Karies, Parodontose, Zahnfleischentzündung und Mundgeruch – in der Plaque, dem Biofilm auf Zähnen und Zahnfleisch bilden sich die Bakterienkulturen, die für diese Schäden im Mund verantwortlich sind. Erfahren Sie, welche Maßnahmen zuverlässig gegen Zahnplaque helfen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Plaque Definition
  3. Wie entsteht Plaque?
  4. Zahnbelag mit Färbetabletten sichtbar machen
  5. Plaque entfernen und vorbeugen
  6. Schädliche Bakterien
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Zahnzusatzversicherung - Vergleich der Zahnversicherungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Plaque oder Biofilm ist der pelzig-weiche, weißlich-graue oder gelbliche Zahnbelag, der aus Nahrungsresten, Körperzellen und Speichel sowie zu 60 bis 80 Prozent aus Bakterien besteht.
  • Wird die Plaque nicht regelmäßig entfernt, bietet sie Bakterien einen gefährlichen Nährboden.
  • Färbetabletten können helfen, das Ausmaß und die von Plaque betroffenen Bereiche sichtbar zu machen.
  • Die tägliche Zahnreinigung – zweimal täglich mit der Zahnbürste und einmal pro Tag mit Zahnseide – können Sie mit regelmäßigen antibakteriellen Mundspüllösungen und zwei professionellen Zahnreinigungen pro Jahr unterstützen.

Plaque Definition

Plaque oder Biofilm ist der weiche, aber zähe, weißlich-graue oder gelbliche Zahnbelag, der Nahrungsreste, Körperzellen und Speichel enthält und einen idealen Nährboden für Mikrolebewesen bildet. Mit der Zunge ertastet, fühlt sich Plaque gegen die glatten Zahnflächen rau oder pelzig an.

Vorstufe ist die sogenannte Materia alba, der weiche Belag aus abgestorbenen Mundschleimhaut- und Blutzellen sowie Mikroorganismen. In Kolonien siedeln sich Bakterien, Pilze und Viren im Biofilm an. Gefährlich für die Zahngesundheit sind Bakterienarten wie Streptococcus mutans, die den in der Nahrung enthaltenen Zucker in Säuren umwandeln. Diese entmineralisieren den Zahn und greifen das Zahnfleisch an. Dann entstehen Karies oder Parodontitis.

Heißt es der oder die Plaque?

Laut Duden ist Plaque ausschließlich ein feminines Substantiv. Es heißt also die Plaque.

Verschiedene Plaques

Ebenfalls als Plaques werden in der Gefäßmedizin die Arteriosklerose-Ablagerungen aus Kalk, Blutfetten und anderen Blutbestandteilen an den Wänden der Arterien bezeichnet. Eine weitere medizinische Verwendung des Begriffs Plaque betrifft die Senile Plaques genannten Ablagerungen aus Beta-Amyloid, die sich bei Alzheimer-Erkrankungen in bestimmten Bereichen der grauen Hirnsubstanz wie Großhirnrinde und Amygdala anreichern.

Wie entsteht Plaque?

Der erste, initiale Biofilm, der sich nach dem gründlichen Zähneputzen bildet, ist Teil der gesunden Mundflora und noch nichts Schädliches. Er legt sich wie eine Schutzschicht aus Speichel mit Eiweißen und Mineralien über die Zähne und schützt vor Säureattacken, Mineralienverlust und Abrieb. Aus diesem initialen Biofilm entsteht durch die Anreicherung und Ansiedlung von Mikroorganismen die weiße, noch lose Materia alba, die noch leicht zu entfernen und abzuspülen ist. Daraus bildet sich durch die zunehmende Komplexität des Belags an schwer zugänglichen Bereichen mit reichen Nahrungsablagerungen die zähe, mikrobielle Plaque, die nicht mehr abgespült, sondern nur noch mit Zahnbürste oder Zahnseide entfernt werden kann.

