Hydraulischer Abgleich

Wenn ein Heizkörper gluckernde Geräusche von sich gibt oder nicht gleichmäßig warm wird, kann ein hydraulischer Abgleich Abhilfe schaffen. Dieser trägt nicht nur dazu bei, den Wohnkomfort zu steigern. Der Abgleich sorgt außerdem dafür, dass der Energieverbrauch und damit auch die Heizkosten sinken.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist ein hydraulischer Abgleich?
  3. Ist ein hydraulischer Abgleich Pflicht?
  4. Wie hoch sind die Kosten?
  5. Kann man ihn selbst durchführen?
  6. Fördermöglichkeiten
  7. Hydraulischer Abgleich bei Fußbodenheizungen
  8. Jetzt Gaspreise vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der hydraulische Abgleich ermöglicht es, die Leistung einer Heizungsanlage zu optimieren.
  • Je nach der Größe der Immobilie und dem Aufwand liegen die Kosten für einen hydraulischen Abgleich zwischen 650 und 1.250 Euro.
  • Fördermittel für die Optimierungsmaßnahme stellen sowohl das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereit.
  • Ein hydraulischer Abgleich lohnt sich nicht nur bei konventionellen Heizungssystemen, sondern ebenso bei Fußbodenheizungen.

Was ist ein hydraulischer Abgleich?

Bei einem hydraulischen Abgleich handelt es sich, vereinfacht ausgedrückt, um die Berechnung der erforderlichen Heizleistung für jeden einzelnen Raum und die darauf basierende Justierung der Heizkörper. Dabei findet eine ganze Reihe von Variablen Berücksichtigung, beispielsweise die Raumgröße, Wandflächen und Fenster, aber ebenso die Distanz zur Heizungspumpe sowie das Rohrsystem.

Der hydraulische Abgleich soll gewährleisten, dass in allen Leitungen ein gleichbleibender Druck herrscht. Dieser garantiert, dass ausreichend Wasser durch die Rohre zu den Heizkörpern gelangt. In der Praxis tritt nämlich häufig das Problem auf, dass Heizungsanlagen nahegelegene Heizkörper überversorgen und der Druck für weiter entfernte Heizkörper nicht mehr genügt. Um die optimalen Volumenströme zu erreichen, stimmt der beauftragte Installateur die einzelnen Komponenten des Systems aufeinander ab. Demzufolge sorgt ein hydraulischer Abgleich dafür, dass ein Heizsystem sein Effizienzpotenzial bestmöglich nutzt. Beim Energieverbrauch sind damit Einsparungen von bis zu 15 Prozent möglich.

Prinzipiell gibt es zwei verschiedene Methoden, um einen hydraulischen Abgleich durchzuführen. Bei „Verfahren A“ handelt es sich um ein Schätzverfahren. „Verfahren B“ ist genauer, aber dafür auch kostenintensiver. Allerdings erweist es sich in beiden Fällen als Vorteil, wenn der Immobilienbesitzer die technischen Dokumente zum Heizungssystem bereithält.

Ist ein hydraulischer Abgleich Pflicht?

Die Verpflichtung zur Durchführung eines hydraulischen Abgleichs ergibt sich aus verschiedenen Verordnungen und Richtlinien. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert das Verfahren für Neubauten und bei signifikanten Änderungen an bereits vorhandenen Heizungsanlagen. Auch die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) Teil C fordert den hydraulischen Abgleich. Die genauen Anforderungen legen die DIN 4701/10 beziehungsweise die DIN 18380 fest. Wer die vorhandenen Förderprogramme in Anspruch nehmen möchte, darf ebenfalls nicht auf die Maßnahme verzichten.

Was kostet ein hydraulischer Abgleich?

Mit welchen Kosten Eigentümer rechnen sollten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einerseits handelt es sich um eine Dienstleistung, für die es keine vom Gesetzgeber festgelegten Preise gibt. Andererseits spielt es natürlich eine Rolle, wie groß die Immobilie ist beziehungsweise über wie viele Heizkörper sie verfügt. Bei einem durchschnittlich großen Einfamilienhaus liegen die Kosten je nach Region bei circa 650 bis 1.250 Euro. Außerdem sollten Hauseigentümer beachten, dass ein hydraulischer Abgleich lediglich erfolgen kann, wenn ein Thermostat vorhanden ist. Fehlt dieses, entstehen Zusatzkosten für den Einbau (etwa 30 Euro je Heizkörper)

Ist es möglich, einen hydraulischen Abgleich selbst durchzuführen?

Prinzipiell besteht diese Möglichkeit. Allerdings sind dafür neben handwerklichen Fähigkeiten auch mathematische und physikalische Kenntnisse von Nöten. Außerdem geht die Prozedur mit einem großen Zeitaufwand einher. Zusätzlich ist wahrscheinlich sogar die Anschaffung einer speziellen Software erforderlich. Daher entscheiden sich die meisten Eigentümer dazu, einen Experten mit der Durchführung zu beauftragen.

Fördermöglichkeiten für den hydraulischen Abgleich

Fördermittel können Eigentümer sowohl vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als auch von der Kreditanstalt für Wiederaufbau erhalten. Es besteht allerdings nicht die Möglichkeit, von zwei Programmen gleichzeitig zu profitieren.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erstattet über das Programm „Heizungsoptimierung durch hocheffiziente Pumpen und hydraulischen Ausgleich“ 30 Prozent der Kosten. Dabei handelt es sich um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss, dessen Obergrenze bei 25.000 Euro liegt. Der Betrag richtet sich nach den Netto-Ausgaben, umfasst also keine Mehrwertsteuer. Um die Förderung zu erhalten, muss die Heizungsanlage mindestens zwei Jahre lang Bestand haben. Außerdem ist es erforderlich, eine Einzelrechnung einzureichen. Immobilienbesitzer sollten zudem beachten, dass lediglich Bestandsbauten förderbar sind.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt den hydraulischen Abgleich im Rahmen des Programms 430 („Energieeffizient Sanieren“). Eine Förderung in Höhe von 10 Prozent ist möglich, wenn die Gesamtkosten 3.000 Euro überschreiten. Des Weiteren bezuschusst die KfW auch den Austausch der Heizungsanlage in Kombination mit dem Abgleich. Hier liegt der Zuschuss bei 15 Prozent des förderfähigen finanziellen Aufwands.

Hydraulischer Abgleich bei Fußbodenheizungen

Durch einen hydraulischen Abgleich ist es ebenso möglich, die Effizienz einer Fußbodenheizung zu optimieren, um von Einsparungen beim Verbrauch und bei den Kosten zu profitieren. Auch hier empfiehlt sich ein Abgleich vor allem dann, wenn sich die Heizung nicht richtig erwärmt, einen sehr hohen Verbrauch aufweist oder sich nicht herunterregeln lässt. Wie bei einem konventionellen Heizungssystem nutzen Experten dann ebenfalls spezielle Softwareprogramme, um die optimale Leistung zu berechnen.

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