Eine Beißschiene wird meist gegen das Zähneknirschen eingesetzt. Um langfristigen körperlichen Beschwerden vorzubeugen, empfiehlt es sich, rechtzeitig mit dem Zahnarzt über die Möglichkeit einer Beißschiene zu sprechen. Wie die Beißschiene funktioniert, was sie kostet und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Gründe für eine Beißschiene
  3. Was bringt eine Beißschiene?
  4. Was kostet eine Beißschiene?
  5. Wie oft muss man die Beißschiene tragen?
  6. Welche Beißschienen gibt es?
  7. Wie pflege ich die Beißschiene?
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Zahnzusatzversicherung - Vergleich der Zahnversicherungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Beißschiene wird auch Aufbissschiene, Knirscherschiene, Zahnschiene oder CMD-Schiene genannt.
  • Eine Beißschiene legt sich wie eine Schutzschicht über die Zähne und schützt somit vor Schäden an der Zahnsubstanz.
  • Die Kosten für eine Beißschiene betragen bis zu 800 Euro und werden im Regelfall von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
  • Meistens wird eine Beißschiene nachts getragen. In besonders schwerwiegenden Fällen wird das Tragen auch tagsüber empfohlen.

Gründe für eine Beißschiene

Stehen die Zähne schief oder hat der Kiefer eine Fehlstellung, wird die normale Funktionsweise des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur beeinträchtigt. Hier kann eine Beißschiene Abhilfe schaffen.

Der fachmedizinische Ausdruck für Fehlfunktionen des Kiefergelenks ist craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Unter diesem Begriff werden mehrere Symptome im Bereich Kiefergelenke, Kaumuskulatur, Kopf und Mund zusammengefasst.

Die häufigste Funktionsstörung ist das Zähneknirschen, in der Fachsprache Bruxismus genannt. Das Zähneknirschen ist eine unbewusst herbeigeführte Bewegungsstörung, die hauptsächlich im Schlaf stattfindet. Die Auslöser für das Zähneknirschen sind meist stressbedingt. Das ständige Aufeinanderreiben der Zähne verursacht Kiefergelenkschmerzen und beeinträchtigt die Zahngesundheit erheblich. Auf Dauer wird oftmals der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen. Betroffene leiden unter Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Schwindel und starken Nacken- oder Rückenverspannungen. Um das Kausystem zu regulieren und den Unterkiefer aus der Verzahnung mit dem Oberkiefer zu befreien, wird eine Aufbissschiene eingesetzt.

Was bringt eine Beißschiene?

Eine Beißschiene schützt Ihre Zähne und entlastet Kiefergelenke sowie die Kaumuskulatur. Die Beißschiene liegt wie eine Schutzschicht über den Zähnen und unterstützt die Interaktion von Kaumuskulatur und Kiefergelenken. Der Kontakt zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers, die sogenannte Okklusion, wird durch eine Aufbissschiene korrigiert. Somit wird ein Reiben und Pressen der Zähne unterbunden und Schäden an der Zahnsubstanz, am Zahnhalteapparat sowie an den Kiefergelenken verhindert.

Was kostet eine Beißschiene?

Die Gesamtkosten für eine Aufbissschiene setzen sich aus dem Zahnarzthonorar für die Kiefergelenk-Analyse und der Herstellung sowie Materialkosten der Beißschiene zusammen. Je nach Art der Schiene variieren die Kosten und können bis zu 800 Euro betragen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Beißschiene?

In der Regel kommt die Krankenkasse für die Kosten einer einfachen Aufbissschiene pro Jahr auf. Die Kosten für eine Funktionsdiagnostik des Kiefers, die viele Zahnärzte als notwendig halten, übernimmt die Krankenkasse nicht. Hier sind meist 120 bis 250 Euro Zuzahlung fällig. Die Kiefergelenkfunktionsanalyse wird durchgeführt, um ausschließen zu können, dass das Knirschen durch die Fehlstellung von Zähnen oder Kiefergelenk ausgelöst wird.

Sollten Sie trotz einer Beißschiene weiter knirschen und die Schiene somit schnell abnutzen, müssen Sie den Ersatz für die beschädigte Schiene selbst zahlen. Mit einer entsprechenden medizinischen Begründung durch den Zahnarzt werden die Kosten möglicherweise von der Krankenkasse übernommen.

