Der Hundeführerschein weist nach, dass der Hundehalter sowohl praktisch wie auch theoretisch in der Lage ist, einen Hund zu halten. Der Hundeführerschein ist nicht automatisch mit dem Sachkundenachweis gleichzusetzen. Diesen Nachweis brauchen in manchen Ländern Halter sogenannter Listenhunde. Mit dem Hundeführerschein kann aber – je nach Bundesland – der Sachkundenachweis erbracht werden. Eine einheitliche bundesweite Regelung existiert leider für den Hundeführerschein nicht.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist der Hundeführerschein?
  3. Hundeführerschein ablegen
  4. Ablauf
  5. Ist der Hundeführerschein Pflicht?
  6. Kosten
  7. Hundeführerschein-Apps
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Die Tierhalterhaftpflicht schuetzt Sie und Ihre Vierbeiner!

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Prüfung für den Hundeführerschein beinhaltet Sachkunde des Halters, Unterordnung des Hundes und Sozialverhalten des Hundes und seines Halters.
  • Es gibt keine einheitliche Prüfungsordnung für den Hundeführerschein.
  • Der Hundeführerschein ist bislang nur in Berlin Pflicht, wenn ein Halter sein Tier ohne Leine laufen lassen möchte.
  • Der Hundeführerschein wird auch als Ersatz für die Sachkundeprüfung und den Wesenstest bei der Haltung von Listenhunden anerkannt.

Was ist der Hundeführerschein?

Der Hundeführerschein dokumentiert, dass der Hundehalter weiß, wie er das Verhalten seines Hundes interpretieren muss und wie er ihn erziehen kann. Außerdem belegt er, dass der Halter das Tier im Rahmen der praktischen Prüfung jederzeit unter Kontrolle hat.

Wo mache ich den Hundeführerschein?

Für den Hundeführerschein gibt es ein Spektrum an Verbänden und Organisationen, welche die Vorbereitung und die Prüfung ermöglichen. Dazu zählen:

  • Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV)
  • Berufsverband zertifizierter Hundetrainer (BVZ)
  • Dachverband für Haustierverhaltensberatung in Europa (DHVE)
  • Dehra-Zentrum für Hund und Halter
  • Internationalen Berufsverband der Hundetrainer und Hundeunternehmer (IBH)
  • Verband für das deutsche Hundewesen (VDH)
  • Interessengemeinschaft unabhängiger Hundeschulen (IG Hundeschulen)
  • Tierärztliche Arbeitsgemeinschaft für Hundehaltung

Wie mache ich den Hundeführerschein?

Im ersten Schritt kommt die Theorie. Diese vermittelt die Kenntnisse über die Hundehaltung, die Ausbildung von Hunden und den Umgang mit Hunden. Die Theoriekenntnisse eignen sich Hundehalter im Selbststudium an, die Prüfung beim jeweiligen Verband erfolgt auf der Grundlage eines Multiple-Choice-Tests.

Nach bestandenem Theorietest folgt die Gehorsamsprüfung. Der Halter muss seinen Hund jederzeit unter Kontrolle haben. Im Rahmen der Vorbereitung auf die Prüfung werden die Tiere in den wichtigsten Unterordnungssituationen trainiert. Was etwas überspannt klingt, bedeutet nichts anderes, als der Hund lernt, Kommandos wie "Sitz", "Platz" oder "bei Fuß" zu befolgen.

Im dritten Teil der Prüfung für den Hundeführerschein wird die soziale Verträglichkeit des Tieres durch den Trainer analysiert. Wichtig ist hier, dass der Hund auch in Stresssituationen, beispielsweise in einer vollen Fußgängerzone, keine Aggressionen oder ein auffälliges Verhalten zeigt, respektive von seinem Halter sofort wieder kontrolliert werden kann. Es wird allerdings nicht nur der Hund betrachtet, sondern auch, wie sich der Halter in der Öffentlichkeit mit seinem Hund gibt. Gefordert ist beispielsweise Rücksichtnahme gegenüber anderen Passanten oder Hundehaltern.

Wurden alle drei Tests bestanden, erhält der Hundehalter den Hundeführerschein.

