Der Begriff Vollkasko schlägt sich inzwischen in vielen Bereichen nieder. Der Begriff „Vollkaskomentalität“ ist inzwischen jedem bekannt. Dieser Ausdruck leitet sich aus der Kfz-Versicherung ab. Die Rede ist von der Fahrzeugvollversicherung, der Vollkaskoversicherung. Dieser Versicherungsschutz deckt alle Schäden am Fahrzeug ab, die nicht von einem Dritten verursacht wurden, oder falls der Schädiger nicht feststellbar ist. Unter diese Regulierung fallen auch Schäden, welche vom Fahrzeughalter selbst verursacht wurden. Die Fahrzeugvollversicherung bietet umfangreichen Schutz für alle denkbaren Schäden am Fahrzeug.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Prämien der Fahrzeugvollversicherung werden, gleichsam wie in der Kfz-Haftpflichtversicherung, auch anhand der Schadensfreiheitsklasse ermittelt.
  • Bei der Tarifierung bieten die Versicherer zwischenzeitlich unterschiedliche Optionen an. Diese unterscheiden sich in der Leistung und daraus zwangsläufig auch in der Prämie.

Die Prämienkalkulation

Die Prämien der Fahrzeugvollversicherung werden, gleichsam wie in der Kfz-Haftpflichtversicherung, auch anhand der Schadensfreiheitsklasse ermittelt. Dabei kann die SF-Klasse für die Fahrzeugvollversicherung durchaus von der SF-Klasse für die Haftpflichtversicherung abweichen. Grundlage für jede Berechnung ist natürlich der Fahrzeugtyp und die versicherungsrelevanten Daten des Versicherungsnehmers. Dazu zählen im Haushalt lebende Kinder unter 15 Jahren, die jährliche Fahrleistung, die Berufsgruppe oder der Sachverhalt, dass das Auto über Nacht in einer Garage abgestellt wird, um nur einige Tarifierungsmerkmale zu nennen. In Bezug auf die Garagenunterstellung wird noch zwischen Einzelgarage, Mehrfachgarage und abgeschlossenem Stellplatz unterschieden. Die Fahrzeugvollversicherung schließt die Fahrzeugteilversicherung in vollem Umfang ein. Mögliche Selbstbeteiligungen können für die beiden Vertragsbestandteile in unterschiedlicher Höhe gewählt werden, beispielsweise 150 Euro Selbstbehalt für die Teilkasko und 1.000 Euro für Vollkaskoschäden. Analog zur Haftpflichtversicherung wirkt sich auch das Alter der Fahrzeugnutzer auf die Prämie aus. Fahrer unter 23 Jahren verteuern den Beitrag. Hat dieser Nutzer jedoch das begleitete Fahren, den Führerschein mit 17, absolviert, wirkt sich dies kostenmindernd aus.

Die Tarifvarianten

Bei der Tarifierung bieten die Versicherer zwischenzeitlich unterschiedliche Optionen an. Diese unterscheiden sich in der Leistung und daraus zwangsläufig auch in der Prämie. Bei den Leistungen wird der Standardtarif beispielsweise um den Passus "Regulierung von Parkschäden ohne Selbstbeteiligung" ergänzt. Ähnliches gilt für die Folgeschäden durch Marderbisse. In der höherwertigen Variante werden nicht nur die Kosten für den Schaden als solchen, das durchgebissene Kabel und die Reparatur, sondern auch für den möglichen Folgeschaden, beispielsweise einen Motorschaden nach Ölverlust, reguliert. Bei einem Versicherungsvergleich müssen Verbraucher daher darauf achten, dass sie nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Einen Basistarif einer Gesellschaft mit der Luxus-Variante einer anderen zu vergleichen, und dabei den Preis in den Vordergrund zustellen, führt zu einer Fehlentscheidung bei der Auswahl des Versicherers. Ein weiterer Faktor ist die Neuwerterstattung bei einem Totalschaden. In den Standardtarifen greift diese häufig nur in den ersten sechs oder zwölf Monaten, danach wird nur noch der Zeitwert erstattet. Die teureren Tarifoptionen bieten jedoch eine Neuwerterstattung bis zu 24 Monate nach Erstzulassung.

Vollkasko oder Teilkasko?

Diese Frage stellt sich für viele Autofahrer bei einem Neuwagen nicht. Bei Gebrauchtfahrzeugen geht die Meinung jedoch häufig in die Richtung, dass das Fahrzeug ab einem Alter von vier Jahren keine Vollkasko mehr benötigt. Die Prämien dafür stünden nicht mehr in Relation zum Zeitwert des Wagens. Diese Aussage muss aber auch unter einem anderen Gesichtspunkt gesehen werden. Hat das Auto einen Restwert von 7.000 Euro, muss sich der Versicherungsnehmer darüber im Klaren sein, ob er im Fall eines selbst verschuldeten Totalschadens über das Geld verfügt, ein gleichwertiges Fahrzeug zu erwerben. Ist dies der Fall, kann er auf die Vollkaskoversicherung durchaus verzichten. Ist dies nicht der Fall, ist das Geld, welches eine Fahrzeugvollversicherung kostet, gut angelegt. Gleiches gilt auch, wenn es sich um ein Auto handelt, welches finanziert wurde. Nichts ist ärgerlicher, als wenn ein finanziertes Fahrzeug aufgrund eines selbst verschuldeten Totalschaden zum Verschrotten kommt, der Kredit aber noch viele Jahre zurückgezahlt werden muss. Die Frage Vollkasko oder Teilkasko lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern muss individuell entschieden werden. Ein Versicherungsvergleich zeigt aber, dass bei günstigen Versicherern die Prämien durchaus bezahlbar sind und dass Vollkaskoversicherungen preiswerter sein können, als die Teilkasko bei einem Mitbewerber.