Inspektion und Wartung: Das sollte jeder Autobesitzer wissen

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Wer den Restwert seines Fahrzeuges möglichst hoch halten möchte, geht entsprechend den Vorgaben im Scheckheft mit dem Auto zur Inspektion. Diese und die Wartung sorgen allerdings auch dafür, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibt, ein noch wichtigerer Aspekt. Was passiert eigentlich bei Inspektion und Wartung mit dem Auto, welche Unterschiede gibt es bei den Inspektionen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Inspektion sichert nicht nur den Wertbestand des Autos, sie dient in erster Linie der Verkehrssicherheit.
  • Neuwagen müssen unbedingt nach spätestens 1.500 Kilometern zur Inspektion, um möglichen Metallabrieb aus dem Öl zu entfernen.
  • Die kleine Inspektion bezieht sich in der Regel auf einen Ölwechsel und die Kontrolle der Teile mit erhöhtem Verschleiß.
  • Inspektionen können auch von freien Fachwerkstätten durchgeführt werden, eine Bindung an den Hersteller ist nur bei Leasingfahrzeugen gerechtfertigt.

Wozu die Wartung des Autos?

Ein Auto besteht aus zahlreichen Teilen, die dem Verschleiß unterworfen sind. Dazu zählen beispielsweise die Bremsen. Abgefahrene Bremsen, schlimmstenfalls bis auf die Bremsscheiben hinunter, bedeuten, dass das Fahrzeug nicht mehr ordnungsgemäß verlangsamt oder zum Stillstand gebracht werden kann. Die Unfallgefahr steigt.

Andere Teile, wie Ölfilter, wirken sich nicht direkt auf die Straßenverkehrssicherheit des Wagens aus. Sie beeinflussen aber die Lebensdauer des Motors. Verschmutzte Ölfilter beeinflussen die optimale Ölversorgung nachteilig und können bis zu einem Kolbenfresser führen.

Bei der eigentlichen Inspektion wird das Auto auf mögliche Mängel untersucht. Die Wartung, als zweiter Schritt im Rahmen der „Inspektion“, sorgt für die Verkehrssicherheit des Autos und eine längere Betriebsdauer.

Hat es Folgen, wenn ich das Auto nicht regelmäßig zur Inspektion fahre?

Diese Frage muss man aus zweierlei Gesichtspunkten betrachten. Zum einen hat es Folgen in Bezug auf die Verkehrssicherheit des Wagens, zum anderen auf den Restwert und die Lebensdauer. Ein gut gewartetes Auto wird immer geringere Ausfallerscheinungen aufweisen als ein Fahrzeug, das nie eine Werkstatt von innen gesehen hat. Von der Verkehrssicherheit ganz abgesehen, denn Reifen mit zu wenig Luft sind genauso gefährlich wie ein Lenkrad, das zu viel Spiel hat.

Auf der anderen Seite stehen bei einem Neuwagen mögliche Garantieansprüche gegenüber dem Hersteller. Kommt es zu einem Mangel, und der Eigentümer kann nicht nachweisen, dass er die Inspektionsintervalle eingehalten hat, verliert er die Ansprüche. Im Rahmen eines Leasingvertrages macht er sich sogar des Vertragsbruchs schuldig, da er angewiesen ist, die Intervalle unbedingt einzuhalten. Es ist schließlich nicht sein Auto.

Was passiert bei der Inspektion?

Im Rahmen der Inspektion wird das Auto auf seine Funktionstüchtigkeit überprüft. Es gibt einen Lampentest, die Scheibenwischer werden geprüft, die Bremsbeläge, die Ölfilter, die Luftfilter im Innenraum, das Spiel der Achsen, kurz, alles.

Ziel der Inspektion ist es herauszufinden, ob der Ist-Zustand des Autos dem Soll-Zustand entspricht. Gibt es Abweichungen, greift die Wartung. Grundsätzlich werden abhängig vom Kilometerstand immer Wartungsarbeiten vorgenommen, beispielsweise ein Ölwechsel.

Welche Wartungsintervalle sind empfohlen?

