Grünes Gas

Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass grünes Gas im Zuge der Energiewende eine wichtige Rolle einnehmen muss, wenn sie gelingen soll. Als „grün“ gilt sowohl erneuerbares als auch dekarbonisiertes (CO2-neutrales) Gas, denn in beiden Fällen entstehen keine klimaschädlichen Emissionen. Damit gibt es gleich mehrere Alternativen zu fossilem Erdgas.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Grünes Gas in Form von Biogas
  3. Grünes Gas aus regenerativen Energien erzeugen
  4. Das Grünes-Gas-Label
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Jetzt Ökogaspreise vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei grünem Gas handelt es sich entweder um Biomethan, Wasserstoff oder synthetisches Methan.
  • Grünes Gas lässt sich entweder durch die Vergärung von organischem Material (Biogasanlage) gewinnen oder durch die Umwandlung von Sonnen- und Windenergie.
  • Das Grünes-Gas-Label ist ein Gütesiegel für Biogas-Tarife; für die Zertifizierung wird der gesamte Erzeugungsprozess berücksichtigt.

Grünes Gas in Form von Biogas

Eine Möglichkeit, grünes Gas zu produzieren, stellen Biogasanlagen dar. In diesen entsteht durch die Vergärung (anaerober Abbau durch Mikroorganismen) von organischem Material Methan. Als Biomasse lassen sich bis auf Holz- und Cellulosefasern fast alle tierischen und pflanzlichen Stoffe nutzen. Verwendung finden in der Landwirtschaft anfallende Nebenprodukte, Bioabfälle, Tierjauche, aber auch Mais und Getreide. Die Nutzung von Energiepflanzen zur Erzeugung von grünem Gas steht jedoch teilweise in der Kritik. Die Begründung lautet, dass das Verfahren große Flächen bindet, die ansonsten zum Anbau von Nahrungsmitteln dienen könnten.

Obwohl natürlich auch bei der Verbrennung von grünem Gas CO2 entsteht, gilt es als klimaneutral. Dies mag den einen oder anderen Verbraucher vielleicht erst einmal irritieren, lässt sich jedoch relativ leicht erklären. Die CO2-Emissionen entsprechen hier nämlich der Menge an Kohlenstoffdioxid, die die Pflanzen zuvor aus der Luft absorbiert und gespeichert haben.

Besonderer Hinweis:

Ökogas-Tarife gelten zwar ebenfalls als klimaneutral. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es sich auch um Biogas handelt. Um Gas als Ökogas verkaufen zu dürfen, können die Versorger auch Emissionszertifikate erwerben oder Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- oder Schwellenländern fördern.

Grünes Gas aus regenerativen Energien erzeugen

Mithilfe des sogenannten Power-to-Gas-Verfahrens lässt sich grünes Gas in einem zweistufigen Prozess auch aus Wind- und Solarenergie erzeugen. Ein solches Vorgehen wird im Fall einer Netzüberlastung angewendet, damit es nicht notwendig ist, Wind- und Solaranlagen runterfahren zu müssen. Durch Elektrolyse entsteht aus dem Überangebot an regenerativer Energie zunächst Wasserstoff. Diesen kann der Anlagenbetreiber direkt in das Gasnetz einspeisen. Es ist jedoch ebenso möglich, Wasserstoff zu synthetischem Gas weiterzuverarbeiten. Dieses weist eine große Ähnlichkeit mit konventionellem Gas auf.

Ein großer Vorteil dieser Methode stellt das hohe Speichervermögen des Gasnetzes dar. Während Pumpspeicher deutschlandweit lediglich etwa 0,05 Terawattstunden Energie speichern können, ist die Speicherkapazität des Erdgasnetzes mit 240 Terawattstunden um ein Vielfaches höher.

Was ist das Grünes-Gas-Label?

Das Grünes-Gas-Label ist ein Gütesiegel für Biogas-Tarife in Deutschland, das die ökologische Verträglichkeit der Gaserzeugung auf sämtlichen Verarbeitungsstufen berücksichtigt. Die Zertifizierung erfolgt nach einem detaillierten Kriterienkatalog, den Branchenfachleute in regelmäßigen Abständen überprüfen und falls notwendig aktualisieren. Die Vergabe des Labels an den Betreiber eines Atomkraftwerks ist nicht möglich. Dies gilt ebenso für die fragwürdigen CO2-Kompensationen. Den Zertifizierungsprozess verantwortet ein unabhängiges Institut. Welche Kriterien Gasanbieter unter anderem erfüllen müssen, um das Grünes-Gas-Label zu erhalten, veranschaulicht die folgende Liste:

  • Nutzung von biogenen Rohstoffen: Für die Biogaserzeugung dürfen Anlagenbetreiber Lebensmittelabfälle (etwa Küchenabfälle oder verdorbenes Fallobst), Reststoffe (etwa Pflanzenreste oder Laub) und nachwachsende Rohstoffe nutzen. Allerdings gelten für Letztere strenge Auflagen.
  • Ökologische Verarbeitung der Rohstoffe: Das als Gärsubstrat verwendete Material sollte nach Möglichkeit aus der Region stammen (höchstens 50 Kilometer Entfernung). Da die Energieeffizienz ausschlaggebend für die Nachhaltigkeit ist, ist es zudem wichtig, dass der Gasanbieter aktuelle Technik verwendet.
  • Förderung der Energiewende: Es können lediglich solche Tarife ein Gütesiegel erhalten, die sich aktiv für die Beschleunigung der Energiewende und die Nutzung erneuerbarer Energien einsetzen.

Wer vergibt das Label?

Hinter dem Gütesiegel steckt der Grüner Strom Label e. V. Dabei handelt es sich um einen seit 1998 existierenden gemeinnützigen Verein, zu dessen Gründungsmitgliedern neben Umwelt- und Verbraucherverbänden auch Friedensorganisationen gehörten. Die Vision des Vereins besteht darin, eine vollständige Abdeckung des Energiebedarfs durch erneuerbare Energiequellen zu erreichen. Um diesem Ziel näherzukommen, möchte die Organisation mit ihren beiden Labels „Grüner Strom“ und „Grünes Gas“ für mehr Transparenz am Energiemarkt sorgen und die ökologische Energieerzeugung fördern. Mit der Zertifizierung hat die Organisation jedoch das unabhängige Institut DVGW CERT GmbH beauftragt.

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