Gerade Zähne ohne Zahnspange

Menschen mit einer Fehlstellung fragen sich, ob gerade Zähne auch ohne Zahnspange möglich sind. Glücklicherweise gibt es einige Methoden, mit denen sich eine nicht ganz perfekte Zahnreihe begradigen lässt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Alternativen zur Zahnspange
  3. Kosten
  4. Lohnt sich der Aufwand?
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Zahnzusatzversicherung - Vergleich der Zahnversicherungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Zu den bekanntesten Alternativen zur Zahnspange gehören Aligner, Lingualspangen, die Gaumennahterweiterung sowie Retainer.
  • Welche Methoden sich im individuellen Fall zur Begradigung der Zähne anbieten, kann ausschließlich ein Facharzt aufzeigen.
  • Gesetzliche Krankenkassen gewährleisten nur die Regelversorgung. Eine Zahnzusatzversicherung kann sich daher lohnen.

Gerade Zähne: Alternativen zur Zahnspange

Um herauszufinden, welche alternativen Behandlungsmethoden zur Begradigung von Zähnen zur Verfügung stehen, ist eine Untersuchung durch einen Kieferorthopäden unabdingbar. Wer sich für eine der Alternativen interessiert, sollte sich im Vorhinein überlegen, was ihn genau stört beziehungsweise welche Schönheitsmakel behoben werden sollen. Nachdem der Arzt erfahren hat, worauf die Behandlung abzielen soll, verschafft er sich ein umfassendes Bild von den Zähnen und dem Kiefer des Patienten. Dazu erstellt er einen Abdruck und fertigt ein Röntgenbild an.

Der Kieferorthopäde erkennt, welche alternativen Behandlungsansätze infrage kommen. Allerdings ist es nicht immer sinnvoll, die Zähne ohne Zahnspange zu begradigen. Hierbei sollten Patienten unbedingt auf den behandelnden Arzt hören, sie können sich jedoch eine zweite Meinung einholen. Grundsätzlich stehen zahlreiche Möglichkeiten als Alternative zur Verfügung. Zu den häufigsten durchgeführten Behandlungen gehören:

  • Aligner
  • Lingualspangen
  • Gaumennahterweiterung
  • Retainer

Aligner

Aligner sind Schienen, die auf die Zahnreihen aufgesetzt werden und die Zähne sanft geraderücken. Für gewöhnlich erstellt der Arzt mithilfe einer Software einen individuellen Behandlungsplan für seinen Patienten. Dieser trägt jede Gebissschiene für einen bestimmten Zeitraum (meist zwei Wochen). Da Aligner herausnehmbar sind, lassen sie sich sehr leicht reinigen und schränken auch die Mundhygiene nicht ein. Zudem sind die transparenten Schienen relativ unauffällig. Die Behandlung dauert in der Regel 10 bis 24 Monate.

Lingualspangen

Lingualspangen ähneln klassischen Zahnspangen auf. Auch hier korrigieren Drähte die Zahnstellung. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass Lingualspangen an die Innenseite der Zähne gesetzt werden. Zu den größten Vorteilen der Spangen gehört, dass sie nicht sichtbar sind. Allerdings dauert es meist einige Zeit, bis die Patienten mit dem Fremdkörper im Mund zurechtkommen. So treten beispielsweise bei einigen von ihnen zu Beginn Sprachstörungen wie Lispeln auf. Der Behandlungszeitraum beträgt in Abhängigkeit von der Schwere der Fehlstellung 6 bis 24 Monate.

Gaumennahterweiterung

Eine Gaumennahterweiterung beziehungsweise eine forcierte Gaumennahtsprengung dient der Weitung des Oberkiefers und eignet sich insbesondere für Jugendliche unter 15 Jahren. Bei dieser Behandlungsmethode handelt es sich um eine Schraubvorrichtung mit Bändern an den Zähnen. Sie sorgen dafür, dass sich der Kiefer allmählich weitet.

Retainer

Eine weitere Option für gerade Zähne ohne Zahnspange stellen die sogenannten Retainer dar. Sie eignen sich für jede Altersgruppe, sind jedoch eher bei minimalen Zahnfehlstellungen zu empfehlen. Es gibt sowohl feste Retainer als auch herausnehmbare. Von ihrem Erscheinungsbild her ähneln sie gewöhnlichen Zahnspangen. Häufig kommt ein Retainer auch zum Einsatz, um nach einer kieferorthopädischen Behandlung die neue Position der Zähne zu stabilisieren.

Gerade Zähne ohne Zahnspange: Kosten

Welche Kosten für den Patienten anfallen, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend ist, ob die Krankenkasse beziehungsweise die private Zahnzusatzversicherung etwas dazuzahlt. Generell rechnen Kieferorthopäden privat zu tragende Kosten gemäß der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) ab, die für jede Leistung einen verbindlichen Kostenrahmen vorsieht. Im Wesentlichen bedingen sowohl die Art der Behandlung als auch die Therapiedauer, wie teuer die Begradigung der Zähne wird. Zwar sind Kieferorthopäden an die Gebührenordnung gebunden, sie haben jedoch einen gewissen Spielraum. Daher können die Preisunterschiede relativ groß sein. Es lohnt sich, die verschiedenen Behandlungsmethoden hinsichtlich ihrer Kosten zu vergleichen:

  • Aligner: etwa 2.000 bis 6.000 Euro
  • Lingualspange: etwa 3.000 bis 8.000 Euro
  • Gaumennahterweiterung: etwa 500 bis 1.000 Euro (Kinder), bis 5.000 Euro bei Operation (Erwachsene)
  • Retainer: etwa 200 bis 500 Euro

Welchen Anteil zahlt die Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) kommt lediglich für die Regelversorgung auf. So zahlt die Krankenkasse nur unter der Bedingung, dass eine Behandlung aus medizinischer Sicht notwendig ist. Im Bereich der Zahnfehlstellungen gibt es fünf Schweregrade. Damit die gesetzliche Kasse die Kosten übernimmt, muss ein Patient vom Arzt mindestens in die kieferorthopädische Indikationsgruppe 3 (KIG 3) eingestuft werden, was einer ausgeprägten Fehlstellung entspricht. Darüber hinaus trägt die Versicherung lediglich für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren die Kosten.

Die Kosten für Aligner und Lingualspangen übernehmen gesetzliche Krankenkassen für gewöhnlich nicht. Schließlich besteht im Normalfall keine medizinische Notwendigkeit, auf eine solche alternative Behandlungsmethode zurückzugreifen. Die Gaumennahterweiterung übernehmen die Kassen dagegen ebenso wie Retainer für den Unterkiefer. Im Leistungsumfang privater Krankenkassen lassen sich alle diese Alternativen jedoch häufig finden.

Lohnen sich die Alternativen zur Zahnspange?

Verglichen mit einer herausnehmbaren oder festen Zahnspange ist der Nutzen alternativer Behandlungsmethoden aus medizinischer Sicht begrenzt. So eignen sich Aligner beispielsweise lediglich bei leichten bis mittelschweren Zahnfehlstellungen. Lingualspangen dienen häufig vor allem zur ästhetischen Korrektur und Retainer eher der Stabilisation als der Begradigung von Fehlstellungen. Wer gerade Zähne ohne Zahnspange möchte, muss zudem mit höheren Kosten rechnen.

Welche Behandlungsmethode sich am ehesten anbietet, kann letztlich nur die Beratung durch einen Kieferorthopäden aufzeigen. Dieser erörtert nach der Untersuchung Ihres Zahnapparates, welche Therapieansätze möglich sind und welche Methoden am sinnvollsten erscheinen.

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