Weiße oder braune Flecken, empfindliche Zähne oder Mundgeruch sind Warnzeichen für Karies, auch Zahnfäule genannt. Wie entsteht diese Krankheit, von der 94 Prozent aller Erwachsenen betroffen sind, und wie kann man sie verhindern?

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist Karies?
  3. Zahnhalskaries
  4. Ursachen
  5. Behandlung
  6. Karies vorbeugen
  7. Karies bei Kindern
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Zahnzusatzversicherung - Vergleich der Zahnversicherungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Karies wandeln Kariesbakterien Zucker in Säuren um, die die äußere Schicht der Zähne, den Zahnschmelz, angreifen.
  • Hauptursache für Karies ist ein zu hoher Zuckeranteil in der Nahrung in Kombination mit unzureichender Mundhygiene.
  • Zahnhalskaries tritt an der Schmelz-Wurzelzement-Grenze der Zähne auf, wo Zahnhälse durch altersbedingten Zahnfleischschwund oder durch falsches Zähneputzen freiliegen.
  • Die beste Vorbeugung gegen Karies ist also eine gute Mundhygiene und eine Reduzierung des Zuckerkonsums.

Was ist Karies?

Karies oder Zahnfäule entsteht durch die Zerstörung der Zahnhartsubstanz durch Bakterien, insbesondere der Bakterienart Streptococcus mutans, die im Zahnbelag (Plaque) oder auf Zahnstein lebt. Die Kariesbakterien wandeln durch ihren Stoffwechsel Zucker in Säuren um, die die äußere Schicht der Zähne, den Zahnschmelz, angreifen und entmineralisieren. Wird der Prozess nicht unterbrochen, baut sich die Substanz immer weiter ab und der Zahnschmelz wird immer brüchiger: Es entsteht als erste Zahnfäule-Stufe Initialkaries. In den folgenden Karies-Stadien gelangen Säure und Bakterien in das weichere Zahnbein oder Dentin, das unter dem Zahnschmelz liegt - und schnell ist ein Loch im Zahn entstanden.

Erreicht die Zahnfäule die Pulpa, das Zahnmark, kann sich die Zahnwurzel entzünden. Der Betroffene bekommt Zahnschmerzen.

Karies ist eine der weitverbreitetsten Erkrankungen weltweit, von der etwa 94 Prozent aller Erwachsenen betroffen sind.

Karies erkennen

Braune Stellen am Gebiss und Zahnschmerzen sind häufige Karies-Symptome. Allerdings ist dann die Karies auch schon weit vorgedrungen. Erste Karies-Anzeichen können sein:

  • weiße Flecken auf den Zähnen (nicht zu verwechseln mit Fluorose)
  • empfindliche Zähne bei süß, kalt oder heiß
  • Mundgeruch
  • gelockerte Füllungen
  • raue oder abbröckelnde Stellen am Zahn
  • geschwollene Lymphknoten

Aber Karies, gerade Interdentalkaries, also Zahnfäule zwischen den Zähnen, ist schwer zu erkennen, klären Sie daher im Zweifelsfall Karies-Symptome mit Ihrem Zahnarzt ab und nehmen Sie zweimal pro Jahr Vorsorgetermine wahr. Früherkennung lohnt sich, denn ist die Zahnfäule erst fortgeschritten, kann Karies Schmerzen an den Zahnnerven verursachen.

Karies oder Verfärbung

Farbstoffe in Genuss-, Nahrungs- oder Nahrungsergänzungsmitteln wie Zigarettenrauch, Rotwein, Tee, Kaffee oder Eisenpräparaten können die Zähne verfärben. Der Zahnschmelz wird dann meist gleichmäßig dunkler, der ganze Zahn oder das gesamte Gebiss ist davon betroffen. Treten einzelne braune oder weiße Flecken auf den Zähnen auf, ist jedoch häufig Karies die Ursache. Putzen Sie sich gründlich die Zähne. Wenn die Flecken weiterhin vorhanden sind, handelt es sich meistens um eingefärbten Zahnstein oder Karies – sehr selten können auch Medikamente wie Antibiotika die Ursache für braune Flecken sein. Machen Sie möglichst schnell einen Termin beim Zahnarzt aus. Die Diagnose Zahnstein ist übrigens keine echte Entwarnung, da auf Zahnstein Kariesbakterien in großer Zahl leben.

