Ob Strom, das Ticket für die Straßenbahn oder ein kleines Mischbrot: Alles wird immer teurer. Meldungen über Preissteigerungen in verschiedenen Bereichen scheinen zum Alltag zu gehören. Anstatt zu sagen, alles wird immer teurer, lässt sich natürlich auch sagen: Das Geld ist immer weniger wert. Dieser Prozess der Geldentwertung nennt sich Inflation. Die Volkswirtschaftslehre erforscht, welche Mechanismen bei der Preissteigerung oder Geldentwertung eine Rolle spielen und welche Faktoren dafür entscheidend sind, dass es zur Inflation kommt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Ursachen: Wie kommt es zu einer Inflation?
  3. Zusammensetzung des Warenkorbs
  4. Gefühlte Inflation
  5. Wie beeinflussen technologische Innovationen die Inflation?
  6. Was versteht man unter Hyperinflation?
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Tagesgeldangebote vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Inflation äußert sich in Preissteigerungen oder Geldentwertungen.
  • In der Wissenschaft gibt es unterschiedliche Lehrmeinungen zum Komplex der Inflation. Eine allgemein anerkannte Inflationstheorie gibt es jedoch nicht.
  • Für die Messung der Inflation dient der Verbraucherpreisindex. In den Index fließen die Preisentwicklungen bei einer Auswahl an Gütern ein.
  • Bei Hyperinflationen beträgt die Inflationsrate monatlich 50 Prozent. Sie haben keine rein volkswirtschaftlichen Ursachen.

Ursachen: Wie kommt es zu einer Inflation?

An der Entstehung einer Inflation arbeiten stets verschiedene Faktoren zusammen. Zu einer Inflation kann es beitragen, dass sich die Geldmenge erhöht. Dies kann passieren, wenn die Zentralbank die Liquidität auf dem Markt erhöhen möchte. Wenn damit aber die allgemeine Nachfrage steigt, erhöhen sich insgesamt die Preise und das Geld verliert an Wert. Das geschieht ebenfalls, wenn die Nachfrage nach bestimmten Produkten so stark steigt, dass die Anbieter diese nicht schnell genug bereitstellen können. Können die Konsumenten nicht auf andere Güter ausweichen, kann es zur Inflation kommen. Dies ist auch der Fall, wenn sich flächendeckend die Produktionskosten erhöhen, etwa durch stark gestiegene Energiepreise.

Warenkorb und Verbraucherpreisindex: Messung der Inflationsrate

Das Statistische Bundesamt misst die Inflation in Deutschland mit Hilfe eines sogenannten Warenkorbs. Im Warenkorb befinden sich verschiedene langlebige wie kurzlebige Güter (Waren und Dienstleistungen) in einer bestimmten Anzahl und Auswahl. Die Entwicklung der Preise für diesen Warenkorb ergibt den Verbraucherpreisindex, aus dem sich über den Vergleich mit dem Vorjahr oder dem Vormonat die jährliche wie monatliche Inflationsrate bestimmen lässt.

Zusammensetzung des Warenkorbs

Der Warenkorb gilt als repräsentativ für die Konsumausgaben privater Haushalte, enthält also neben den Preisen für Kleidung und Lebensmittel solche für Reparaturen oder Versicherungen. Das Inlandsprinzip regelt, dass der Warenkorb auch die Ausgaben von Touristen aus dem Ausland einbezieht. Die Produktauswahl bestimmt sich über repräsentative Stichproben: In jeder von 94 Regionen der Bundesrepublik gibt es ausgewählte Städte und Gemeinden. In dort angesiedelten repräsentativen Geschäften sind für den Warenkorb die am häufigsten verkauften Produkte interessant. Deren Anzahl bestimmt sich über ihren Anteil an den Konsumausgaben. Jeden Monat werden so über 300.000 Preise erhoben.

Gefühlte Inflation

Welche Güter in den Warenkorb einfließen und wie sie gewichtet werden, lässt sich am Preiskaleidoskop des Statistischen Bundesamtes nachvollziehen. Die Methode zur Bestimmung des Warenkorbes ist jedoch nicht unumstritten. So besteht der Warenkorb beispielsweise aus langlebigen und kurzlebigen Gütern. Ein Durchschnittshaushalt kauft selbstverständlich häufiger kurzlebige als langlebige Güter ein. Steigen die Preise für kurzlebige Güter schneller als für langlebige, ist die gefühlte Inflation deutlich höher als die amtliche gemessene Inflation. Der Unterschied ließ sich gut bei der Einführung des Euro zu Beginn des Jahres 2002 beobachten. Die Preise für kurzlebige Güter stiegen spürbar an, sodass bald vom „Teuro“ die Rede war. Die amtliche Inflationsrate lag in diesem Jahr jedoch unter zwei Prozent und spiegelte diese Wahrnehmung nicht wider.

Wie beeinflussen technologische Innovationen die Inflation?

Ein weiteres Problem bei der Zusammensetzung des Warenkorbes sind technologische Innovationen. Ein typischer Fernseher des Jahres 1965 ist nur schwer mit einem Fernseher aus dem Jahr 1985 oder 2005 vergleichbar. Um die Qualitätssteigerung dieser immer wichtiger werdenden Produkte abzubilden, wenden die Preisermittler seit 2002 die sogenannte hedonische Methode an. Vorbild dafür waren die USA und Großbritannien. Diese Methode versucht, den zusätzlichen Nutzen von Innovationen in Zahlen zu fassen. Sie senkt die amtliche Inflationsrate, ist aber nicht unumstritten.

Was versteht man unter Hyperinflation?

Bei einer Hyperinflation steigen die Preise rasant. Ein allgemein gebräuchlicher Wert ist eine Inflationsrate von monatlich etwa 50 Prozent. Hyperinflationen haben, im Gegensatz zu Inflationen, keine rein volkswirtschaftlichen Ursachen, sondern stehen mit Umbrüchen in Zusammenhang, die zum Beispiel ein Krieg auslöst und die sich ihrerseits negativ auf die Volkswirtschaft auswirken. Kapitalflucht, die Verknappung von Barmitteln und der Verlust von Anleihen können den Prozess der Hyperinflation verstärken.

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