Hagelschaden: Welche Versicherung jetzt zahlt

Hagelschäden am Auto: Versichert in der Teilkaskoversicherung

Nach einem Hagelschaden zahlt die Teilkaskoversicherung die Reparatur, die Kfz-Haftpflichtversicherung reguliert den Schaden nicht. Wer eine Vollkaskoversicherung hat, wird bei einem Hagelschaden nicht zurückgestuft, denn dieser wird immer als Teilkaskoschaden abgerechnet. Hat ein Hagelschaden Ihr Auto beschädigt, sollte Sie diesen sofort und detailliert dokumentieren. Nur so sind Sie gegenüber Ihrem Versicherer auf der sicheren Seite.

Schäden durch Hagel nehmen zu

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) meldete für das Jahr 2019 insgesamt 297.000 Fälle von Hagelschäden in der Teilkaskoversicherung, ein Anstieg von 48 Prozent gegenüber dem Jahr 2018. Die Versicherer zahlten dafür 777 Millionen Euro an Reparaturleistungen. Ohne Berücksichtigung der in der Teilkasko üblichen Selbstbeteiligung ergibt dies eine durchschnittliche Schadenshöhe von 2.607 Euro.

Inhalt dieser Seite
  1. Wie entsteht Hagelschaden?
  2. Welche Versicherung zahlt?
  3. Was kostet die Reparatur?
  4. Wertminderung durch Hagel
  5. Hagelschaden: So gehen Sie vor
  6. Hagelschäden vorbeugen
  7. Werkstatt oder oder selber reparieren?
  8. Mit Hagelschaden zur HU?
  9. Höhe der Versicherungssume
  10. Hochstufung in der Versicherung
  11. Kann ich die Versicherung kündigen?
  12. Häufig gestellte Fragen
  13. Das ist Verivox

Wie entsteht ein Hagelschaden am Auto?

Ist ein Fahrzeug dem Hagelsturm ungeschützt ausgesetzt, können bereits kleine Eisklumpen in Kombination mit sehr starken Windböen Schäden am Auto hinterlassen. Dellen und Kratzer auf der Motorhaube, dem Autodach oder dem Kofferraumdeckel sind die Folgen. Aber auch die Reling am Autodach, Abdeckleisten, Lüftungsgitter oder die obere Kante des Kotflügels können beschädigt werden.

Steigen mit dem Unwetter die Windgeschwindigkeiten sowie die Größe der Hagelkörner, können die Einschläge der Eiskugeln Risse in der Front- und Heckscheibe oder den Scheinwerfern verursachen – solche Glasschäden sollten zeitnah behoben werden.

Auch ein Totalschaden ist möglich

Große Hagelkörner zerbeulen das komplette Auto. Im Grunde ist das Fahrzeug nach schwerem Hagelschlag ein Totalschaden, wenn die gesamte Karosserie nur noch aus Dellen besteht. Front- und Heckscheiben bieten Hagelkörnern ebenfalls eine ideale Angriffsfläche. Hagel geht häufig mit anschließendem Regen einher. Wurden die Scheiben durch Hagelkörner zerstört und anschließender Starkregen dringt in den Fahrgastraum des Autos, kann man ebenfalls von einem Totalschaden sprechen.

Ab welcher Größe Hagelkörner Ihrem Auto gefährlich werden können:

