Viele Autofahrer fürchten Steinschlag zu Recht: Schon kleine Steinchen können empfindliche Dellen und Kratzer am Fahrzeug hinterlassen. Besonders häufig sind Lichter oder Scheiben von Glasschäden betroffen. 17,75 Millionen Verbraucher hatten von 2013 bis 2017 schon einmal einen Glasschaden, wie eine Studie der Arbeitsgemeinschaft Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA) ergab.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wo und wann droht Steinschlag?
  3. Welche Versicherung zahlt bei Steinschlag?
  4. Erste Hilfe bei Steinschlag
  5. Steinschlag an der Autoscheibe
  6. Steinschlag selber reparieren?
  7. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Hochgeschleuderte Steinchen auf unbefestigten Straßen oder Rollsplit können zu Steinschlagschäden führen.
  • Alle Autoteile aus Lack und Glas sind besonders durch Steinschlag gefährdet.
  • Die Kaskoversicherung kommt in der Regel für Schäden auf, die durch Steinschlag entstanden sind.

Wo und wann droht Steinschlag?

Steinschlag gibt es nur im Gebirge? Das stimmt nicht ganz: Zwar stehen die charakteristischen Verkehrsschilder, die vor Steinschlag warnen, häufig an gebirgigen Routen. Die eigentliche Gefahr kommt aber oft unbemerkt von unten. Wenn kleine Steinchen oder Rollsplit hochgeschleudert werden, können sie beim eigenen und nachfolgenden Fahrzeug Steinschlag verursachen.

Auch bei schlechten Witterungsbedingungen gilt Vorsicht beim Fahren. Nach Starkregen oder Unwettern können sich zum Beispiel Steine und Geröll an Böschungen lockern und auf vorbeifahrende Fahrzeuge fallen.

Vorsicht, Steinschlag – diese Straßenbeläge gelten als besonders gefährlich

  • Rollsplit auf der Straße kann Schäden am Fahrzeug verursachen. Fahren Sie besonders vorsichtig an Baustellen oder wenn im Winter Rollsplit gestreut wird.
  • Vorsicht gilt auf allen nicht befestigten Straßen, zum Beispiel auf geschotterten Straßenabschnitten oder Kieswegen.
  • Abstand beugt Steinschlag vor: Der Abstand zwischen den Autos sollte der halben Fahrtgeschwindigkeit entsprechen. Fahren Sie zum Beispiel 100 Kilometer pro Stunde, sollte der Abstand mindestens 50 Meter betragen.

Welche Autoteile sind am stärksten gefährdet?

Alle Autoteile aus Lack und Glas sind besonders durch Steinschlag gefährdet. Oft führen schon kleinste Steinchen zu ärgerlichen Kratzern und Dellen im Autolack. Wer hier nicht schnell etwas unternimmt, handelt sich Rostschäden an Motorhaube und Co. ein.

Gefährlich wird Steinschlag besonders für die Autoscheiben und die Vorder- und Rückleuchten. Das Glas kann schnell Risse bekommen und ganz zersplittern. Schäden an der Windschutzscheibe sind besonders prekär, vor allem, wenn Risse die freie Sicht für den Fahrer einschränken.

Welche Versicherung zahlt bei Steinschlag?

Welche Versicherung zahlt, hängt von der Schadensart und von der Ursache des Schadens ab.

Kfz-Haftpflicht

Die gesetzliche Kfz-Haftpflicht schließt Schäden durch Steinschlag von herunterfallenden Gesteinsbrocken nicht mit ein. Wenn sich Steine vom Berg lösen, gibt es keinen Verursacher – also auch niemanden, dessen Haftpflicht dafür aufkommen müsste. Falls Ihre Windschutzscheibe wegen Steinschlags repariert oder ausgetauscht werden muss, tragen Sie die Kosten selbst.

Anders sieht es aus, wenn der Schaden durch Dritte verursacht wurde – etwa durch hochgeschleuderte Steine des vorausfahrenden Autos. Doch wann haftet die Kfz-Haftpflicht des Verursachers?

