Schimmel im Auto entfernen und vermeiden: die besten Tipps

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Wer Schimmel im Auto bemerkt, der sollte diesen unverzüglich entfernen oder entfernen lassen. Zum einen können Schimmelpilzsporen zu gesundheitlichen Problemen führen, beispielsweise zu Atemwegserkrankungen. Gefährdet sind insbesondere Kinder und ältere Menschen. Zum anderen senkt Schimmel im Auto den Wiederverkaufswert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ursache für Schimmel im Auto ist immer Feuchtigkeit, die beispielsweise durch kaputte Dichtungen oder offen gelassene Fenster ins Fahrzeug gelangt.
  • Sowohl von innen beschlagene Fensterscheiben als auch feuchte Autositze und ein anhaltender muffiger Geruch sind Anzeichen für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit oder einen Schimmelbefall.
  • Für gewöhnlich lässt sich der Schimmel mit speziellen Reinigungsmitteln bekämpfen, doch wenn dieser sich in der Klimaanlage oder Lüftung festsetzt, ist ein Werkstattbesuch notwendig.
  • Um Schimmel im Auto vorzubeugen, gilt es, Feuchtigkeit im Fahrzeuginneren zu vermeiden.

Wie entsteht Schimmel im Auto?

Da die für Schimmel verantwortlichen Pilzsporen in der Natur sehr häufig vorkommen, lässt es sich kaum verhindern, dass sie ins Auto gelangen – beispielsweise über die Klimaanlage oder durch das Öffnen der Tür. Gegen das Eindringen der Sporen können Fahrzeugbesitzer also fast nichts tun.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Faktor, der die Bildung von Schimmel im Fahrzeug begünstigt: Feuchtigkeit im Auto. Diese kann durch kaputte Fenster- und Türdichtungen oder ein nicht komplett verschlossenes Autofenster ins Fahrzeuginnere gelangen. Bei älteren Fahrzeugen dringt Feuchtigkeit häufig auch durch rostige Stellen ein. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass durchnässte Gegenstände zur Entstehung von Schimmel im Auto führen. So kann es etwa passieren, dass der Fahrer eine nasse Jacke oder verschwitzte Sportsachen im Auto vergisst, deren Feuchtigkeit in die Umgebungsluft gelangt.

Welche Anzeichen deuten auf Feuchtigkeit oder Schimmel im Auto hin?

Es gibt mehrere Indizien, die auf Schimmel im Auto hinweisen. Ein deutliches Anzeichen sind von innen beschlagene Autoscheiben sowie feuchtkühle Autositze. Ein weiteres Indiz ist muffiger Geruch, der sich selbst durch ausgiebiges Lüften nicht beseitigen lässt. Verbreitet sich der Geruch erst nach dem Einschalten der Klimaanlage, ist diese mit hoher Wahrscheinlichkeit der Ursprung des Schimmelbefalls. Klimaanlagen sind nämlich ein optimaler Nährboden für die Pilzsporen.

Wie lässt sich Schimmel im Auto am besten beseitigen?

Prinzipiell kann Schimmel an unterschiedlichen Bereichen des Fahrzeugs entstehen. Zunächst müssen Autohalter herausfinden, wie die Feuchtigkeit ins Fahrzeuginnere gelangte. Außerdem ist es notwendig, die Dichtungen des Wagens zu prüfen sowie sämtliche Feuchtigkeitsquellen zu entfernen. Oft hilft es, einen sogenannten Auto-Entfeuchter zu verwenden. Dieser entzieht der Luft Wasser und trägt damit dazu bei, Feuchtigkeit aus dem Auto zu verbannen.

Welche Mittel sich konkret zur Bekämpfung des Schimmels eignen, hängt vor allem davon ab, wo genau er sich festgesetzt hat. Die nachfolgende Liste zeigt Maßnahmen für die unterschiedlichen Stellen im Auto, an denen Schimmel häufig auftritt:

  • Schimmel auf dem Autositz: Hier empfehlen sich für Textilien entwickelte Anti-Schimmelmittel. Diese nutzen für gewöhnlich spezielle organische Ammoniumverbindungen, die den empfindlichen Polstern nicht schaden. Auf Mittel mit Chlor, Wasserstoffperoxid oder Alkohol mit zusätzlichen Kalkverbindungen sollten Fahrzeughalter hingegen verzichten, da die Inhaltsstoffe das Polster ausbleichen können.
  • Schimmel auf Kunststoffen: Auf den meisten Kunststoffen lässt sich ein chemisches Anti-Schimmelspray verwenden. Nach dem Auftragen und Einwirken des Mittels müssen die Flächen feucht abgewischt werden. Zusätzlich müssen Fahrzeughalter sicherstellen, dass die behandelten Bereiche später wieder gut trocknen können. Alternativ können Autobesitzer auch reinen Alkohol (in der Apotheke erhältlich) zur Schimmelentfernung verwenden.
  • Schimmel am Fenster: Insbesondere bei älteren Fahrzeugen kommt es vor, dass am Übergang zwischen Fenster und Autotür Schimmel auftritt. Da sich der Befall meist auch unter der Verkleidung fortsetzt, empfiehlt es sich, die betroffenen Fenster auszubauen und den Schimmel auch dort zu entfernen.
  • Schimmel in der Klimaanlage/Lüftung: Hat sich dort Schimmel festgesetzt, ist es unumgänglich, einen Fachmann aufzusuchen. Allerdings bietet nicht jede Werkstatt einen entsprechenden Service an. Da sich die Kosten je nach Anbieter stark unterscheiden können, sollten Sie mehrere Angebote einholen und vergleichen.

Mit diesen Tipps Schimmel im Auto vermeiden

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Schimmel im Auto vorzubeugen. Prinzipiell empfiehlt es sich, das Fahrzeug an einem trockenen Platz unterzustellen. Darüber hinaus sollten sich Fahrzeughalter nach jeder Fahrt vergewissern, dass die Fenster geschlossen sind. Zudem sollten sie in regelmäßigen Abständen die Dichtungen überprüfen. Bei längerer Standzeit ist es sinnvoll, den Wagen hin und wieder durchzulüften.

Ist Feuchtigkeit ins Auto gelangt, kann ein Auto-Entfeuchter helfen. Eine Schüssel mit Salz, Kaffeepulver oder Reis ist ein bewährtes Hausmittel, mit dem sich die Feuchtigkeit binden lässt. In Socken gefülltes Katzenstreu hat denselben Effekt. Nasse Sitzbezüge sollten Sie einfach abnehmen und außerhalb des Autos trocknen lassen. Darüber hinaus sollten Fahrzeughalter stets daran denken, nasse Kleidung oder Regenschirme nicht länger als notwendig im Auto zu verwahren.

Besteht bei Schimmel im Auto ein Anspruch auf Versicherungsleistungen?

Bei Schimmel in der Klimaanlage oder Lüftung ist es erforderlich, eine Werkstatt aufzusuchen. Das verursacht Kosten. Doch die Kfz-Versicherung kommt in der Regel nicht für durch Schimmel verursachte Schäden auf.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: Ist der Schimmel im Auto die Folge eines Hochwassers, greift wohlmöglich eine Elementarschadenversicherung. Diese ist meist schon Bestandteil einer Teilkasko. Allerdings müssen Autobesitzer in einem solchen Fall mit weit größeren Schäden als nur Schimmel rechnen, da Schlamm und Wasser häufig die Elektronik und/oder den Motor zerstören.