  • 0,5 cm: Normalerweise sprechen Meteorologen erst dann von Hagel, wenn die Eisteilchen einen Durchmesser von 0,5 Zentimetern erreicht haben. Dieser Größenordnung halten Autolacke und Scheiben problemlos stand.
  • 1,5 cm: Werden die Eisklümpchen jedoch größer, zum Beispiel bis zu 1,5 Zentimeter (entspricht der Größe einer Haselnuss) und wird der Wind böiger, sind bereits erste, leichte Lackschäden an der Karosserie möglich.
  • 2 cm: Tiefere Dellen können Hagelkörner ab einem Durchmesser von zwei Zentimetern (entspricht einer 5-Cent-Münze) verursachen.
  • 4 cm: Kritisch wird es ab einer Größe von vier Zentimetern (entspricht der Größe eines Tischtennisballs). Dann treffen die Hagelkörner mit sehr hoher Geschwindigkeit auf das Auto und hinterlassen sehr tiefe, sichtbare Dellen und Kratzer auf der Motorhaube oder dem Autodach.
  • 5 cm: Erreichen die Eiskörner einen Durchmesser von fünf Zentimetern (entspricht der Größe eines Hühnereis), halten Autoscheiben dem Aufprall nicht mehr stand. Im schlimmsten Fall stellt der Gutachter nur noch den „wirtschaftlichen Totalschaden“ fest. Für den Autobesitzer heißt das: Die geschätzten Reparaturkosten sind höher als der Wiederbeschaffungswert seines Fahrzeugs.

Welche Versicherung zahlt bei einem Hagelschaden?

Hat ein Hagelschauer in der Karosserie die typischen Beulen und Dellen oder sogar zersplitterte Front- und Heckscheiben hinterlassen, ist jeder, der zumindest eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen hat, auf der sicheren Seite.

  • Kfz-Haftpflichtversicherung: Die gesetzliche Kfz-Haftpflicht schließt die Regulierung von Schäden durch Hagel definitiv aus. Haben Hagelkörner die Karosserie Ihres Autos beschädigt oder einen Glasschaden hinterlassen, müssen Sie die Kosten für die Reparatur der Blechschäden oder für den Austausch der Windschutzscheibe aus eigener Tasche zahlen.
  • Teilkaskoversicherung: Wenn Sie eine Teilkaskoversicherung für Ihr Fahrzeug abgeschlossen haben, droht Ihnen zumindest bei einem Hagelschaden kein finanzielles Risiko. Denn die Kaskoversicherung kommt für Schäden durch Hagel, Steinschlag oder bei Wildunfällen auf, ebenso wie für unmittelbare Beschädigungen am Auto durch Blitzschlag, Überschwemmung oder Sturm (ab Windstärke 8). Die Reparatur der defekten oder beschädigten Fahrzeugteile übernimmt die Versicherung. In der Regel werden Sie eine Selbstbeteiligung vereinbart haben. Dann ist dieser vertraglich vereinbarte Betrag von Ihnen selbst zu zahlen, die darüber hinaus gehenden Summen übernimmt die Kaskoversicherung.

Gut zu wissen: Nach einem Schaden durch Hagel werden Sie von Ihrem Versicherer nicht in eine höhere Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft. Denn die Teilkaskoversicherung hat eine feste Kfz-Prämie ohne Schadenfreiheitsklassen.

Vollkaskoversicherung: Hagelschäden werden grundsätzlich als Teilkaskoschäden reguliert.

Das hat für Versicherte mit einer Vollkaskoversicherung zwei entscheidende Vorteile:

  1. Ihr Schadenfreiheitsrabatt wird nicht belastet, da es in der Teilkaskoversicherung generell keine Rückstufung gibt.
  2. Versicherungen legen im Hinblick auf die Selbstbeteiligung meist den niedrigeren Betrag – eben den der Teilkaskoversicherung – zugrunde.

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Was kostet die Reparatur von Hagelschäden am Auto?

Die professionelle Reparatur von Dellen durch Hagel liegt je nach Schadensgröße zwischen 30 - 100 Euro. Entscheidet ist, ob lediglich einige Dellen ausgebessert, oder ein Bauteil des Fahrzeugs ausgetauscht werden muss. Ist beispielsweise Ihr Autodach stark beschädigt, kann eine Reparatur und Ausgleich aller Dellen bis zu 500 Euro kosten. Günstiger kann es werden, wenn Sie direkt das gesamte Autobauteil austauschen lassen.

In Eigenregie ist die Reparatur von Hagelschäden am günstigsten. Self-Repair Kits sind im Internet bereits ab 30 Euro zu erhalten.

Entsteht eine Wertminderung durch Hagelschaden?

