LED-Lampen starten durch: mehr Licht, weniger Strom

02.03.2012 | 09:31

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Frankfurt - Nach dem Aus für die Glühbirne ist der Weg geebnet für den Durchbruch von Energiesparlampen. Derzeit setzen die Hersteller vor allem viel Hoffnung in LED-Lampen. Sie sollen ihren Weg in die Allgemeinbeleuchtung von Innenräumen und Gebäuden finden.

Klein, hell und genügsam: Die Leuchtdiode, kurz LED. Nach dem Siegeszug in Handydisplays, Fernsehern oder Autos wartet die Licht-Industrie auf den großen Durchbruch in der Allgemeinbeleuchtung - also etwa bei Lampen für Innenräume und Gebäude, die rund drei Viertel des gesamten Lichtmarktes ausmachen.

Branchengrößen wie die Siemens-Tochter Osram oder die niederländische Philips investieren Millionensummen in den Schwenk zu LED-Lampen, die länger leuchten und dabei noch weniger Strom verbrauchen sollen als herkömmliche Energiesparlampen, von den alten Glühbirnen ganz zu schweigen. Bei 80 Prozent und mehr liegt die Stromersparnis im Vergleich zu Glühbirnen. Die Lebensdauer gibt die Industrie mit mindestens 30 Jahren an. Das sind eigentlich ideale Voraussetzungen, um vom Trend zur Energieeffizienz und steigenden Strompreisen zu profitieren.

Warten auf den großen Durchbruch

Doch bislang ist der große Durchbruch ausgeblieben, obwohl die LED-Lampen in die üblichen Fassungen passen. Hauptgrund ist der Preis: Trotz harten Wettbewerbs und sinkender Preise, kostet eine LED-Lampe, die hell wie eine herkömmliche 60 Watt Glühbirne leuchtet, noch immer gut zwanzig mal so viel. Selbst im Vergleich zu den bereits teureren Energiesparlampen zieht sie den Kürzeren, jedenfalls bei den reinen Anschaffungskosten. Paul Hyland, Vorstandschef des weltweit marktführenden Leuchtdioden-Anlagenbauers Aixtron aus Aachen, erwartet jedoch bald den Durchbruch: "Spätestens 2013 wird die LED-Allgemeinbeleuchtung durchstarten."

Der Preisverfall soll dabei helfen. Um weitere 30 Prozent dürften die Preise für LED-Lampen in diesem Jahr sinken, schätzt der Manager. Damit würden sie preislich endlich attraktiv genug für den Verbraucher. "Fallende Preise könnten die Einführung bei den Endverbrauchern unterstützen", sagt auch Equinet-Analyst Adrian Pehl. Die Branche steckt mitten im Übergang zwischen Alt und Neu. Investitionen in die neue Technik kosten Geld, die mit den alten Umsatzbringern, wie den klassischen Glühbirnen oder Energiesparlampen, erwirtschaftet werden müssen. Nicht zuletzt um diese Investitionen leichter stemmen zu können, soll Osram an Börse.

In China sprießen die LED-Fabriken

Die stärkste Dynamik im LED-Markt gibt es in China. In der staatlich gelenkten Wirtschaft ließen 2010 Subventionen die LED-Fabriken regelrecht aus dem Boden schießen. Jetzt wird der Verkauf der Lampen vom Staat mit Geld unterstützt. Das Land will damit den wachsenden Energiehunger der aufstrebenden Volkswirtschaft zügeln. Dass China es mit dem Energiesparen und dem Wechsel zu LED-Beleuchtungen ernst meint, zeigt ein schrittweises Verbot von herkömmlichen Glühlampen, das von diesem Herbst an gelten soll. Auch andere Ländern, nicht zuletzt die Europäischen Union, haben den Abschied von der Glühbirne bereits beschlossen.

Aus dem starken Engagement Chinas und weiterer asiatischer Länder erwächst alteingesessenen europäischen Lichtunternehmen wie Osram und Philips auch neue Konkurrenz. Die Spielregeln im Lichtmarkt haben sich geändert: LEDs und ihre Steuerung verlangen nach Wissen um Halbleiter, Computerchips und auch Software. Kompetenzen, die Unternehmen wie die südkoreanische Samsung, Weltmarktführer bei Speicherchips und erfolgreicher Handybauer, ebenso in das Geschäft gelockt haben wie den japanischen Elektronikkonzern Toshiba. Das Rennen um die neue Rangordnung in der der Lichtbranche läuft längst, egal wie lange der Durchbruch der LED noch auf sich warten lässt.