Aufbissschienen aus dem Internet oder dem Drogeriemarkt sind zwar günstiger, passen oftmals aber nicht richtig. Dadurch können mehr Schäden entstehen, als dass die Beschwerden gelindert werden. Je nachdem wie heftig geknirscht wird, halten die meist weichen Schienen dem Druck nicht stand und gehen schnell kaputt. Sinnvoller ist es, die Beißschiene professionell vom Zahnarzt anpassen zu lassen.

Wie oft muss man die Beißschiene tragen?

Meistens wird eine Beißschiene nachts getragen. Je nachdem wofür die Schiene eingesetzt wird, sollte die Beißschiene auch tagsüber getragen werden. Die Tragedauer richtet sich nach den Beschwerden des Patienten und ihrem Abklingen. Daher lässt sich eine generelle Tragedauer schwer festlegen. Wenn die Beschwerden schnell nachlassen, kann die Tragezeit der Schiene bereits nach wenigen Wochen verringert oder das Tragen sogar ganz eingestellt werden.

Welche Beißschienen gibt es?

Die Beißschiene wird je nach therapeutischen Zielen und Bedürfnissen des Patienten individuell gefertigt. Dabei wird darauf geachtet, welche Symptome der Patient hat und welche Aufgabe die Zahnschiene erfüllen soll. Nach einer intensiven Diagnose kann der passende Schienentyp festgelegt werden.

Harte oder weiche Aufbissschiene?

Es gibt Beißschienen aus hartem und weichem Material. Je nach den persönlichen Vorlieben des Patienten entscheidet sich, welches Material genutzt wird. Die harten und weichen Schienen unterscheiden sich vor allem im Tragekomfort.

Die harten Zahnschienen sind aus kunststoffähnlichem Material, ähnlich wie Zahnspangen. Die weichen Aufbissschienen sind aus weichbleibendem Kunststoff. Beide Materialien sind farblos transparent. Mit Beschwerden ist meist bei keiner der beiden Schienenarten zu rechnen, dennoch werden die Beißschienen aus weichem Material von vielen Patienten als angenehmer empfunden.

In manchen Punkten ist die Wirksamkeit der harten Schiene allerdings überlegen. Sie zwingt den Kiefer in eine bestimmte Form und gibt nicht nach. Dadurch wird sie besonders in der CMD-Therapie vorzugsweise eingesetzt.

Adjustierte Beißschiene und nicht adjustierte Beißschien

Zudem wird zwischen adjustierten und nicht adjustierten Aufbissschienen unterschieden. Die adjustierte Aufbissschiene ist in der Fertigung und Anpassung aufwendig. Der Zahntechniker arbeitet anhand zweier Kiefermodelle die optimale Kieferstellung in die Schiene ein. Diese weist kleine Einkerbungen, Reliefs oder Rillen auf. Die adjustierte Schiene kann die Bisslage ausgleichen und somit zeitweise oder dauerhaft das Zähneknirschen reduzieren.

Die nicht adjustierte Beißschiene, auch Miniplastschiene genannt, besteht aus einem einfachen Kunststoffüberzug, der über den Zahnbogen gelegt wird. Dadurch wird eine weitere Abnutzung der Zähne verhindert. Die Miniplastschiene wird meistens nachts getragen.

Wie pflege ich die Beißschiene?

Folgende Tipps können bei der Reinigung der Beißschiene hilfreich sein:

  • Die Beißschiene nach jedem Tragen reinigen, um Karies und Paradontitis vorzubeugen.
  • Die Aufbissschiene einfach mit etwas milder Seife und Wasser gut abspülen.
  • Verwenden Sie keine Bürste oder Zahnpasta zur Reinigung, da diese die Oberfläche der Schiene zerkratzen können und sich dadurch leichter Bakterien anlagern.
  • Die Aufbissschiene morgens für mindestens 15 Minuten verdünnte Essig- oder Zitronensäure legen.
  • Bewahren Sie die Schiene in einer luftdichten Zahnspangendose auf.
  • Achten Sie darauf, dass die Schiene im trockenen Zustand nicht streng riecht. Sollte dies der Fall sein, muss die Schiene bald ausgetauscht werden.

Haltbarkeit der Beißschiene

Wie lange eine Beißschiene hält, ist abhängig von der Belastung und Pflege der Schiene. In den meisten Fällen wird die Beißschiene tagtäglich getragen, was natürlich die Haltbarkeit der Schiene reduziert. Die Beißschiene kann bis zu fünf Jahre halten. Je intensiver die Schiene belastet wird, desto schneller nutzt sie sich ab und muss ausgetauscht werden. Wenn Sie also besonders stark knirschen, hält Ihre Beißschiene voraussichtlich nicht länger als ein halbes Jahr.

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