Stromverbrauch von Unternehmen

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Der Stromverbrauch von Unternehmen unterscheidet sich von Branche zu Branche. Schließlich herrschen je nach Geschäftszweig komplett unterschiedliche Bedingungen. Zusätzlich spielen auch anderen Variablen wie die Betriebsgröße oder die vorhandenen Firmengebäude eine Rolle. Fakt ist jedoch, dass sich der Stromverbrauch von Unternehmen und damit auch die Energiekosten unabhängig von der Branche fast immer reduzieren lassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt zahlreiche Faktoren, die den Stromverbrauch eines Unternehmens bedingen, beispielsweise die Branche, die Anzahl der Mitarbeiter und die Art der Firmengebäude.
  • Einsparpotenziale ergeben sich für Betriebe – unabhängig vom Geschäftszweig – vor allem durch eine Modernisierung der Anlagen.
  • Außer auf den Verbrauch sollten Unternehmer auch auf die Stromkosten achten und gegebenenfalls zu einem günstigeren Tarif wechseln.

Praxisbeispiel Supermarkt

In Deutschland existieren knapp 35.000 Supermärkte beziehungsweise Filialen im Lebensmitteleinzelhandel. Dort entfallen etwa 65 Prozent des Stromverbrauchs auf die Kühlanlagen. Daher bietet es sich insbesondere in diesem Bereich an, zu optimieren. Der Erwerb neuer Kühlgeräte mit einer höheren Energieeffizienzklasse empfiehlt sich für gewöhnlich bereits nach wenigen Jahren. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Abwärme der Kühlanlagen zur Warmwasserbereitung zu nutzen. Den Stromverbrauch senken können Unternehmen außerdem durch eine moderne Beleuchtung. Effiziente Leuchtmittel wie LEDs sind in der Anschaffung nicht allzu teuer, helfen aber dabei, Energie zu sparen.

Praxisbeispiel Gastronomie

Bei den mehr als 160.000 hierzulande vorhandenen Gaststätten, Cafés und Fast-Food-Betrieben handelt es sich zum Großteil um Kleinstunternehmen, die weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigen. Den meisten Strom benötigen gastronomische Betriebe zur Zubereitung von Speisen und zur Kühlung von Lebensmitteln. Daher empfiehlt es sich auch hier, auf effiziente Kühltechnik zu achten.

Da die Gäste sich in einem Café oder Restaurant natürlich wohlfühlen sollen, muss in den Räumlichkeiten zudem eine angenehme Temperatur herrschen. Demzufolge können Gastronomen den Energieverbrauch zusätzlich senken, indem sie ein Heizsystem beziehungsweise eine Klimaanlage mit hoher Effizienz nutzen. In diesem Zusammenhang sollten Restaurant- und Cafébetreiber zudem darauf achten, dass die aufgewärmte beziehungsweise gekühlte Raumluft nicht kontinuierlich durch offene Türen nach außen entweicht.

Praxisbeispiel Bäckerei

Die Deutsche Brotkultur ist ein Teil des immateriellen UNESCO-Kulturerbes. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 12.000 Bäckereien. Den meisten Strom benötigen die Betriebe zur Produktion der Backwaren. Darauf entfallen etwa 65 Prozent des Strombedarfs. Aus diesem Grund kann es gegebenenfalls sinnvoll sein, in moderne Produktionstechnik zu investieren. Dies ermöglicht es, den Stromverbrauch des Unternehmens um bis zu 30 Prozent zu senken.

Praxisbeispiel Fleischereibetriebe

Die Branche umfasst nicht nur Fleischereien als Verkaufsstätten, sondern ebenso Schlachthäuser und Betriebe, die sich auf die Verarbeitung spezialisiert haben. Da sich die einzelnen Unternehmen hinsichtlich ihrer Struktur und Größe stark voneinander unterscheiden, ergeben sich unterschiedliche Einsparmöglichkeiten. Es existiert jedoch auch eine Gemeinsamkeit: Alle Betriebe haben mit frischem Fleisch zu tun, weshalb die Kühlung etwa die Hälfte des Strombedarfs ausmacht. Daher sollten Unternehmen vor allem in diesem Bereich ansetzen und eine Anlage mit hoher Energieeffizienz nutzen. Die Optimierung der Beleuchtungsmittel eröffnet dagegen vergleichsweise geringe Einsparpotenziale.

Praxisbeispiel Tischlerei

Bei den mehr als 40.000 Tischlereien ist Strom insbesondere für die elektrischen Anlagen vonnöten, wovon wiederum ein relativ großer Anteil auf die Druckluft entfällt. Durch ein Sanieren der Betriebsräume oder die Anschaffung neuer Anlagen lassen sich im Durchschnitt knapp 25 Prozent der benötigten Energie einsparen. Außerdem ist es ratsam, die Kompressoren zu erneuern, wenn deren Leistung abfällt. Teilweise besteht sogar die Möglichkeit, die Abwärme der Anlage zum Heizen zu verwenden. Selbst mit den Holzabfällen lässt sich der Stromverbrauch des Unternehmens senken. Diese können nämlich als Brennstoff – beispielsweise in einem Hackschnitzel-Kessel – fungieren.

Stromkosten senken durch die Wahl eines günstigen Energieanbieters

Neben dem allgemeinen Stromverbrauch sollten Unternehmen auch ihre Stromkosten pro Kilowattstunde senken. Jeder zu viel gezahlte Euro hat schließlich Auswirkungen auf den Profit. Dank der Liberalisierung des Strommarktes gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Energielieferanten. Da die Konkurrenz zwischen den einzelnen Versorgern recht hoch ausfällt, tauchen in regelmäßigen Abständen neue Angebote mit Top-Konditionen am Markt auf. Um den günstigsten Tarif zu finden, sollten User daher einen Gewerbestrom-Vergleich durchführen.