreditkartenunternehmen.

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