  • Hochgeschleuderte Steine während des Fahrens gelten als unabwendbares Ereignis. Die Kfz-Haftpflicht des Verursachers haftet dafür nicht.
  • Die Kfz-Haftpflicht des vorausfahrenden Autos haftet, wenn der Fahrer nachweislich zu schnell gefahren ist oder einen gut sichtbaren Stein übersehen hat.

Teilkaskoversicherung

Die Kaskoversicherung kommt für Schäden wie Steinschlag, Hagel oder für Wildunfälle am eigenen Auto auf. Haben Sie eine Teilkaskoversicherung, reguliert diese Steinschlagschäden an den einzelnen Fahrzeugteilen. Darunter fallen zum Beispiel Schäden an den Fenstern, aber auch an Schiebedächern, Scheinwerfern oder Außenspiegeln.

Viele Versicherer verzichten bei Glasschäden auf die Selbstbeteiligung, wenn der Schaden repariert werden kann. Oft liegt die Reparatur von Glasschäden unter 100 Euro. Diese Kosten übernimmt dann der Versicherer. Muss die gesamte Scheibe ausgetauscht werden, zahlen Sie nur die vereinbarte Selbstbeteiligung – meistens beträgt diese 150 Euro.

Gut zu wissen: Nach einem Schaden durch Steinschlag werden Sie von Ihrem Versicherer nicht in eine höhere Schadenfreiheitsklasse rückgestuft. Die Teilkaskoversicherung hat eine feste Kfz-Prämie ohne Schadenfreiheitsklassen.

Vollkaskoversicherung

Sind durch Steinschlag Schäden im Lack entstanden, zahlt nicht die Teilkasko-, sondern die Vollkaskoversicherung. Oft liegen die verursachten Schäden aber im Bereich der Selbstbeteiligung – dann trägt der Versicherte die Kosten selbst. Bei kleineren Schäden ist es daher eine Alternative, die beschädigten Stellen selbst auszubessern.

Anders verhält es sich bei Straftaten, also zum Beispiel, wenn die Autoscheiben von Fremden mit Steinen eingeschlagen wurden. Wird der Übeltäter ermittelt, muss er Schadensersatz leisten. Andernfalls haben Sie mit einer Vollkaskoversicherung Glück im Unglück: Die Versicherung zahlt auch bei Schäden durch Vandalismus. Wurde der Schaden aus Versehen selbst verursacht, zahlt sie auch – vorausgesetzt der Schutz der groben Fahrlässigkeit ist mitversichert.

Wichtig zu wissen: Wenn die Vollkaskoversicherung den Schaden reguliert, müssen Sie mit der Hochstufung der Schadenfreiheitsklasse rechnen. Damit steigt auch die Versicherungsprämie an.

Erste Hilfe bei Steinschlag

Bei Beschädigungen durch Steinschlag ist schnelles Handeln gefordert. Auch bei winzigen Stellen ist es oft nur eine Frage der Zeit, bis sich der Schaden ausbreitet. Das sind die wichtigsten Schritte:

  • Säubern und trocknen Sie die Schadenstelle.
  • Kleben Sie die beschädigte Stelle mit wasserfester und selbstklebender Folie ab. Das verhindert, dass Wasser oder Schmutz eindringen.
  • Kleine Dellen und Kratzer im Lack können Sie mit einem Reparatur-Set selbst beheben.
  • Melden Sie größere Schäden innerhalb von 7 Tagen Ihrer Versicherung.
  • Vereinbaren Sie einen Reparaturtermin in der Autowerkstatt.

Wenn Sie den Schaden Ihrer Versicherung gemeldet haben, kann Werkstattbindung vorliegen. Das bedeutet, dass die Reparatur in der Vertragswerkstatt Ihres Versicherers erfolgt.

