Old English Bulldog: ein Listenhund?

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Gelten Tiere der Rasse Old English Bulldog als Listenhund? Diese Frage stellen sich nicht nur viele Hundehalter. Auch Gerichte und Behörden haben sich schon mehrfach mit dem Thema auseinandergesetzt. Da der Old English Bulldog auch in Deutschland bisher nicht als eigenständige Hunderasse zählt, hängen richterliche Entscheidungen vom Einzelfall ab. Alle wichtigen Informationen zu Old English Bulldogs erhalten Sie in diesem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Old English Bulldogge ist eine Rückzüchtung aus der Englischen Bulldogge, dem Bullmastiff, dem American Bulldog und dem Pitbull Terrier.
  • Tiere der Rasse Old English Bulldog sind keine Listenhunde, können jedoch aufgrund ihres Phänotyps trotzdem als gefährlich eingeschätzt werden.
  • Old English Bulldogs gelten als intelligent sowie menschenfreundlich und benötigen viel Bewegung sowie Zuwendung.
  • Für Halter eines Old English Bulldog lohnt es sich, eine Tierhaftpflicht abzuschließen, wozu in einigen Bundesländern auch eine Verpflichtung besteht.

Was ist ein Old English Bulldog?

Der Old English Bulldog beziehungsweise die Olde English Bulldogge (so die deutsche Bezeichnung) stellt eine eigenständige Hunderasse dar. Diese ist das Ergebnis einer Rückzüchtung aus der Englischen Bulldogge (1/2), dem Bullmastiff, dem American Bulldog und dem Pitbull Terrier (jeweils 1/6). Im Allgemeinen handelt es sich bei einem Old English Bulldog um einen muskulösen und athletischen Hund mittlerer Größe.

Allerdings gibt es mit dem United Kennel Club (UKC) bisher lediglich einen großen Züchterverband, der den Old English Bulldogg als eigenständige Rasse anerkannt hat. Die Fédération Cynologique Internationale – der größte Dachverband – hat bisher noch nicht für die Anerkennung gestimmt.

Rechtsproblematik: Handelt es sich beim Old English Bulldog um einen Listenhund?

Welche Hunde die Behörden als gefährlich einschätzen, vermerken sie in den sogenannten Rasselisten. Dort erfasste Rassen gelten als Listenhunde, für deren Haltung der Gesetzgeber Einschränkungen festgelegt hat. Der Old English Bulldog taucht jedoch in keiner diesen Listen auf.

Allerdings gab es diesbezüglich bereits einige Unstimmigkeiten, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Dort sieht das Landeshundegesetz vor, Old English Bulldogs als gefährlich einzuschätzen, wenn der Phänotyp einer auf der Liste vermerkten Rasse deutlich hervortritt. Welche Entscheidung die zuständige Behörde fällt, hängt demnach vom Aussehen des Hundes ab. Um im Zweifelsfall belegen zu können, dass es sich bei einem Vierbeiner der Rasse Old English Bulldog nicht um einen Listenhund handelt, sollten Halter sich die Papiere vom Züchter aushändigen lassen.

Die Charakteristik des Old English Bulldog

Die Olde English Bulldogge erreicht eine Größe von 43 bis 51 Zentimetern (Rüden) beziehungsweise 40 bis 48 Zentimetern (Hündinnen). Während Rüden zwischen 27 und 36 Kilogramm wiegen, kommen weibliche Tiere auf ein Gewicht von 22 bis 32 Kilogramm. Die Rasse Old English Bulldog besitzt ein kurzes Fell, das sowohl einfarbig als auch gestromt oder gescheckt ausfallen kann. Die Tiere wirken ähnlich stämmig wie die Englische Bulldogge, haben jedoch längere Beine und eine längere Nase – übrigens immer in der Farbe Schwarz. Der Kopf der Hunde ist relativ groß und hat eine viereckige Form.

Wesen

Vierbeiner der Rasse Old English Bulldog sind gleichermaßen intelligent, aufmerksam und lebhaft. Allerdings gelten die quirligen Kraftpakete als recht eigensinnig beziehungsweise als „Hunde mit Charakter“. Daher ist es notwendig, das Tier ausreichend zu fördern und zu fordern, da der Vierbeiner ansonsten seine eigenen Entscheidungen trifft.

Darüber hinaus lassen sich Old English Bulldogs als fröhliche und sehr menschenfreundliche Hunde beschreiben. Der anhängliche Begleiter liebt sein komplettes Rudel und stellt sich im Falle einer Bedrohung schützend vor die jeweilige Person. Lediglich bei gleichgeschlechtlichen Artgenossen zeigen die Tiere in manchen Fällen Aggressionen, woraus dann die Notwendigkeit resultiert, den Hund zu sozialisieren und zum Gehorsam zu erziehen.

Haltung

Old English Bulldogs eignen sich prinzipiell sowohl für in der Stadt als auch auf dem Land lebende Menschen. Hunde dieser Rasse sind sehr verspielt und benötigen viel Bewegung, Beschäftigung und Zuwendung. Da die Vierbeiner als kinderfreundlich gelten, passen sie sowohl in Familien als auch zu Einzelpersonen. Wer noch keine Erfahrungen mit der Haltung von Hunden hat, sollte nicht auf den Besuch einer Hundeschule verzichten, da die Erziehung andernfalls herausfordernd sein kann.

Für Hundehalter lohnt sich eine Tierhaftpflicht

Halter eines Old English Bulldogg sollten prinzipiell eine Haftpflichtversicherung für das Haustier abschließen. Auch bei einem sehr gut erzogenen Hund besteht ein gewisses Risiko, dass er sich erschreckt. Wenn der Vierbeiner sich losreißt und beispielsweise auf eine Straße rennt, kann es schnell zu einem Unfall kommen.

Eine Tierhalterhaftpflicht schützt den Halter vor den Kosten, die durch den Hund verursachte Personenschäden und Sachschäden nach sich ziehen. In einigen Bundesländern – beispielsweise Berlin, Brandenburg und Hamburg – besteht sogar die Verpflichtung dazu, eine entsprechende Police abzuschließen. Da die Versicherungskonditionen teilweise sehr unterschiedlich ausfallen, ist es sinnvoll, vor der Vertragsunterzeichnung verschiedene Anbieter miteinander zu vergleichen.