Das Gutachten eines Sachverständigen gibt in der Regel Auskunft über:

  • die geschätzte Schadenshöhe,
  • die möglichen Reparaturkosten,
  • den Wiederbeschaffungswert für ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug und
  • den Restwert des beschädigten Fahrzeugs.

Bei der Kalkulation der Reparaturkosten wird meist davon ausgegangen, dass die Werkstatt den Hagelschaden mit einer sanften, fachgerechten Reparaturmethode – also zum Beispiel per Smart Repair – beheben kann. Bei leichten Schäden kann daher davon ausgegangen werden, dass der Wertverlust für das Fahrzeug durch die Reparatur moderat ausfällt. Doch nicht immer lassen sich alle Schäden auf diese Art beseitigen, manchmal muss auch gespachtelt, geschweißt und neu lackiert werden. Solche Arbeiten senken den Wert des Fahrzeugs.

Das sollten Sie wissen: Wollen Sie Ihr Auto verkaufen, sind Sie verpflichtet, den Käufer über einen früheren Hagelschaden des Fahrzeugs zu informieren. Sollten Sie diesen verschweigen, kann der Käufer entweder den Kaufpreis mindern oder sogar vom Kaufvertrag zurücktreten.

Schäden durch Hagel: Was ist jetzt zu tun?

AdobeStock_7876826_HagelschadenNach einem Unwetter mit Hagel sollten Geschädigte möglichst zeitnah handeln. Zunächst sollten sie den Schaden, den die Hagelkörner am Fahrzeug verursacht haben, detailliert dokumentieren. Im Anschluss informieren sie ihre Kfz-Versicherung. Zwar ist für solche Schadensfälle keine bestimmte Meldefrist vorgeschrieben, dennoch sollten Versicherte nicht allzu lange warten. Denn für die Versicherung muss der zeitliche Bezug zwischen Unwetter und dem Hagelschaden am Fahrzeug eindeutig erkennbar sein.

Unser Tipp: Fotografieren Sie die Beulen, Dellen oder Risse im Glas – und wenn möglich, machen Sie ebenfalls Fotos von den Hagelkörnern. Denn so können Sie beweisen, dass der Hagel in der Tat schuld an den Schäden an Ihrem Auto ist.

Sind Sie zum Zeitpunkt des Unwetters nicht in der Nähe Ihres Fahrzeugs, aber Sie vermuten, dass Hagelkörner Ihr Auto beschädigt haben, dann sollten Sie das ebenfalls Ihrer Versicherung melden. Haben Sie den Schaden bei Ihrer Kfz-Versicherung angezeigt, kann diese sich an einen Sachverständigen wenden und ihn beauftragen, Ihren Schadensfall genauer zu begutachten.

Der Gutachter kommt: Wie sieht die Vorbereitung aus?

Nach der Schadensmeldung bei der Versicherung wird sich ein Gutachter das beschädigte Fahrzeug genauer ansehen, um möglichst sämtliche Hagelschäden zu identifizieren. Beherzigen Sie deshalb folgende Tipps, damit der Schaden problemlos reguliert werden kann:

  1. Waschen Sie Ihr Fahrzeug vor dem Termin mit dem Gutachter. So sind Beulen und Dellen weitaus besser zu erkennen.
  2. Markieren Sie – beispielsweise mit Klebezetteln – die Schäden, die Sie bereits entdeckt und dokumentiert haben. Das erleichtert dem Gutachter seine Arbeit und er kann sich bei der Suche nach weiteren Beschädigungen auf andere Fahrzeugbereiche konzentrieren.
  3. Lassen Sie Ihren Wagen möglichst im Innenbereich einer Werkstatt begutachten. Denn unter freiem Himmel kann Sonnenschein den Lack in einem täuschend guten Zustand erscheinen lassen.