Steinschlag an der Autoscheibe

Kleine Schadenstellen an den Autofenstern können häufig ausgebessert werden. Bei Rissen im Glas oder mehreren Schadenstellen muss dagegen die ganze Scheibe ausgetauscht werden.

Glasbruch reparieren

Ein Glasschaden ist meist noch am selben Tag repariert. In der Autowerkstatt wird die Schadenstelle in der Regel mit Kunstharz aufgefüllt, poliert und mit UV-Licht ausgehärtet. Bei kleinsten Schäden reicht es manchmal auch, die Scheibe nur nachzuschleifen. Die Kosten liegen – je nach Dauer und Aufwand – oft zwischen 50 und 100 Euro. Meistens ist die reparierte Stelle allerdings auch hinterher noch sichtbar.

Eine Reparatur kommt in Frage, wenn der Schaden nicht zu groß ist. Wann kann man Glasschäden reparieren?

  • Es liegt nur eine Schadenstelle vor, nicht mehrere.
  • Schadenstelle ist kleiner als ein 2-Euro-Stück.
  • Die Schadenstelle ist nicht tiefer als wenige Millimeter.
  • Der Schaden ist weit genug vom Rand entfernt.
  • Bei der Windschutzscheibe muss die Schadenstelle außerhalb des Sichtfeldes liegen.

Scheiben austauschen

Bei größeren Schäden hilft auch die beste Reparatur nicht weiter. Doch wann muss die Frontscheibe komplett ausgetauscht werden?

  • Die Schadenstelle ist größer als ein 2-Euro-Stück.
  • Die Scheibe hat bereits Risse.
  • Die Scheibe hat mehrere Schadenstellen.
  • Die Schadenstelle liegt direkt im Sichtfeld des Fahrers.
  • Der Schaden liegt nahe am Scheibenrand.

Seitenfenster und die Heckscheibe lassen sich nicht reparieren. Sie müssen in der Regel komplett ersetzt werden.

Der komplette Austausch ist teurer als eine einfache Reparatur. Die Kosten liegen je nach Fahrzeug zwischen etwa 400 bis über 1.000 Euro. Sind in der Windschutzscheibe zum Beispiel Sensoren eingebaut, wird es noch teurer.

Steinschlag selber reparieren?

Glasschäden sollten Sie besser einem Experten überlassen. Besonders eine intakte Windschutzscheibe ist Voraussetzung für sicheres Fahren. Geht hier etwas schief, ist schnell die Verkehrssicherheit gefährdet.

Kleine Lackschäden oder Kratzer im Blech lassen sich hingegen auch selbst reparieren. Günstige Reparatur-Sets sparen Kosten und den Gang zur Werkstatt. Wer nicht selbst Hand anlegen möchte, sollte aber besser den Fachmann ranlassen.

„Smart Repair“: schneller und günstiger

Viele Kfz-Werkstätten setzen bei kleineren Schäden auf Smart Repair – das steht für „Small Middle Area Repair Technologies“. Dabei wird nur die beschädigte Stelle repariert, ohne komplette Fahrzeugteile auszutauschen. Das ist oft günstiger und geht schneller als mit herkömmlichen Reparaturmethoden.

Kleine Schäden selbst reparieren – so geht‘s

  • Kleine Schäden am Fahrzeug können Sie mit einem Smart-Repair-Set selbst reparieren. Der Vorteil: Sie sparen sich den Gang zur Werkstatt – und Kosten.
  • Für kleine Dellen und Kratzer im Lack gibt es spezielle Lackstifte. Ist jedoch die komplette Motorhaube verbeult, gehört das Auto ohnehin in die Werkstatt.

Mit Steinschlag durch den TÜV – geht das?

Kleine Kratzer am Lack kratzen auch den TÜV herzlich wenig. Doch auf der Windschutzscheibe klafft ein Riss und nächste Woche steht der TÜV-Termin an? Das ist keine gute Idee. Ist das Sichtfeld eingeschränkt, ist es auch die Fahrtüchtigkeit. Der TÜV kann in diesem Fall die Plakette verweigern.

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