Wie beim Menschen gilt Leishmaniose auch beim Hund vorrangig als Reisekrankheit. Trotzdem sind nicht wenige Hunde auch in Deutschland infiziert – Schätzungen zufolge gibt es hierzulande etwa 100.000 Tiere, die erkrankt sind. Während Leishmaniose ohne Therapie zum Tod des Hundes führt, können Vierbeiner mit der passenden Behandlung inzwischen ein größtenteils symptomfreies Leben führen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist Leishmaniose?
  3. Symptome
  4. Infektionswege
  5. Behandlung
  6. Ist Leishmaniose vom Hund auf den Menschen übertragbar?
  7. Vorbeugung
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Tierhalterhaftpflicht vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, deren Überträger die Leishmanien (einzellige Parasiten) sind, die Mücken als Zwischenwirte nutzen.
  • Zu den Symptomen, die am häufigsten auftreten, zählen Erschöpfungserscheinungen, angeschwollene Lymphgefäße und Hautentzündungen.
  • Beginnt die Behandlung mit Medikamenten bereits im Frühstadium der Erkrankung, verläuft das weitere Leben des Hundes oftmals symptomfrei.
  • Um Vierbeiner vor einer Infektion zu schützen, gibt es spezielle Halsbänder, Spot-on-Präparate sowie die Leishmaniose-Impfung.

Was ist Leishmaniose?

Bei Leishmaniose – auch bekannt unter den Bezeichnungen Leishmaniasis, Kala-Azar und Orient-, Bagdad- sowie Aleppobeule – handelt es sich um eine tropische Infektionskrankheit, die weltweit auftritt und auf die sogenannten Leishmanien zurückgeht. Diese einzelligen Parasiten nutzen Sandmücken als Zwischenwirte, bevor sie auf Hunde (aber auch Menschen) überspringen.

Sandmücken kommen sowohl in Mittel- und Südamerika als auch im Nahen Osten, in Südostasien sowie in Südeuropa vor. Allerdings weitete sich der Lebensraum der Insekten aufgrund des Klimawandels in den letzten Jahren immer weiter nach Norden aus. Demzufolge besteht die Gefahr einer Infektion mit Leishmaniose auch außerhalb der oben genannten Regionen, wenngleich das Erkrankungsrisiko dort geringer ist. Selbst in der Bundesrepublik gibt es bereits regional begrenzte Populationen der Sandmücke (beispielsweise entlang des Rheingrabens).

Symptome einer Leishmaniose

Leishmaniose stellt eine komplexe Erkrankung dar, die zu verschiedenen Beschwerden führen kann. Oft fällt den Haltern des Vierbeiners zunächst auf, dass ihr Hund erschöpft wirkt. Zu den häufigsten Symptomen gehören außerdem stark angeschwollene Lymphgefäße und Hautentzündungen (Dermatitis). Weniger oft zeigen sich Anzeichen wie:

  • Gewichtsverlust und Appetitslosigkeit
  • Starkes Krallenwachstum mit Entzündung des Krallenbetts
  • Haarausfall
  • Blutige oder schuppende Ekzeme
  • Bindehautentzündung
  • Niereninsuffizienz (Fehlfunktion der Niere)
  • Trägheit
  • Zahnfleisch- und Nasenbluten
  • Durchfall

Infektionswege

In der Regel infizieren sich Hunde über einen Stich der Sandmücke mit Leishmaniose. Die Insekten stecken sich wiederum bei bereits infizierten Tieren an. Im Organismus der Mücke vermehren sich die Parasiten. Sticht das Insekt das nächste Mal bei einem Säugetier zu, überträgt es die Erreger.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass sich der Hund durch eine Bluttransfusion mit Leishmaniose ansteckt. Auch eine Übertragung von einem infizierten auf einen gesunden Vierbeiner ist möglich – allerdings nur, wenn der Hund eine offene Hautverletzung hat und mit dieser Geschwüre oder Fisteln des anderen Tieres berührt. Darüber hinaus stecken sich 75 Prozent der Welpen bereits im Mutterleib an, wenn die werfende Hündin Leishmaniose hat.

Die Behandlung von Leishmaniose

Bei Leishmaniose gilt: Je früher der Halter oder ein Tierarzt die Erkrankung erkennt, desto besser stehen die Chancen auf einen Behandlungserfolg. Daher sollten Hundebesitzer möglichst zeitnah eine Tierarztpraxis aufsuchen, wenn sie entsprechende Symptome bei ihrem Vierbeiner feststellen. Für eine Therapie stehen verschiedene Arzneien zur Verfügung, die zu einer Verbesserung der Symptome beitragen. Allerdings lässt sich der Erreger auch mit diesen Medikamenten nie vollständig abtöten.

Da die Arzneimittel über einen Zeitraum von mehreren Monaten verabreicht werden müssen, ist die Behandlung recht teuer. Verbessert sich der Gesundheitszustand des Hundes, setzt der Arzt die Medikamente ab. Trotzdem müssen Tierhalter das Blut des Vierbeiners regelmäßig untersuchen lassen. Bei einem erneuten Leishmaniose-Ausbruch ist es erforderlich, die Behandlung erneut aufzunehmen.

Welche Auswirkungen hat Leishmaniose auf die Lebenserwartung des Hundes?

Ohne Behandlung stirbt der Vierbeiner innerhalb von einem bis drei Jahren. Beginnt die Therapie dagegen frühzeitig, kann der an Leishmaniose erkrankte Hund trotzdem ein hohes Lebensalter erreichen. Startet die Behandlung jedoch erst im fortgeschrittenen Verlauf der Erkrankung, verringert sich die Chance auf einen positiven Verlauf.

Ist Leishmaniose vom Hund auf den Menschen übertragbar?

Grundsätzlich können sich auch Menschen bei einem infizierten Hund anstecken, allerdings nur unter bestimmten Gegebenheiten. Eine Übertragung ist lediglich möglich, wenn eine Person mit einer offenen Wunde das Tier an einer offenen Hautstelle oder an einem Geschwür berührt.

Vorbeugung

Wer mit seinem Hund Urlaub in einem Gebiet macht, in dem Leishmanien vorkommen, sollte das Haustier vor der Krankheit schützen. Dazu bieten sich beispielsweise sogenannte Projektor-Halsbänder an. Diese geben einen Duftstoff ab, der Mücken davon abhält, zuzustechen. Zusätzlich existieren sogenannte Spot-on-Präparate, die nach einem ähnlichen Prinzip wie Anti-Mücken-Sprays funktionieren.

Den Hund gegen Leishmaniose impfen

Seit 2011 gibt es einen europaweit zugelassenen Impfstoff, der in über 90 Prozent der Fälle verhindert, dass die Krankheit ausbricht. Eine Impfung ist möglich, sobald der Hund den sechsten Lebensmonat erreicht hat. Im Vorhinein muss der Tierarzt jedoch durch eine Blutuntersuchung sicherstellen, dass sich der Vierbeiner nicht bereits angesteckt hat. Nach der ersten Injektion erfolgen im Abstand von jeweils drei Wochen zwei weitere Impfungen. Danach genügt es, den Schutz jährlich aufzufrischen.

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