So beugen Sie Hagelschäden vor

Wie heißt es so schön: „Vorsicht ist besser als Nachsicht“, und das gilt besonders bei Unwettern. Denn die Schadensregulierung für ein demoliertes Auto ist nicht nur ärgerlich, sie nimmt auch viel Zeit, Geld und Nerven in Anspruch. Doch wie können Sie Ihr Auto am besten vor Hagel schützen? Hier einige Tipps:

  1. Auf aktuellen Wetterbericht achten: Hören Sie Radio und achten Sie auf aktuelle Unwetterwarnungen oder nutzen Sie eine Wetter-App für Ihr Smartphone.
  2. Parkmöglichkeiten mit Dach nutzen: Am sichersten steht Ihr Fahrzeug in einer Garage, denn dort ist es vor Umwelt- und Wettereinflüssen am besten geschützt. Auch die Anschaffung eines Carports kann sinnvoll sein.
  3. Auto im Parkhaus abstellen: Leben Sie in einer Stadt und parken normalerweise Ihr Auto auf der Straße? Dann ist es empfehlenswert, bei einer Warnung vor Unwetter, Sturm oder Hagelschauern das Fahrzeug in einem Parkhaus abzustellen. Dort ist Ihr Auto sicher vor Hagel- und Unwetterschäden – und ein Parkticket ist um ein Vielfaches günstiger als die Selbstbeteiligung an einer Reparatur.
  4. Schutzabdeckung für Ihren PKW: Einige Kfz-Zubehör-Ausstatter bieten Autoabdeckungen gegen Hagelschäden an. Einen zuverlässigen Schutz gegen große Hagelkörner können solche Planen aber nicht garantieren. Daher ist die bessere Wahl, eine Unterstellmöglichkeit für Ihr Auto zu suchen. Denn nur so vermeiden Sie einen möglichen wirtschaftlichen Totalschaden.

Hagelschaden: Ab in die Werkstatt oder selber reparieren - was lohnt sich?

AdobeStock_92418759_HagelschaedenDie Reparatur eines Hagelschadens ist keine Pflicht. Mit einer bestehenden Kaskoversicherung ist sie aber sicherlich die beste Wahl. Denn die Versicherung bezahlt den vom Gutachter festgestellten Schaden – und der kann je nach Intensität des Hagelschauers bis zu mehrere tausend Euro betragen. Vor allem für Neu- und Leasingfahrzeuge sowie für Autos, die nicht älter als sieben Jahre sind, lohnt sich in der Regel eine fachgerechte Reparatur.

Übrigens: Wenn Sie den Schaden Ihrer Versicherung gemeldet haben, kann eine Werkstattbindung vorliegen. Das bedeutet, dass die Reparatur in der Partnerwerkstatt Ihres Versicherers erfolgt.

Bei älteren Fahrzeugen, zum Beispiel ab einem Alter von sieben Jahren, nutzen Besitzer meist die Möglichkeit, sich die Schadenssumme von der Versicherung auszahlen zu lassen – ohne die Schäden in einer Werkstatt zu beheben. Dabei wird dem Kunden jedoch nur der Nettoschadensbetrag abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung erstattet.

Rechenbeispiel: Schadenssumme nach Hagelschaden auszahlen lassen

Bei einem sechs Jahre alten Auto mit einem Restwert von 10.000 Euro stellt der Gutachter einen Hagelschaden in Höhe von 4.000 Euro fest. Die Versicherung erstattet dem Besitzer des Autos 3.211,34 Euro. Wie kommt dieser Betrag zustande? Von den 4.000 Euro werden noch 19 Prozent Mehrwertsteuer und 150 Euro Selbstbeteiligung abgezogen.

Wer sich für eine fachgerechte Behebung von Lack- und Blechschäden in einer Kfz-Werkstatt entscheidet, dem stehen je nach Schwere des Schadens mehrere Reparaturmethoden zur Verfügung.