Lagern sich mit der Zeit Mineralien aus dem Speichel in den Biofilm ein, so dass sich die Beläge verhärten und nicht mehr durch die normale Mundhygiene zuhause entfernt werden können, spricht man von Zahnstein.

Plaque – Zahnbelag mit Färbetabletten sichtbar machen

Um das Ausmaß und die von Plaque betroffenen Bereiche sichtbar zu machen, kann der Zahnbelag eingefärbt werden. Damit kann eine neue Putztechnik oder der Einsatz von Zahnseide sinnvoll vorbereitet werden.

Beispielsweise Färbetabletten mit Erythrosin machen Plaque sichtbar. Erythrosin ist als Lebensmittelfarbe zugelassen, enthält aber Iod in hoher Konzentration und steht unter Verdacht, bei Iodunverträglichkeit allergieausösend zu wirken.

Färbetabletten, die mit Brillantblau und Phloxin B oder Tetrachlortetrabromfluorescein sogar zwei Farbstoffe beinhalten, färben hartnäckige und frischere Beläge in verschiedenen Farben ein. Dadurch werden die für die Reinigung problematischsten und unzugänglichsten Stellen im Mund separat ausgewiesen.

In vielen Zahnarztpraxen besteht die Möglichkeit, Plaque-Zahnbelag mit einer Fluorescein-haltigen Lösung unter UV-Licht sichtbar zu machen. Die Farbstoffe Kristallviolett oder Fuchsin, die früher für Spüllösungen verwendet wurden, enthielten Amine, die sich als gesundheitsschädlich und bei häufiger Anwendung sogar krebserregend herausgestellt haben.

Plaque entfernen und vorbeugen

Neben der täglichen Mundhygiene können Mundspülungen und professionelle Zahnreinigungen Plaque entfernen sowie zur Vorbeugung beitragen, damit es schließlich nicht zu Kariesbildung, Parodontose und Zahnfleischentzündungen kommen kann.

  • Um Bakterienwachstum in der Zahnbürste zu hindern, spülen Sie die Bürste nach jeder Benutzung gründlich unterm Wasserstrahl aus und ersetzen Sie sie nach zwei Monaten durch eine neue Zahnbürste, um eine hygienische Zahnreinigung zu gewährleisten.
  • Vernwenden Sie fluoridhaltige Zahnpasta, damit der Zahnschmelz gestärkt werden kann. Dies trägt zur Kariesprävention bei.
  • Antibakterielle Mundspüllösungen wie Chlorhexidin können die Plaquebildung verlangsamen und den Zahnbelag reduzieren.
  • Eine professionelle Zahnreinigung sollte ein- bis zweimal im Jahr durchgeführt werden, da diese eine gründliche Entfernung der Beläge ermöglicht.
  • Verzichten Sie weitestgehend auf zuckerhaltige Getränke oder Nahrungsmittel, da dies das Bakterienwachstum im Mund begünstigt.
  • Unmittelbar nach einem süßen Snack sollten die Zähne gründlich geputzt werden.

Plaque Bakterien

Im Plaque-Zahnbelag finden Mikrolebewesen ideale Bedingungen und Schutz. 60 bis 80 Prozent des Biofilms bestehen aus Bakterien - bis zu tausend unterschiedliche Stämme finden sich im Zahnbelag. Wenn sie nicht regelmäßig durch Zahnhygienemaßnahmen dezimiert werden, setzt eine starke Vermehrung der Bakterien ein.

Dabei besteht der sogenannte supragingivale Zahnbelag auf Zahnfleisch und Zähnen bei regelmäßiger Beseitigung der Plaque aus "harmloseren" aeroben Bakterien, die Sauerstoff benötigen. Werden die Plaque-Bakterien längere Zeit nicht entfernt oder dringen sie in Zahnfleischtaschen ein (Subgingivaler Zahnbelag), bilden sich zunehmend die stärker Krankheiten wie Karies und Parodontose auslösenden anaeroben Bakterien.

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