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Tiny House

Wohnglück auf 20 Quadratmetern: In einem Tiny House zu leben bedeutet, seinen Wohnraum optimal auszunutzen. Nicht nur im Ursprungsland USA liegt das Tiny House im Trend. Auch hierzulande stößt das Wohnen auf kleinstem Raum auf großes Interesse.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist ein Tiny House?
  3. Unterschied zwischen einem Haus auf Rädern und einem Wohnwagen
  4. Wo darf ein Tiny House in Deutschland stehen?
  5. Energieeffizienz, Elektrogeräte & Co.: Worauf achten?
  6. Wie viel kostet ein Tiny House?
  7. Was ist die Tiny House Movement?
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Jetzt Stromtarif sichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Tiny House ist ein „winziges Haus“ mit einer Grundfläche von unter 50 Quadratmetern.
  • Grundsätzlich sind Tiny Houses in Deutschland erlaubt, gelten aber als genehmigungspflichtig.
  • Wo das Tiny House stehen darf, steht in der Verordnung über die bauliche Nutzung von Grundstücken.
  • Die Kosten für ein Tiny House liegen zwischen circa 20.000 Euro und 140.000 Euro.

Was ist ein Tiny House?

Der Begriff Tiny House kommt aus dem US-amerikanischen Englisch und bedeutet übersetzt „winziges Haus“. Im deutschen Sprachgebrauch ist das Tiny House auch bekannt unter den Bezeichnungen Minihaus, Singlehaus, Microhaus oder Haus auf Rädern. In der Regel werden sie synonym verwendet. Das Tiny House ist nicht zu verwechseln mit einem Earthship. Hierbei handelt es sich um ein autarkes Haus, das vollkommen nachhaltig gebaut ist und sich dank geschlossener Versorgungs- und Energiekreisläufe selbst versorgt.

Obwohl Tiny Houses grundsätzlich in Deutschland erlaubt sind, existiert für sie weder im Duden noch im deutschen Baurecht eine offizielle Definition. Auch die maximale Grundfläche eines Tiny Houses ist nicht gesetzlich definiert. In Deutschland gilt jedoch die Faustregel, dass ein Tiny House eine Grundfläche von unter 50 Quadratmeter haben sollte.

Worin liegt der Unterschied zwischen einem Haus auf Rädern und einem Wohnwagen?

Komplizierter wird es bei den Begriffen Haus auf Rädern und Wohnwagen: Bei Letzterem handelt es sich um einen mobilen Anhänger, der mit einer Campingtechnik ausgestattet ist und sich daher nur für Freizeitzwecke eignet. Es fehlen Anschlüsse ans Strom-, Wasser- und Abwassernetz, die wiederum bei einem Haus auf Rädern, auch bekannt als Tiny House on wheels, vorhanden sind.

Manche Tiny-House-Besitzer beantragen für ihr Haus auf Rändern eine Wohnwagen-Zulassung, wenn sie es bewegen und zu Freizeitzwecken auf einem Campingplatz abstellen wollen.

Wo darf ein Tiny House in Deutschland stehen?

Wer dauerhaft in einem Tiny House lebt, bewohnt per Landesbauordnung ein Gebäude der Gebäudeklasse 1. Als solches ist das Tiny House genehmigungspflichtig. Wo das Tiny House stehen darf, steht in der BauNVO, der Verordnung über die bauliche Nutzung von Grundstücken. Erlaubt sind Grundstücke in den folgenden Gebieten:

  • Wohngebiete
  • Dorfgebiete
  • Kerngebiete
  • Mischgebiete
  • Sondergebiete, die der Erholung dienen
  • Gebiete zur Erhaltung und Entwicklung der Wohnnutzung

Aufgrund hoher Auflagen erweist es sich in vielen Gebieten als schwierig, eine Genehmigung für das Tiny House zu bekommen. Teilweise halten sich die Gebiete an ihre individuellen Bebauungspläne, die vorgeben, ob und welche Häuser zum Bauen zugelassen werden.

Ein Tiny House, das dauerhaft bewohnt werden soll, darf nicht einfach im Garten stehen. Außerdem muss das Grundstück, auf dem das Tiny House steht, bestimmte Auflagen erfüllen. So muss es zum Beispiel an das Straßen- und Verkehrsnetz sowie an das Versorgungs- und Entsorgungsnetz angeschlossen sein.

Energieeffizienz, Elektrogeräte & Co.: Worauf beim Tiny House achten?

Wer ein Tiny House baut, verpflichtet sich zur Einhaltung sämtlicher rechtlicher Vorschriften, die für jeden Bauherrn in Deutschland gelten. Zu diesen gehören Vorschriften in den Bereichen:

  • Energiesparverordnung
  • Brandschutz
  • Wärmedämmung
  • Statik

Da ein Tiny House aber natürlich über eine deutlich kleinere Grundfläche als ein gängiges Einfamilienhaus verfügt, stellen diese Vorschriften dementsprechend auch eine wesentlich kleinere Herausforderung dar.

Die kleine Wohnfläche des Tiny Houses wirkt sich auch auf seinen ökologischen Fußabdruck aus. Eine effiziente Dämmung mit Holzfaserdämmplatten erhöht die Energieeffizienz des Tiny Houses. Da der Energieverbrauch gering ist, entscheiden sich viele Bewohner für eine Photovoltaik-Anlage, die ein klimafreundliches und autarkes Wohnen ermöglicht. So können auch sämtliche Elektrogeräte bedenkenlos im Tiny House genutzt werden. Eine durchdachte Elektro-Installation mit FI/LS-Schaltern gewährt ein solides Schutzkonzept für das Wohnen auf kleinstem Raum.

Wie viel kostet ein Tiny House?

Die Kosten für ein Tiny House hängen davon ab, ob es sich um einen Fertigbausatz, einen Eigenbau, einen Rohbau oder um ein bezugsfertiges Tiny House handelt. Außerdem spielen die folgenden Faktoren eine Rolle:

  • Die Größe der Wohnfläche
  • Die technische Ausstattung
  • Individuelle Wünsche

Die günstigste Option ist der Rohbau. Dieser kostet ab etwa 20.000 Euro. Die weiteren Kosten im Eigenbau hängen dann von der individuellen Ausstattung im Tiny House ab. Ein Fertigbausatz kann seine Bauherren ab circa 24.000 Euro kosten. Bezugsfertige Tiny Houses fangen bei etwa 45.000 Euro an und können als Luxusmodell seine Besitzer mit 140.000 Euro zur Kasse bitten.

Was ist die Tiny House Movement?

Das Leben auf kleinstem Raum ist zu einer gesellschaftlichen Bewegung geworden: das Tiny House Movement. Die Bewegung hat ihren Ursprung in den USA und ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. Für ihre Befürworter geht es nicht allein darum, in einem Tiny House zu wohnen, sondern darum, einen bewussteren und vereinfachten Lebensstil zu führen. Das Herz des Tiny House Movement ist der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit. Auch ein Bewusstsein für die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Minimalismus steht oftmals im Mittelpunkt.

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