Zeckenbiss beim Hund: Das ist jetzt zu tun

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Mit dem Frühjahr und dem wieder wachsenden Gras kommt auch die Zeit, in der Hunde von Zecken befallen werden. Wie man Zecken am besten vorbeugen kann – daran scheiden sich die Geister. Eindeutig sind aber die Aussagen darüber, wie man vorgehen muss, wenn sich das Ungeziefer erst einmal festgesetzt hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zeckenzangen erleichtern das Entfernen einer Zecke erheblich.
  • Gerade für das Entfernen extrem kleiner Zecken haben sich Lupenpinzetten bewährt.
  • Grundsätzlich gilt, die Zecke gegen den Uhrzeigersinn aus der Haut des Hundes „herauszudrehen“.
  • Bleiben Reste der Zecke in der Haut stecken, handelt es sich nicht um den „Kopf“ der Zecke, sondern um ihre Beißwerkzeuge.

Zecken beim Hund entfernen – am besten mit der Zeckenzange

Je nachdem, wo sich das Ungeziefer festgesetzt hat, fällt es mehr oder weniger leicht, die Zecke mit den Fingern zu entfernen. Die Zecke mit Daumen und Zeigefinger greifen und dann gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen: Was so einfach klingt, wird zum einen schwierig, wenn die Zecke sich frisch eingenistet hat und kaum zu greifen ist. Es wird umso schwerer, wenn sie beispielsweise am Augenlid des Hundes sitzt. Kaum ein Hund lässt sich gerne an die Augen greifen.

Eine Zeckenzange kostet wenig. Sie hilft, einige Probleme beim Entfernen der Zecke zu umgehen. Zum einen lassen sich auch kleine Zecken damit greifen. Der Hundehalter muss also nicht zusehen und abwarten, bis die Zecke eine Größe erreicht hat, die es ermöglicht, sie einfach mit den Fingern zu greifen. Zum anderen fällt es mit einer Zeckenzange leichter, auch bei kritischen Körperstellen des Hundes zuzugreifen. Zeckenzangen bieten noch einen dritten, fast noch entscheidenderen Vorteil: Sie verhindern fast immer, dass der Kopf der Zecke abreißt und stecken bleibt.

Zecke beim Hund nicht ganz entfernt – der Kopf steckt fest?

Die Problematik, dass der Kopf der Zecke abgerissen ist und stecken blieb, dürfte fast jedem Hundehalter schon einmal passiert sein. Hier müssen wir aber etwas klarstellen. Zecken zählen zur Gruppe der Milben. Milben sind Kopffüßler, was wiederum bedeutet, dass sie keinen gesonderten Kopf haben. Verbleibt nach dem Entfernen ein dunkler Punkt in der Haut, ist dies nicht der Kopf der Zecke, sondern lediglich deren Beißwerkzeuge, die in der Epidermis hängen blieben. Theoretisch ist es nicht weiter dramatisch. Die Gefahr geht allerdings von verschiedenen Bakterien aus, die übertragen werden können. Die bekanntesten sind Borrelien, eine Bakterienart, die eben von Zecken übertragen wird. Gelangen diese ins Blut, kann die sogenannte Borreliose auftreten. Was sollte man also tun, wenn Teile der Zecke in der Haut des Hundes verblieben sind?

Zunächst empfiehlt es sich, die Bisswunde zu desinfizieren. Mit einer Lupenpinzette kann der Hundehalter jetzt versuchen, die verbliebenen Teile selbst zu entfernen. Gelingt ihm dies nicht, ist ein Besuch beim Tierarzt die beste Lösung. Neben Borrelien übertragen Zecken auch Krankheiten wie Anaplasmose, Babesiose und die Viruserkrankung FSME.

Was kann man im Vorfeld gegen Zecken tun?

Die Prophylaxe gegen Zeckenbisse kennt viele Ansätze. Nach wie vor sind Zeckenhalsbänder weit verbreitet, die für einen gewissen Zeitraum Schutz vor Zeckenbefall geben sollen. Der Vorteil eines solchen Halsbandes liegt darin, dass es auch gegen anderes Ungeziefer wie Flöhe abwehrend wirkt. Allerdings finden die Wirkstoffe teilweise nicht überall Anklang. Viele Hundehalter schrecken davor zurück, ihren Hund den Nervengiften Diazinon oder Propoxur auszusetzen. Zeckenhalsbänder mit natürlichen Stoffen wie Rosmarinextrakt gelten als ungefährlich für die Vierbeiner.

Tierärzte verschreiben Tropfen, die am Hals in das Fell gegeben und dann Richtung der Rute im Fell verteilt werden.

Wie welcher Hund auf welche Variante anspricht, muss jeder Halter letztendlich selbst austesten.