Bundesanleihen stehen bei vielen Anlegern hoch im Kurs. Für konservative Anleger stellen sie die optimale Anlagevariante dar. Immerhin genießt Deutschland bei den Ratingagenturen einen hervorragenden Ruf. Die Reputation des Staates, der eine Anleihe ausgibt, spielt bei der Bewertung des Papiers eine entscheidende Rolle.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was sind Bundesanleihen?
  3. Die Rendite einer Bundesanleihe
  4. Inflationsindexierte Bundesanleihen
  5. Wie kann man Bundesanleihen kaufen?
  6. Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit
  7. Bundesanleihen mit 30 Jahren Laufzeit
  8. Übersicht der Bundeswertpapiere
  9. Verwandte Themen
  10. Weiterführende Links
  11. Jetzt Depots vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bundesanleihen dienen der Bundesregierung zur Staatsfinanzierung.
  • Bundesanleihen sind in Kleinststückelungen auch für Kleinsparer erhältlich.
  • Die Verzinsung orientiert sich am Kapitalmarktzins zum Zeitpunkt der Ausgabe.
  • Der Erwerb kann nur über eine Bank erfolgen.

Was sind Bundesanleihen?

Bei einer Bundesanleihe handelt es sich um ein festverzinsliches Wertpapier. Faktisch nimmt die Bundesrepublik Deutschland mit der Ausgabe einer Anleihe einen Kredit bei den Anlegern auf. Sowohl das Emittentenrisiko als auch das Liquiditätsrisiko, die Gefahr, dass der Herausgeber die Zinsen nicht zahlen kann oder Anleihen nicht zurückkaufen kann, sind marginal. Die Anleihe garantiert dem Käufer für die Dauer der Anleihe eine feste jährliche Zinszahlung.

Anleihen werden an der Börse gehandelt. Das bedeutet, dass sie einen „Kurs“ haben. Die Ausgabe der Bundesanleihen erfolgt immer nahe des Kurswertes von 100 Prozent, beispielsweise 99,75 Prozent oder 100,5 Prozent. Der Kurs von 100 Prozent einer Bundesanleihe entspricht immer dem Nominalwert. Bundesanleihen sind bereits für 0,01 Euro erhältlich, eine Größe, die allerdings irrelevant ist. Dennoch ist die Stückelung so gewählt, dass auch Kleinstanleger Bundesanleihen erwerben können.

Bundesanleihen zählen zu den sogenannten mündelsicheren Geldanlagen. Das bedeutet, dass ein Vormund das Geld seines Mündels in Bundesanleihen investieren darf, da das Verlustrisiko ausgeschlossen ist.

Die Rendite einer Bundesanleihe

Möchte ein Anleger für 1.000 Euro Anleihen kaufen, der Ausgabekurs beträgt 100,5 Prozent, muss er 1.005 Euro dafür bezahlen. Dem Bundesfinanzministerium gelang es während der Niedrigzinsphase mit der Kreditaufnahme Geld zu verdienen. Der Ausgabekurs der Anleihe überstieg den Zinssatz. Die herausragende Bonität der Bundesrepublik Deutschland begründet die Tatsache, dass gerade institutionelle Investoren den Zinsverlust in Kauf nehmen.

Ein Ausgabekurs von mehr als 100 Prozent mindert die Rendite der Anleihe, von weniger als 100 Prozent steigt die Rendite.

Unter der Rendite versteht man den Ertrag, den eine Anleihe nach Verkauf durch den Anleger erwirtschaftet hat. Sie setzt sich zusammen aus den Zinsen und dem Kursgewinn oder Verlust bei Verkauf oder Rücknahme. Kauft der Anleger ein Jahr vor Fälligkeit der Anleihe das Papier zu einem Kurs von 100,5 Prozent und erhält einen Zinssatz von 1,5 Prozent, beträgt die Rendite für diesen Zeitraum 1 Prozent: 1,5 Prozent minus 0,5 Prozent Kurs über 100.

