CO2-arme Energiequellen - Von Atom- bis Wasserkraft

08.07.2008 | 17:42

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Hamburg (dpa) - Jede Kilowattstunde im gegenwärtigen deutschen Strommix heizt den Klimawandel nach Daten des Umweltbundesamts mit mehr als 600 Gramm Kohlendioxid (CO2) an. Alternativen zur Treibhausgas-intensiven Verfeuerung von Kohle, Gas und Öl zur Stromerzeugung stehen bereits zur Verfügung.

Atomkraftwerke könnten nach Schätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) sechs bis zehn Prozent der globalen CO2- Emissionen einsparen, wenn bis 2050 die weltweite Menge des Atomstroms verdoppelt wird. Völlig treibhausgasfrei sind Kernkraftwerke nicht: Atomstrom kann jedoch nach einer Lebenszeitbilanz des Darmstädter Öko-Instituts beim CO2-Ausstoß mit erneuerbaren Energien konkurrieren: Demnach kommt die Technik auf 32 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Diese Bilanz hängt stark vom Energiemix im Uran-Ursprungsland ab.

Die Sonne könnte selbst den steigenden Energiehunger der Menschen spielend alleine stillen: Auch 2030, wenn der Energiebedarf auf etwa das Anderthalbfache angewachsen sein wird, würden laut IEA Solarkraftwerke auf 0,6 Prozent der Landfläche ausreichen, die nur bescheidene zehn Prozent der eingestrahlten Energie umwandeln müssten. Solarstrom erzeugt laut Öko-Institut je nach Technik 27 bis 101 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Solarwärme schneidet deutlich besser ab.

Die bereits sehr etablierte Wasserkraft erzeugt der Lebenszeitanalyse zufolge 40 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Strom. Derzeit stammt weltweit etwa jede fünfte Kilowattstunde Strom aus Wasserkraftwerken.

Strom von Windparks an Land und auf See schlägt in der Bilanz des Öko-Instituts mit 23 bis 24 Gramm CO2 pro Kilowattstunde zu Buche. Nach Zahlen des Forschungsverbunds Sonnenenergie (FVS) ließe sich mit dem technisch Machbaren etwa die Hälfte des Weltenergiebedarf durch Windkraft decken.

Erdwärme könnte nach FVS-Zahlen bereits heute den gesamten Weltenergiebedarf decken. Die CO2-Bilanz der zurzeit boomenden Technik hängt von der Art der Anlage und der lokalen Gegebenheiten ab. In Deutschland hat die Geothermie laut Bundesumweltministerium 2007 eine halbe Million Tonnen CO2 eingespart.

Selbst mit dem fossilen Energieträger Erdgas lässt sich laut Öko- Institut ähnlich klimaschonend Strom erzeugen wie mit der Kernspaltung, wenn die sonst nutzlos verpuffende Abwärme des Kraftwerks genutzt wird. Sogenannte Blockheizkraftwerke - kleine Kraftwerke, deren Abwärme etwa eine Siedlung oder Fabrik versorgt - kommen mit Erdgas laut der Darmstädter Studie auf 49 Gramm pro Kilowattstunde Strom.

Biogas-Blockheizkraftwerke sind in der Analyse des Öko-Instituts noch deutlich klimafreundlicher. Da ihr Brennstoff nahezu klimaneutral ist und ihre Abwärme etwa Ölheizungen oder andere Treibhausgas-trächtige Wärmeanlagen ersetzen kann, sparen sie rechnerisch mit jeder Kilowattstunde Strom sogar Kohlendioxid ein. 409 Gramm schreibt ihnen das Öko-Institut pro Kilowattstunde gut.