Forscher warnen vor Neubau von Kohle- und Atomkraftwerken

17.09.2009 | 14:45

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Berlin - Ökologisch orientierte Wirtschaftswissenschaftler sprechen sich gegen einen Neubau von Kohle- und Atomkraftwerken aus. Beides würde zulasten des Ausbaus erneuerbarer Energien gehen, sagten Prof. Martin Jänicke von der Freien Universität Berlin sowie Vertreter verschiedener Forschungseinrichtungen am Donnerstag in Berlin. Sie widersprachen damit Überlegungen anderer vom Forschungsministerium mit einer Studie beauftragten Wissenschaftler, die sogar einen Neubau von Atomkraftwerken für möglich halten. Im aktuellen politischen Konflikt wollen Union und FDP wie auch die Energiekonzerne bisher keine Neubauten, sondern bestehende Atommeiler länger als gesetzlich geplant über 2022 hinaus weiterlaufen lassen.

Gegen den Neubau von Kohlekraftwerken sprechen sich in einer vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft koordinierten Aktion etwa 50 Wirtschaftswissenschaftler aus. Ihr Hauptargument: "Würden alle derzeit geplanten 29 Kohleanlagen neu gebaut, würden die Klimaschutzziele weit verfehlt", wie Holger Rogall von der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) sagte. "Jedes neue Kohlekraftwerk, das heute gebaut wird, bestimmt den Kohlendioxid-Ausstoß im Jahr 2050."