Umfrage: Jeder Vierte mit dem Finanzjahr 2019 unzufrieden

08.01.2020

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Die Deutschen blicken mit gemischten Gefühlen auf ihr Finanzjahr 2019 zurück. Das zeigt eine repräsentative Innofact-Umfrage im Auftrag der Norisbank. Demnach ist jeder Vierte 2019 mit dem Finanzjahr 2019 unzufrieden. Insbesondere das anhaltende Niedrigzins-Umfeld schlägt den Deutschen mittlerweile gehörig auf das Gemüt.

Nur vier von zehn Befragten blicken zufrieden zurück

Zwar kommen knapp 40 Prozent der Befragten (39,7 Prozent, 2018: 41,1 Prozent) rückblickend zu dem Schluss, dass 2019 aus finanzieller Sicht ein "gutes" oder zumindest "eher gutes" Jahr war. Allerdings schauen aber mehr als ein Drittel (35,4 Prozent) mit gemischten Gefühlen auf das vergangene Jahr zurück. Bei einem Viertel der Befragten (24,9 Prozent) fällt das Resümee düsterer aus: Sie erklären 2019 zu einem für sie schlechten Finanzjahr. Die Umfrage wurde bereits im Oktober 2019 durchgeführt und die Ergebnisse nun veröffentlicht.

Während Männer (41,6 Prozent) bundesweit zufriedener mit dem Finanzjahr 2019 sind als Frauen (37,8 Prozent), bewerteten die Befragten aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg das Jahr 2019 besonders negativ (2019: 29,7 beziehungsweise 26,0 Prozent; 2018: 20,9 beziehungsweise 21,1 Prozent). Allein die befragten Bewohner aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zeigen sich mit dem aktuellen Finanzjahr zufriedener als noch im vergangenen Jahr (2019: 42,4 Prozent; 2018: 38,1 Prozent) - in allen anderen Bundesländern sinkt die Stimmung. Niedrigzinsen drücken auf die Stimmung.

Niedrigzinsen drücken auf die Stimmung

Die Unzufriedenheit mit ihrem Finanzjahr 2019 begründen die Befragten, für die das letzte Jahr eher oder überhaupt kein gutes Jahr war, unter anderem mit den sinkenden Möglichkeiten zum Werterhalt und Ausbau ihres Vermögens auf Grund der aktuellen Zinslage (2019: 16,8 Prozent; 2018: 12,8 Prozent). Wegen der Inflation bedeutet der niedrige Zins, dass Anlage vieler Deutscher an Wert beziehungsweise an Kaufkraft verlieren – insbesondere beliebte Zinsprodukte wie Sparbücher, Tagesgeld und Festgeld.

Betrachtet man die Werte von 2019, so hat sich die Zahl derer, die unzufrieden mit der Wirkung der Zinslage auf ihr Vermögen sind, seit 2017 in nur zwei Jahren nahezu verdoppelt - von 9,8 Prozent auf nun 16,8 Prozent. Bei Männern ist die Unzufriedenheit dabei sogar noch einmal 7 Prozentpunkte höher als im Bundesdurchschnitt, nämlich 23,7 Prozent (2018: 18,5 Prozent; 2017: 12,8 Prozent). Bei den 60- bis 69-Jährigen ist die Entwicklung besonders negativ: In nur zwei Jahren hat sich der Anteil derer, die unzufrieden mit der aktuellen Zinslage sind, fast verdreifacht. In dieser Gruppe gibt jeder vierte Befragte 60- bis 69-Jährige den anhaltend niedrigen Zinsen die Hauptschuld an dem für sie schlechten Finanzjahr (2019: 25,5 Prozent; 2018: 16,1 Prozent; 2017: 8,9 Prozent).

Wachsende Belastung durch Einkommenseinbußen

Gleichzeitig stieg 2019 die Belastung durch sinkendes Einkommen auf Grund von Jobwechsel oder Arbeitslosigkeit - insbesondere in der mittleren Altersschicht: Im Jahr 2018 gaben 30 Prozent der Befragten im Alter von 40 bis 49 Jahren an, dass sie aus diesen Gründen weniger Einkommen zur Verfügung hatten - in diesem Finanzjahr sind es ganze 40 Prozent. In Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen ist es sogar fast jeder Zweite, der über sinkende Einkommen klagt (2019: 48,5 Prozent; 2018: 33,1 Prozent).