Bild: Primärenergie ©luigi giordano/fotolia.com

Primärenergie

Mit dem Begriff „Primärenergie“ werden die in der Natur vorkommenden Energiequellen bezeichnet. Von Sekundärenergie spricht man hingegen, wenn diese erst durch einen Umwandlungsprozess aus der Primärenergie erzeugt werden muss – was meist mit Verlusten einhergeht. Die beim Verbraucher ankommende Energie bezeichnet man als Endenergie. Es ist derjenige Teil der Primärenergie, welcher dem Endkunden nach Abzug von Transport- und Umwandlungsverlusten für Heizung, Warmwasser und Lüftung zur Verfügung steht.

Zur Primärenergie gehören: Fossile Energieträger (Steinkohle, Braunkohle, Torf, Erdgas, Erdöl), regenerative Energien wie Sonnenenergie, Biomasse, Windenergie, Wasserkraft (einschließlich Gezeiten), Wellenkraft, Meeresströmung, Geothermie. Aber auch die durch Kernspaltung oder Kernfusion gewonnene Kernenergie wird zu den Primärenergien gezählt.

Primärenergieverbrauch

Der Primärenergieverbrauch ergibt sich aus dem Endenergieverbrauch und den Verlusten, die bei der Erzeugung der Endenergie aus der Primärenergie auftreten. In der Regel wird diese Energie kurz nach ihrer Gewinnung wieder verbraucht. Nur ein kleiner Teil wird gespeichert. In Deutschland hatte im Jahr 2011 Mineralöl einen Anteil von 34 Prozent am Primärenergieverbrauch, gefolgt von Erdgas (20,4 Prozent), Stein- und Braunkohle (12,6 bzw. 11,7 Prozent), Kernenergie (8,8 Prozent) und erneuerbaren Energien (10,9 Prozent).

Zum Vergleich - Im Jahr 2016 sieht der Primärenergieverbrauch Deutschlands wiefolgt aus: Mineralöf 34 Prozent, Erdgas 23 Prozent, Stein- und Braunkohle 12 bzw. 11 Prozent, Kernenergie 7,4 Prozent und erneuerbare Energien 12,6 Prozent.

Primärenergieerzeugung

Der Primärenergieerzeugung steht der Primärenergieverbrauch gegenüber. Die Primärenergieerzeugung erfolgt auf verschiedene Art und Weise: Primärelektrizität wird beispielsweise in Kernkraftwerken oder in Solar- und Windkraftanlagen gewonnen. Bei der Primärenergieerzeugung ist zu berücksichtigen, dass ein großer Teil der Primärenergie als Abwärme verloren geht und nicht mehr als Nutzenergie zur Verfügung steht, wenn etwa Primärenergie in Kraftwerken in Elektrizität umgewandelt wird.

Bedeutung der Primärenergie

Eine wichtige Rolle spielt der Faktor Primärenergie bei der Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV): Denn darin wird als zentrale Anforderung für Neubauten eine Begrenzung des spezifischen Jahres-Primärenergiebedarfs für die Beheizung und die Warmwasserbereitung vorgeschrieben. Aber auch bei dem seit 2008 vorgeschriebenen Energiepass für Gebäude ist der Jahres-Primärenergiebedarf von Bedeutung: der Primärenergiefaktor des jeweiligen Energieträgers ist eine wesentliche Berechnungsgrundlage, denn er gibt das Verhältnis von eingesetzter Primärenergie zu nutzbarer Endenergie wieder.

Einige Neuerung bringt die Energieeinsparverordnung EnEV 2014 mit sich, die seit dem 1. Mai 2014 in Kraft ist. Ziel der EnEV 2014 ist es, den Energieverbrauch zu senken mit dem langfristigen Ziel, bis zum Jahr 2050, den gesamten Gebäudebestand auf ein klimaneutrales Niveau zu bringen.
Seit dem 1. Mai 2015 müssen Verkäufer oder Vermieterin auch Energiekennwerte in Immobilienanzeigen veröffentlichen. Geschieht das nicht, obwohl ein Energieausweis vorliegt, handeln sie ordnungswidrig.

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Text: Verivox
Bild: luigi giordano
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