Auch für Bundesanleihen gilt, dass bei steigenden Kapitalmarktzinsen der Kurs der in Umlauf befindlichen niedriger verzinsten Anleihen fällt. Im Umkehrschluss führen fallende Zinsen dazu, dass der Kurs der Papiere ansteigt. Eine Faustformel für deutsche Bundesanleihen besagt, dass ein Anstieg des Kapitalmarktzinses um ein Prozent zu einem Kursabschlag von neun Prozent bei den Papieren führt, die bereits am Markt platziert sind.

Inflationsindexierte Bundesanleihen

Neben der klassischen Anleihe bietet die Bundesregierung auch inflationsindexierte Bundesanleihen an. Diese bieten einen Zinssatz, der über die Jahre langsam steigt und an einen Inflationsindex gekoppelt ist. Die Bundesrepublik legt diese Anleihen seit 2006 auf. Alternativ zum steigenden Zinssatz kann auch ein gegenüber dem Ausgabekurs steigender Rücknahmepreis Bestandteil der Anleihe sein. Der Inflationsverlust führt gerade bei langlaufenden festverzinslichen Wertpapieren dazu, dass der Anleger bei Rückgabe der Anleihe gemessen an der Kaufkraft weniger Geld zurückerhält, als er investierte.

Wie kann man Bundesanleihen kaufen?

Voraussetzung für den Erwerber einer Bundesanleihe ist, dass der Anleger über ein Wertpapierdepot bei einer Bank, Sparkasse oder einem Broker verfügt. Die kostenfreie Lagerung und der kostenlose Erwerb bei der Bundesschuldenverwaltung sind nicht mehr möglich. Bei einer Neuemission, der Erstausgabe, erfolgt der Verkauf der Papiere über die von der Finanzagentur beauftragte Deutsche Bundesbank. Ab der Erstausgabe werden Bundesanleihen börsentäglich an der Börse gehandelt. Da das Handelsvolumen dieser Wertpapiere sehr groß ausfällt, gibt es keine Ausreißer bei den Kursen. Diese liegen im Handelsverlauf eng beieinander, was für den Käufer immer einen fairen Preis bedeutet.

Für den Anleger kommen neben dem Kurswert, den er bezahlen muss, noch die Maklercourtage, die Börsengebühren und die Kosten der Depotbank für den Kauf dazu.

Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit

Bundesanleihen werden mit zwei Laufzeitvarianten ausgegeben. Die kurze Variante beträgt zehn Jahre, die längere Variante 30 Jahre. Der Vorteil des Kurzläufers liegt darin, dass der Anleger bei einem sich ändernden Zinsniveau relativ schnell die Anleihe wieder vom Bund zurückgekauft bekommt. Zinsen ändern sich nicht in zwei oder drei Jahren signifikant, so dass bei zehn Jahren durchaus von „schnell“ gesprochen werden kann.

Bundesanleihen mit 30 Jahren Laufzeit

Diese Papiere sind gerade in Zeiten mit relativ hohen Zinsen ausgesprochen attraktiv. Sie sichern dem Anleger über einen langen Zeitraum eine attraktive Ausschüttung. Auf der anderen Seite verlieren diese Anleihen bei über die Jahre steigenden Zinsen stark an Kurswert. Für den Anleger wird ein Verkauf während der Laufzeit der Anleihe uninteressant, er muss in der Regel das Rücknahmedatum abwarten. Allerdings sind es eher institutionelle Investoren, die sich für Papiere mit einer Laufzeit von 30 Jahren entscheiden.

Übersicht der Bundeswertpapiere

Neben Bundesanleihen begibt die Bundesrepublik noch weitere Wertpapiere, die sich in erster Linie in der Laufzeit unterscheiden. Zu den Bundeswertpapieren gehören:

  • Bundesanleihen mit 10 oder 30 Jahren Laufzeit
  • Bundesobligationen mit 5 Jahren Laufzeit
  • Bundesschatzanweisungen mit 2 Jahren Laufzeit
  • unverzinsliche Schatzanweisungen 12 Monaten Laufzeit
  • inflationsindexierte Bundeswertpapiere

Bundesschatzbriefe, ebenfalls sehr beliebt, und Tagesanleihen, werden seit 2013 nicht mehr ausgegeben. Im Jahr 2017 hat der Bund die Ausgabe von unverzinslichen Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von sechs Monaten ebenfalls eingestellt.

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