Wichtig: Der Hundeführerschein ist nicht mit dem Sachkundenachweis gleichzusetzen, den einige Bundesländer für die Haltung sogenannter Listenhunde (umgangssprachlich: Kampfhunde) verlangen. Er wird aber, abhängig vom jeweiligen Bundesland, dem Sachkundenachweis gleichgestellt.

Gibt es ein Mindestalter?

In der Regel kann ein Hundehalter die Prüfung für den Hundeführerschein ab dem 16. Lebensjahr ablegen. Damit der Hund für die Prüfung zugelassen wird, muss er zum einen alle erforderlichen Impfungen aufweisen und gechippt sein. Dazu kommt der Nachweis einer Hundehalterhaftpflicht.

Ist der Hundeführerschein Pflicht?

Der Hundeführerschein ist keine Pflicht, aber: Wer beispielsweise in Berlin seinen Hund ohne Leine laufen lassen möchte, muss einen Hundeführerschein (HFS) vorweisen. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland völlig unterschiedlich, hier eine Auflistung:

  • Baden-Württemberg: Hundeführerschein keine Pflicht. Es gibt Regelungen zur Leinenpflicht.
  • Bayern: Keine Pflicht. Es gibt Regelungen zur Leinenpflicht.
  • Berlin: Hunde müssen seit 1. Januar 2019 im gesamten Stadtgebiet angeleint sein, Ausnahme: der Halter hat den Hundeführerschein.
  • Brandenburg: Keine Pflicht, teilweise Regelungen zur Leinenpflicht.
  • Bremen: Keine Pflicht. Vom 15. März bis zum 15. Juli müssen Hunde außerhalb des bebauten Stadtgebietes angeleint werden.
  • Hamburg: Keine Pflicht, es gilt jedoch in ganz Hamburg eine allgemeine Anleinpflicht.
  • Hessen: Keine Pflicht. Es gibt Regelungen zur Leinenpflicht.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Keine Pflicht.
  • Niedersachsen: Jeder Hundehalter muss eine Sachkundeprüfung ablegen.
  • Nordrhein-Westfalen: Keine Pflicht. Sachkundenachweis für die Haltung von Listenhunden.
  • Rheinland-Pfalz: Keine Pflicht. Es gibt Regelungen zur Leinenpflicht.
  • Saarland: Es gibt verschiedene Regelungen zu Leinenpflicht. Zum Beispiel dürfen laut Jagdgesetz Hunde vom 1. März bis 30. Juni in der Natur nicht ungeleint laufen.
  • Sachsen: Keine Pflicht. Sachkundenachweis für die Haltung von Listenhunden.
  • Sachsen-Anhalt: Keine Pflicht. Sachkundenachweis für die Haltung von Listenhunden.
  • Schleswig-Holstein: Keine Pflicht. Sachkundenachweis für die Haltung von Listenhunden.
  • Thüringen: Keine Pflicht.

Wie hoch sind die Bußgelder bei Verstoß?

Verstößt ein Hundehalter gegen die Leinenpflicht, muss er mit einem Bußgeld rechnen. Die Höhe des Bußgeldes ist jedoch Sache der jeweiligen Gemeinde oder Kommune, welche die teilweise sehr individuellen Richtlinien aufstellt. Eine pauschale Aussage ist daher nicht möglich.

Was kostet der Hundeführerschein?

Die Kosten für den Hundeführerschein variieren von Anbieter zu Anbieter. Sie sind allerdings recht überschaubar. Für den Sachkundeunterricht fallen ca. 75 Euro zuzüglich 15 Euro für das Lehrmaterial an. Die eigentliche Prüfungsgebühr schlägt noch einmal mit circa 25 Euro zu Buche. Es lohnt sich, die Konditionen der einzelnen Anbieter im Vorfeld zu vergleichen.

Vorbereitung auf den Hundeführerschein per App

Apps nehmen immer mehr Raum im Bereich Ausbildung und Wissen ein. Wer sich mittels Smartphone oder Tablet auf den Hundeführerschein vorbereiten möchte, findet bei Google Play beispielsweise gleich zwei kostenlose Apps, die alle wichtigen Prüfungsinhalte vermitteln.

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