In der anhaltenden Niedrigzinsphase haben auch die Banken ihre Tagesgeldzinsen immer weiter gesenkt. Bei vielen Geldinstituten erhalten Verbraucher gar keine Zinsen mehr auf Tagesgeld. Wir zeigen, welche Banken Tagesgeldkonten zum Nullzins anbieten und erklären, wie Bankkunden ihr Geld besser anlegen können.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Nullzins hält sich hartnäckig
  3. Übersicht Nullzins-Banken
  4. Tagesgeldzinsen auf historisch niedrigem Niveau
  5. Zinsentwicklung: Tagesgeld
  6. Gründe für Null- und Niedrigzinsen
  7. Einige Banken zahlen noch Zinsen
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Tagesgeldangebote vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei 500 Geldinstituten erhalten Sparer einen Nullzins auf ihr Tagesgeld (Stand: 29. Januar 2020).
  • Der durchschnittliche Zins für Tagesgeld ist mit 0,04 Prozent weiterhin historisch niedrig.
  • Nullzinsen sind ein Resultat der ultralockeren Geldpolitik der Notenbank.
  • Auch im aktuellen Marktumfeld gibt es noch Banken, bei denen Sparer Zinsen erhalten.

Zum Tagesgeld-Vergleich

Nullzins hält sich hartnäckig

Sparer erhalten bei 500 Banken gar keine Zinsen auf ihr Tagesgeld. Das ist das Ergebnis einer Verivox-Auswertung von rund 800 Banken und Sparkassen, der bundesweit größten Datenbank aktueller Tages- und Festgeldangebote. Insgesamt hat Verivox 529 Tagesgeldprodukte mit einem Zinssatz genau auf dem Nullpunkt recherchiert. Die folgende Tabelle zeigt die Banken und Tagesgeldangebote mit Nullzins. Nutzen Sie das Eingabefeld, um gezielt nach bestimmten Banken, Städten oder Tagesgeldprodukten zu suchen.

Übersicht Nullzins-Banken

Wann der Nullzins für Sparer zum Negativzins wird

Einzelne Geldhäuser belassen es nicht beim Nullzins. Sie haben zusätzlich noch monatliche Gebühren für das üblicherweise kostenlose Tagesgeldkonto eingeführt. In Kombination mit einem Nullzins oder sehr niedrigen Nominalzinsen wirken sich solche Gebühren für Anleger wie Strafzinsen aus; denn insgesamt wird die Rendite ihrer Geldanlage dadurch negativ.

Tagesgeldzinsen auf historisch niedrigem Niveau

Nicht nur die Zahl der Geldinstitute mit Nullzinsen ist nach wie vor sehr hoch, auch das allgemeine Zinsniveau bleibt weiter angespannt. Im Durchschnitt gewähren Tagesgeldanbieter aktuell 0,04 Prozent Zinsen. Damit verharrt der durchschnittliche Zins auf historisch niedrigem Niveau.

Zinsentwicklung: Tagesgeld

Gründe für Null- und Niedrigzinsen

Die Ursache für das Zinstief liegt in der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Um die Wirtschaft im Euroraum nach der Finanzkrise zu stützen, hat die Notenbank unter ihrem damaligen Präsidenten EZB-Präsident Mario Draghi den Leitzins bis auf Null gesenkt. Im Juni 2014 führten die Währungshüter außerdem einen negativen Einlagezins ein. Seitdem muss eine Bank auf das Geld, das sie bei der Zentralbank parkt, Negativzinsen zahlen. Im September 2019 senkte die EZB diesen Strafzins auf -0,5 Prozent. Die Geldinstitute geben den Zinsdruck an ihre Sparer weiter, indem auch sie die Zinsen für ihre Anleger deutlich gesenkt haben – in vielen Fällen bis zum Nullzins.

Kreditnehmer profitieren vom Zinstief

Diese Entwicklung kennt aber nicht nur Verlierer. Kreditnehmer sind die großen Nutznießer der anhaltenden Zinsflaute. Heute müssen Verbraucher für Ratenkredite 17 Prozent weniger Zinsen zahlen als noch vor fünf Jahren. Wer darüber hinaus unterschiedliche Angebote vergleicht, kann sein Darlehen noch günstiger abschließen. Mit einem Kreditvergleich sparen Verbraucher im Schnitt 35 Prozent Zinskosten im Vergleich zu durchschnittlich verzinsten Ratenkrediten in Deutschland.

Zinsentwicklung für Spar- und Kreditzinsen

Einige Banken zahlen noch Zinsen

Auch wenn die Geldpolitik der EZB alle Geldinstitute im Euroraum in gleichem Maße trifft, verzichtet nicht jede Bank darauf, ihren Anlegern Zinsen zu zahlen. Bei Top-Anbietern gibt es aktuell immerhin 0,35 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld. Auf eine Summe von 10.000 Euro erhalten Sparer bei diesem Zins immerhin 35 Euro im Jahr. Inflation nagt am Wert des Ersparten

Doch auch wer sein Geld bei Top-Anbietern anlegt, kann mit den Zinseinnahmen nicht einmal die Inflation ausgleichen. Bei einer Teuerungsrate von zuletzt 1,7 Prozent (Januar 2020) verliert das Geld auf dem Tagesgeldkonto an Kaufkraft. Hier sollte deshalb nur so viel Geld geparkt sein, dass sich damit bei Bedarf unerwartete Ausgaben wie eine teure Reparatur an Haus oder Auto finanzieren lassen. Ihre übrigen Rücklagen stecken Sparer am besten in eine Geldanlage, die höhere Renditen verspricht – zum Beispiel in einen Mix aus Festgeldanlagen und Aktien.

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