Die Wartungsintervalle hängen vom Hersteller und Fahrzeugtyp ab. Da der Verschleiß bestimmter Teile von der Laufleistung abhängt, werden die Wartungsintervalle meist in Kilometern angegeben, ergänzt um den Zusatz „einmal im Jahr“ oder „alle zwei Jahre“. Üblicherweise betragen die Wartungsintervalle 15.000 Kilometer oder 30.000 Kilometer. Nicht jeder Baustein eines Autos wird alle 15.000 Kilometer überprüft. Immer mehr Autos nutzen eine Sensorüberwachung einzelner Baugruppen. Darauf basierend erfolgt beispielsweise eine Information in der Anzeige, wenn die Bremsen erneuert werden müssen.

Große und kleine Inspektion – der Unterschied

Bei der kleinen Inspektion steht der Ölwechsel im Vordergrund. Sie schließt auch eine Überprüfung der Teile mit einem möglichen hohen Verschleiß, beispielsweise Bremsen, mit ein. Die kleine Inspektion ist in der Regel alle 15.000 Kilometer notwendig. Die Einhaltung empfiehlt sich, um sicherzustellen, dass das Motoröl immer die bestmögliche Qualität aufweist.

Die große Inspektion, die in längerfristigen Intervallen anfällt, umfasst

  • Motor
  • Abgassystem
  • Getriebe
  • Achsen
  • Karosserie
  • Elektrik
  • Räder und Reifen

An der Karosserie wird beispielsweise geprüft, ob möglicher Rost tragende Rahmenteile befallen hat.

Wann muss ein Neuwagen zum ersten Mal zur Inspektion?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie vom Hersteller abhängt. Üblicherweise findet die Erstinspektion bei einem Neuwagen bereits nach 1.000 oder 1.500 Kilometern statt.

Sie dient dazu, festzustellen, dass das Auto auch wirklich einwandfrei funktioniert. Einige Teile im mechanischen Segment müssen sich erst „einlaufen“, bevor eine Prüfung auf ordnungsgemäßes Funktionieren möglich ist.

Gerade im Motorbereich kommt es am Anfang zu erhöhtem Abrieb, beispielsweise bei den Kolbenringen. Dieser sammelt sich im Öl an und kann mittelfristig einen Motorschaden bewirken. Aus diesem Grund ist der frühzeitige erste Ölwechsel sehr wichtig. Die Erstinspektion umfasst aber auch eine Kontrolle aller Schraubverbindungen. Nicht umsonst soll man auch nach einem Räderwechsel nach 50 bis 100 Kilometern noch einmal die Schrauben nachziehen.

Kann ich die Werkstatt frei wählen?

Gerichtsurteile haben immer wieder bestätigt, dass eine Inspektion von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden kann. Die Vorgabe, eine Werkstatt des Herstellers aufzusuchen, ist nicht gegeben.

Dies entfällt allerdings bei Leasing-Fahrzeugen. Der Leasinggeber ist berechtigt, eine bestimmte Werkstatt zu benennen, welche die Inspektion durchführen kann. Üblicherweise gilt allerdings der Begriff der Vertragswerkstatt. Wer sein Fahrzeug in München kauft, aber in Hamburg wohnt, wird kaum zur Inspektion wieder nach Bayern fahren.

Mit welchen Kosten muss ich bei der Inspektion rechnen?

Auch diese Frage ist nicht allgemeingültig zu beantworten. Die Kosten hängen davon ab, welche Wartungsarbeiten durchgeführt werden müssen. Eine kleine Inspektion schlägt mit 200 Euro bis 400 Euro zu Buche, eine große Inspektion wird deutlich teurer.

Allerdings muss man auch unterscheiden, wo die Inspektionen durchgeführt werden. Große Werkstattketten bieten günstigere Preise als die Vertragswerkstatt des Herstellers. Freie, kleine Werkstätten können die Inspektion ebenfalls ohne Verlust der Garantieansprüche durchführen und kalkulieren in der Regel auch mit niedrigeren Stundensätzen. Bei Ersatzteilen verwenden sie häufig auch nicht das Teil mit dem Firmenlogo auf der Verpackung, sondern sogenannte „weiße Ware“. So konnten beispielsweise für den Volvo 760 GLE die deutlich günstigeren VW-Teile im Motor verarbeitet werden, da der Motor baugleich mit dem des VW-Busses war. Volkswagenprodukte sind Massenprodukte, die von Dritten hergestellt und auch ohne Namen verkauft werden.