Zahnhalskaries

Zahnhalskaries ist eine spezielle Form von Karies an der Schmelz-Wurzelzement-Grenze der Zähne. Meistens tritt Zahnhalskaries (auch Wurzelkaries genannt) an freiliegenden Zahnhälsen auf, die durch altersbedingten Zahnfleischschwund oder durch falsches Zähneputzen entstanden sind. Da die Zahnhälse im Gegensatz zu den Zahnkronen nicht durch den harten Zahnschmelz geschützt sind, kann die Zahnfäule hier rasch fortschreiten und die Zähne schnell massiv schädigen. Im Nu verursacht die Karies Schmerzen, weil schnell auch die Wurzel angegriffen wird.

Bei der Behandlung durch den Zahnarzt muss der ausgebohrte Zahnhals mit Spezialfüllungen wie Glasionomerzement versiegelt werden.

Karies: Ursachen

Hauptursache für Karies ist ein zu hoher Zuckeranteil in Nahrung und Getränken, der eine massenhafte Verbreitung der Kariesbakterien Streptococcus mutans in der Mundflora besonders im Zahnbelag begünstigen. In Kombination mit nicht ausreichender Mundhygiene greifen Säuren – als Abfallprodukt der Verarbeitung von Zucker durch die Bakterien – den Zahnschmelz an und verursachen Karies.

Karies: Behandlung

Die Behebung von Kariesschäden macht den größten Anteil der Kosten für zahnmedizinische Behandlungen aus. Erwachsene im Alter von 35 bis 44 Jahren haben durchschnittliche 15 kariöse oder aufgrund von Karies behandelte oder entfernte Zähne im Mund.

Wichtig ist, Karies früh zu erkennen, denn in frühen Karies-Stadien muss nur wenig oder keine Zahnsubstanz entfernt werden. Ist bereits ein Loch im Zahn entstanden, muss das kariöse Material entfernt und ersetzt werden. Karies entfernen kann nur der Zahnarzt, Karies selbst zu behandeln ist nur als Vorbeugung möglich.

Karies behandeln: frühe Karies-Stadien

Bei Initialkaries, also Karies im Frühstadium, reicht es häufig aus, dass der Zahnarzt den Zahnbelag professionell entfernt und die kleinen weißen oder braunen Stellen auf den Zähnen mit fluoridhaltigen Lacken oder Gels behandelt, um wieder verstärkt Mineralien in die Zähne einzulagern. Verbesserte Zahnpflege mit fluoridhaltiger Zahnpasta und eine Einschränkung des Zuckerkonsums können diese frühe Karies-Behandlung als Prophylaxe unterstützen.

Bei einer neuentwickelten Behandlungsmethode für frühe Karies-Stadien werden poröse Zahnbereiche vom Zahnarzt mit flüssigem Kunststoff aufgefüllt. Der ausgehärtete Kunststoff soll die Kariesbakterien abblocken und verhindern, dass die Karies fortschreitet. Zum Erfolg der Methode müssen noch aussagekräftige Langzeitstudien abgewartet werden.

Karies behandeln: fortgeschrittene Karies-Stadien

Das Problem bei fortgeschrittener Karies: Heilen kann man sie nicht. Bei einem Loch im Zahn oder gar Karies unter der Krone/Füllung müssen die faulen Stellen ausgebohrt und gesäubert werden. Im Anschluss wird der Zahn mit einer Füllung aus Kunststoff, Amalgam, Keramik oder einer Goldlegierung wieder verschlossen. Muss viel Zahnsubstanz entfernt werden, wird der Zahn unter Umständen mit einer Krone oder Teilkrone versiegelt. Ist der Zahnnerv bereits angegriffen, kann eine Wurzelbehandlung notwendig werden.

