Die Isokinetik stellt ein in der Regel computergestütztes Diagnostik- beziehungsweise Therapieverfahren dar. Es kommt bei unterschiedlichsten Indikationen zur Anwendung, die mit funktionellen Störungen und einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit der Muskeln einhergehen. Zusätzlich werden isokinetische Verfahren auch im Hochleistungssport eingesetzt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Definition: Was ist Isokinetik?
  3. Einsatzgebiete der Isokinetik
  4. Kostenübernahme der Krankenkasse
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Private Krankenversicherung: Vergleich der Tarife

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Isokinetik ermöglicht nicht nur die Diagnostik von muskulären Defiziten und Dysbalancen, sondern auch deren Behandlung.
  • Mithilfe einer isokinetischen Kraftmessung lässt sich die Leistungsfähigkeit eines bestimmten Muskels analysieren.
  • Isokinetisches Training erfordert den vollen Einsatz des Muskels über die gesamte Bewegungsstrecke, weswegen sich mit dieser Methode schnell Kraftzuwächse erzielen lassen.
  • Während gesetzliche Krankenversicherungen nicht für isokinetische Behandlungen aufkommen, ist eine Kostenübernahme für Privatversicherte oftmals möglich.

Definition: Was ist Isokinetik?

Der Begriff Isokinetik setzt sich aus den beiden griechischen Wörtern „Iso“ (gleich) und „Kinesis“ (Bewegung) zusammen. Dieser Wortstamm gibt bereits einen Hinweis darauf, worum es bei dem Verfahren geht. Die Isokinetik stützt sich nämlich auf die Erkenntnis, dass die Leistungsfähigkeit der Muskeln im Verlauf einer Bewegung variiert beziehungsweise vom Winkel der Gelenke abhängt. Demnach verstehen Mediziner unter Isokinetik die Diagnostik und das Training bei gleichbleibender Winkelgeschwindigkeit und mit einem Widerstand, der sich variabel an die vom Patienten aufgewendete Kraft anpasst. Entsprechende Systeme ermöglichen es zudem, eine Bewegung exakt zu definieren.

Einsatzgebiete der Isokinetik

Für isokinetische Verfahren gibt es unterschiedliche Anwendungsgebiete. Wann, für wen und von wem Isokinetik eingesetzt wird, veranschaulicht die nachfolgende Liste:

  • Wann wird Isokinetik eingesetzt? Ärzte greifen insbesondere bei Funktionsstörungen und verminderter Belastbarkeit auf isokinetische Verfahren zurück. Dabei kann es sich beispielsweise um die Nachbehandlung einer Verletzung oder Operation an einem Gelenk, aber ebenso um muskuläre Defizite und Dysbalancen oder degenerative Veränderungen der Gelenke handeln. Außerdem findet die Isokinetik auch im Bereich der Sportmedizin Anwendung, beispielsweise zur Analyse der Leistungsfähigkeit von Muskeln oder als Sonderform des dynamischen Krafttrainings.
  • Für wen wird Isokinetik eingesetzt? Entsprechende Verfahren werden vor allem nach Verletzungen und bei Patienten mit Muskel- und Gelenkproblemen genutzt. Die Therapie fokussiert sich darauf, vorhandene Funktionsstörungen zu behandeln. Die gezielte Stärkung der Muskulatur bietet sich ebenso für gangunsichere Menschen an. Eine weitere Personengruppe, die von der Isokinetik profitieren kann, sind Hochleistungssportler.
  • Von wem wird Isokinetik eingesetzt? Es gibt unterschiedliche Gruppen von Ärzten, die mit der isokinetischen Diagnostik und Therapie arbeiten. Derartige Verfahren begegnen Patienten vor allem bei Orthopäden und Physiotherapeuten, aber auch bei Osteologen.

Die isokinetische Kraftmessung

Eine isokinetische Kraftmessung ermöglicht eine genaue Diagnostik der Muskelkraft und Gelenkwerte bei unterschiedlichen Bewegungsgeschwindigkeiten und Trainingsbedingungen. Daher sprechen Ärzte in diesem Zusammenhang auch von der isokinetischen Leistungsdiagnostik. Im Detail handelt es sich um die selektive Erfassung der Leistungsfähigkeit der Muskulatur, die ein bestimmtes Gelenk umgibt. Mithilfe der Isokinetik lassen sich alle größeren Gelenke des menschlichen Organismus auf die stabilisierende Muskelkraft prüfen. Die Abbildung der Kraftentwicklung erfolgt über eine sogenannte Kraftverlaufskurve. Neben der Analyse des Ist-Zustandes ist das Ziel bei isokinetischen Verfahren vor allem in der Reduzierung vorhandener Defizite.

Isokinetisches Training

Isokinetisches Training dient grundsätzlich der Steigerung der Muskelkraft. Das verwendete Gewicht ist bei Isokinetik-Verfahren vom Gelenkwinkel abhängig und demnach variabel. Dies ermöglicht es den Patienten, gegen einen gleichbleibenden Widerstand zu trainieren. Die Intensität hängt von der Kraft ab, die die trainierende Person aufbringen kann. Übungen an den eigens dafür konzipierten Geräten durchzuführen, lässt sich mit Training im Wasser vergleichen. Je schneller Bewegungen erfolgen, desto größer fällt der Widerstand aus.

Vorteile der Isokinetik

Die Isokinetik beziehungsweise isokinetisches Training hat verschiedene Vorteile. Einerseits handelt es sich um eine sehr effiziente Trainingsmethode, die für einen hohen Kraftzuwachs sorgt. Dies hängt damit zusammen, dass die Übungen eine höhere Spannung im Muskel erzeugen als dynamische Verfahren, da über die gesamte Bewegungsstrecke der volle Krafteinsatz notwendig ist. Zudem gewährleistet isokinetisches Training eine gleichmäßige Kraftentwicklung und verringert das Risiko von Überlastungen.

Von Vorteil ist zudem, dass sich das Trainingsverfahren ebenso für verletzte Patienten und zur Rehabilitation eignet. Demnach besteht auch für Menschen mit Gelenkproblemen oder eingeschränkten Bewegungsabläufen die Option, ein Isokinetik-Training durchzuführen.

Nachteile der Isokinetik

Der größte Nachteil isokinetischer Verfahren besteht darin, dass die physiologischen Bewegungsabläufe keiner im Alltag durchgeführten Bewegung entsprechen. Dies gilt ebenso für sportartspezifische Bewegungsmuster. In der Praxis gibt es für gewöhnlich immer verschiedene Beschleunigungsphasen. Daher raten Fachleute insbesondere Sportlern an, sich beim Training nicht ausschließlich auf die Isokinetik zu verlassen.

Trägt die Krankenversicherung die Kosten für eine isokinetische Behandlung?

Die gesetzlichen Krankenkassen kommen prinzipiell nicht für die Kosten einer isokinetischen Behandlung auf. Ob eine private Krankenversicherung den finanziellen Aufwand trägt oder sich zumindest beteiligt, hängt vom gewählten Tarif ab. Oftmals – jedoch nicht immer – ist eine Kostenübernahme der Krankenkasse möglich.

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