Smart Repair: Für kleinere bis mittlere Schäden

Bei kleineren bis mittleren Schäden an der Karosserie nutzen Kfz-Werkstätten die Small Middle Area Repair Technologies, kurz gesagt: die Smart Repair-Methode. Hierbei werden mit speziellen Hilfsmitteln nur die verbeulten und zerkratzten Stellen repariert, ohne die Autoteile vollständig auszutauschen. So lassen sich kleinere Beulen und Dellen im Blech wieder herausdrücken oder Kratzer mittels der „Spot-Lackierung“ fast vollständig beseitigen. Diese Art der Reparatur ist meist kostengünstiger, schneller und umweltverträglicher als die üblichen Methoden.

Komplettaustausch: Für große Schäden

Bei schweren Lack- oder Blechschäden an einzelnen Teilen wie dem Kotflügel oder der Motorhaube ist ein Austausch sinnvoll. Um die Reparaturkosten dabei möglichst gering zu halten, können gut erhaltene, gebrauchte Ersatzteile verwendet werden.

Lackierung: Ausbesserung mit Hindernissen

Starke Lackschäden werden meist mit dem Aufsprühen von neuem Lack ausgebessert. Solche nachlackierten Stellen bleiben aber meist sichtbar, da beim Lackieren selten der Originalfarbton getroffen wird.

Selbst Hand anlegen: So geht's

Wer sich die Fahrt in die Werkstatt und damit möglicherweise hohe Reparaturkosten ersparen will, der kann selbst Hand anlegen. Mit entsprechenden freiverkäuflichen Reparatur-Sets lassen sich leichte Kratzer im Lack oder auch minimale Beulen im Blech entfernen.

Dagegen gehören Glasschäden an der Windschutzscheibe, vor allem im Sichtbereich des Fahrers, immer in die Hand eines Profis. Entweder durch einen fachgerechten Austausch oder mit speziellen Reparaturmethoden werden Risse oder andere Schäden in der Scheibe schnell und zuverlässig repariert.

Kleine Lackschäden selbst reparieren

Für das Ausbessern von leichten Kratzern im Autolack eignen sich am besten spezielle Lackstifte. Beim Kauf sollte auf den Originalfarbton geachtet werden. In Baumärkten oder im Kfz-Zubehör-Handel sind Smart-Repair-Sets erhältlich, mit denen sich kleinere Blessuren am Fahrzeug kostengünstig selbst reparieren lassen. Eine stark verbeulte Motorhaube oder Risse in der Frontscheibe gehören ohnehin in die Hände eines Fachmanns.

Mit Hagelschaden zur Hauptuntersuchung?

Kratzer, Dellen oder Beulen in der Karosserie eines Fahrzeugs interessieren die Prüfer beim TÜV herzlich wenig. Denn solche Schäden haben so gut wie keinen Einfluss auf die Verkehrstauglichkeit eines Fahrzeugs.

Klafft jedoch ein großer Riss in der Frontscheibe und die nächste Hauptuntersuchung steht demnächst an, sollte dieser Glasschaden besser erstmal repariert werden, bevor der Prüfer sich das Auto genauer anschaut. Denn behindert ein solcher Riss das Sichtfeld des Fahrers, ist eine sichere Fahrt kaum möglich – die HU-Plakette kann in diesem Fall vom Prüfer verweigert werden.

Bis zu welcher Höhe ist der Hagelschaden versichert?

Der maximale Erstattungsbetrag der Versicherung ist mit dem Restwert des Fahrzeugs identisch. Allerdings gibt es eine Abweichung, die einen Kfz-Versicherungsvergleich noch sinnvoller macht. Der Satz: „Wenn ein Neuwagen beim Händler vom Hof fährt, ist er schon nur noch die Hälfte wert“, dürfte vielen Autofahrern bekannt sein. Allerdings erstatten Versicherer über einen gewissen Zeitraum bei einem Totalverlust den Neuwert. Je nach Gesellschaft beträgt dieser Zeitraum sechs Monate oder zwei Jahre, ein extremer qualitativer Unterschied. Für Gebrauchtwagen gibt es eine zeitlich befristete Kaufpreiserstattung, die allerdings auch unterschiedlich gestaltet ist.

Werde ich nach einem Hagelschaden in der Versicherung hochgestuft?