Es ist wichtig, dass die gesamte kariöse Substanz bei der Behandlung entfernt wird, bevor der Zahn wieder aufgebaut wird, damit nicht Karies unter Krone/Füllung zurückbleibt und der Zahn unentdeckt weiter fault.

Karies vorbeugen

Ihr Verbündeter im Kampf gegen Karies ist der Speichel. Durch ständiges Umspülen der Zähne mit Mineralien sorgt er dafür, dass der Zahnschmelz permanent remineralisiert wird und kleinere Schäden ausgeglichen werden. Häufiger Zuckerkonsum stört diesen Prozess dadurch, dass Bakterien aus Zucker ständig Säuren produzieren. Werden die Bakterien mindestens zweimal am Tag mit dem Zahnbelag weggeputzt, halten sich ihre Zahl und ihre Angriffe auf die Zähne in Grenzen. Die beste Prophylaxe gegen Karies ist also eine gute Mundhygiene und eine Reduzierung des Zuckerkonsums.

  • Putzen Sie zweimal täglich für wenigstens zwei Minuten gründlich, aber sanft die Zähne, ohne die Zahnhälse freizulegen. Verwenden Sie dafür eine Zahnbürste mit eher kleinem Kopf, damit Sie überall hinkommen, und eine fluoridhaltige Zahnpasta.
  • Ultraschallzahnbürsten mit Spezialzahnpasta reinigen dabei noch effektiver und können sogar Zahnstein lösen.
  • Reinigen Sie einmal täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide.
  • Eventuell können Sie diese Mundhygiene durch antibakterielle Mundspüllösungen unterstützen.
  • Zweimal pro Jahr eine professionelle Zahnreinigung vornehmen lassen.
  • Reduzieren Sie Ihren Zuckerkonsum beziehungsweise beschränken Sie Ihre "Naschzeit" für Süßes auf einmal am Tag und reinigen sich anschließend die Zähne.

Karies bei Kindern

Bei Kindern und Jugendlichen ist Karies seit den 1980er Jahren deutlich zurückgegangen. Zwölfjährige haben heute durchschnittlich weniger als einen kariösen Zahn im Mund, in den 80ern waren es noch sieben erkrankte Zähne. Die Fortschritte verdanken sich wohl einer weitverbreiteten Fluorid-Prophylaxe für Kinder, die den Zahnschmelz härtet. Trotz dieser Erfolge ist Karies bei Kindern noch zu weit verbreitet: 20 Prozent aller Dreijährigen sind bereits von Karies betroffen.

Dabei können einfache Maßnahmen bei Kindern große Wirkung erzielen. Während strenge Putzregeln wie "nach Süßem oder jedem Essen Zähne putzen" und ein völliges Verbot von Süßigkeiten schwer umzusetzen und letztlich unnötig sind, reicht – wie bei Erwachsenen – zweimaliges Zähneputzen am Tag und eine Beschränkung des Zuckerkonsums aus, um Kinderzähne kariesfrei zu halten.

  • Möglichst mit dem ersten Zahn mit dem Zähneputzen beginnen.
  • Morgens nach dem Frühstück und abends nach dem Abendessen Zähne putzen
  • Faustregel: Bis das Kind schreiben kann, sollten die Eltern seine Zähne putzen.
  • 16 Stunden zuckerfreie Zeit sind ideal, damit der Speichel Kinderzähne regenerieren kann. Zwölf Stunden über Nacht und vier Stunden nach dem Frühstück bis zur nächsten Mahlzeit. Karotten, Äpfel oder Vollkornbrot als Snack sind erlaubt.
  • Viele kleine Zuckerportionen lösen jedes Mal Säureattacken aus – lieber die Süßigkeiten-Ration für den Tag auf einmal essen als verteilt.
  • Zahnarztbesuche einüben

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