Die Teilkaskoversicherung deckt im Gegensatz zur Kfz-Haftpflicht und der Vollkaskoversicherung nur Schäden, die nicht durch den Versicherungsnehmer oder einen Fahrer seines Autos zu verantworten sind. Auf einen Hagelschauer hat der Fahrzeughalter keinen Einfluss. Vor diesem Hintergrund weist die Teilkaskoversicherung auch keine Schadensfreiheitsklassen auf. Damit entfällt eine Hochstufung nach einem von der Versicherung regulierten Hagelschaden.

Wann kann ich die Teilkaskoversicherung kündigen?

Die Teilkaskoversicherung kann entweder mit der Haftpflichtversicherung gekündigt werden oder zum Ende des Versicherungsjahres alleine. Die Option zur Kündigung abweichend vom Ende des Versicherungsjahres besteht nach einer Schadensregulierung, dem Verkauf des Autos oder der Stilllegung. Es ist allerdings nicht möglich, die Teilkasko zu kündigen und bei einem anderen Versicherer neu abzuschließen, aber die Haftpflichtversicherung beim alten Versicherer zu belassen. Versicherungen kalkulieren ihre Prämien jährlich neu und modifizieren die Vertragsbedingungen. In diesem Zusammenhang ist es absolut sinnvoll, im Herbst anhand des Kfz-Versicherungsvergleichs zu überprüfen, ob sich für das kommende Jahr bessere Leistungen zum gleichen Preis oder gleiche Leistungen für eine günstigere Prämie finden. Auf diese Weise lassen sich schnell einige Euro sparen.

Häufig gestellte Fragen

Ein Hagelschaden zählt nicht als typischer Unfall. Im Falle eines Verkaufs des Fahrzeugs sollte ein Hagelschaden dennoch unbedingt angegeben werden. Denn im Sinne der Offenbarungspflicht muss jeder Mangel, egal welcher Art und egal ob sichtbar oder nicht, im Kaufvertrag angegeben werden. Auch korrigierte Hagelschäden sind dem Kaufinteressenten mitzuteilen, für den Fall, dass die Reparatur technisch nicht einwandfrei durchgeführt wurde.

Besonders bei Neuwagen und Leasingfahrzeugen ist es wichtig, dass Schäden immer fachgerecht repariert werden. Bei Leasingfahrzeugen muss der Schaden sogar zeitnah repariert werden, da dieser sonst spätestens bei Fahrzeugrückgabe ausgeglichen werden muss. Ist das Fahrzeug schon älter und die Schäden überschaubar, kann der Schaden auch ausgezahlt und auf die Reparatur verzichtet werden. Allerdings sollte man immer bedenken, dass beschädigte Stellen durch Hagel anfälliger für Rost werden, wodurch Folgeschäden entstehen. Zudem wirkt sich ein solcher Schaden negativ auf den Wiederverkaufswert aus. Daher sollte man individuell entscheiden und das Für und Wider einer Reparatur abwägen.

Hagelkörner können Dellen, Lackschäden sowie Glasschäden verursachen. In besonders schlimmen Fällen kann es sogar sein, dass das Fahrzeug nicht mehr gefahren werden kann. Pauschal lässt sich keine Aussage darüber treffen, welche Kosten bei einem Hagelschaden entstehen. Es ist von vielen Faktoren abhängig, wie stark der Schaden ist. Logischerweise steigen die Kosten für die Reparatur, je mehr Bereiche des Fahrzeugs beschädigt wurden. Für Reparaturen mit dem SmartRepair-Verfahren kann mit Kosten ab circa 200 Euro gerechnet werden. Muss der Schaden gespachtelt und nachlackiert werden, entstehen deutlich höhere Kosten.

Ralph Wefer

Author

Ralph Wefer

Ralph kam 2017 zu Verivox, um unsere Kunden bei ihrer Suche nach günstigen Finanz- und Versicherungsprodukten zu unterstützen. Zuvor hat er mehrere Jahre als Verbraucher-Journalist bei t-online.de gearbeitet.

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