Energieeffizient bauen – das Förderprogramm KfW 153

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“ fördert die Errichtung und den Ersterwerb einer Immobilie, die dem Effizienzhaus-Standard KfW 40 plus, KfW 40 oder KfW 55 entspricht.
  • Das Förderprogramm besteht aus bis zu 100.000 Euro Kredit und einem Tilgungszuschuss.
  • Voraussetzung für Fördermittel ist die Baubegleitung durch einen Energieberater.
  • Die Förderung wird von Ihrem Finanzierungspartner beantragt. Günstige Anbieter für Ihre Immobilienfinanzierung finden Sie ganz bequem über unseren Baufinanzierungsrechner.

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+++ Dieser Ratgeber wird regelmäßig aktualisiert. Die genannten Förderkonditionen geben den aktuellen Stand im Juni 2019 wieder. Mögliche spätere Anpassungen sind nicht berücksichtigt. +++

Wer energieeffizient baut, trägt zum Gelingen der Energiewende bei. Allerdings ist ein Effizienzhaus teurer als ein gewöhnlicher Neubau. Darum greift der Staat Ihnen beim Bau oder Ersterwerb mit Fördermitteln unter die Arme. Mit dem Förderprogramm KfW 153 („Energieeffizient Bauen“) unterstützt Sie die öffentlich-rechtliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Kredit plus Tilgungszuschuss. Die wichtigsten Details zur KfW-Förderung haben wir in diesem Ratgeber zusammengestellt.

Ziele des KfW-Programms 153

Das KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“ soll die Errichtung von Wohngebäuden mit einem hohen energetischen Standard fördern. KfW-Mittel aus dem Programm gibt es ausschließlich für die drei höchsten Effizienzhaus-Standards KfW 40 plus, KfW 40 und KfW 55.

Die Kennziffer drückt aus, wie hoch der Energiebedarf Gebäudes ist. Ein KfW-Effizienzhaus 55 benötigt zum Beispiel nur 55 Prozent der Primärenergie eines vergleichbaren Neubaus, der lediglich die gesetzlich vorgeschriebenen Energieeffizienz-Standards der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllt. Ein Effizienzhaus 40 kommt sogar mit 40 Prozent aus. Die KfW fördert über das Programm „Energieeffizient Bauen“ den Neubau oder den Ersterwerb eines entsprechenden Effizienzhauses. Die Grundstückskosten werden nicht gefördert.

Das KfW-Programm hat zwei Bestandteile

Das KfW-Programm 153 besteht aus einem Kredit und einem Tilgungszuschuss. Wenn Sie förderberechtigt sind, erhalten Sie von der KfW einen Kreditbetrag von bis zu 100.000 Euro, den Sie in Ihre Baufinanzierung einfließen lassen können.

Konditionen für den KfW-Kredit

Sie können den KfW-Kredit entweder als endfälliges Darlehen mit 4- bis 10-jähriger Laufzeit aufnehmen. Dann liegt der Effektivzinssatz bei 0,75 Prozent. Für ein endfälliges Darlehen zahlen Sie während der Laufzeit nur die Zinsen und keine Tilgung. Am Ende der Laufzeit wird dann die gesamte Darlehenssumme in einem Betrag getilgt.

Alternativ können Sie den Kreditbetrag als Annuitätendarlehen aufnehmen – ebenfalls zum Effektivzins von 0,75 Prozent. Abhängig von der Gesamtlaufzeit sind die ersten 1 bis 5 Jahre tilgungsfrei. In den tilgungsfreien Anlaufjahren zahlen Sie wie beim endfälligen Darlehen zunächst ausschließlich die Zinsen und noch keine Tilgung. Das reduziert die monatliche Belastung zu Beginn Ihrer Baufinanzierung.

Die Zinsbindungsfrist des Kredits beträgt 10 Jahre. Bei einer längeren Gesamtlaufzeit erhalten Sie vor Ablauf der 10-jährigen Sollzinsbindung ein Angebot für die Anschlussfinanzierung Ihrer Restschuld. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die möglichen Konditionen für das Baudarlehen:

KfW 153 als Annuitätendarlehen

Sollzins (Effektivzins) Laufzeit Tilgungsfreie Anlaufjahre Sollzinsbindung
0,75 % (0,75 %) 4 bis 10 Jahre 1 bis 2 Jahre 10 Jahre
0,75 % (0,75 %) 11 bis 20 Jahre 1 bis 3 Jahre 10 Jahre
0,75 % (0,75 %) 21 bis 30 Jahre 1 bis 5 Jahre 10 Jahre

Tilgungszuschuss hängt von Energieeffizienz des Hauses ab

Ihren KfW-Kredit müssen Sie nicht komplett zurückbezahlen. Einen Teil des Kreditbetrags schreibt Ihnen die KfW als Zuschuss gut. Wie hoch der Zuschuss ausfällt, hängt vom energetischen Standard Ihrer Immobilie ab. Für ein Effizienzhaus 40 plus gewährt die KfW 15 Prozent Tilgungszuschuss – maximal 15.000 Euro pro Wohneinheit. Für ein KfW-Effizienzhaus 40 gibt es noch 10 Prozent Zuschuss (bis zu 10.000 Euro pro Wohneinheit) und für ein Effizienzhaus 55 immerhin noch 5 Prozent (max. 5.000 Euro pro Wohneinheit).

Der Zuschuss wird Ihnen nach Abschluss der Bauarbeiten beziehungsweise des Kaufvertrags gutgeschrieben. Er fließt zweckgebunden in die Tilgung Ihres KfW-Kredits. Sie können sich den Zuschuss also nicht auszahlen lassen und anderweitig verwenden.

Gibt es KfW-Förderung für ein Passivhaus?

Das Passivhaus ist übrigens kein eigener KfW-Förderstandard. Die KfW bemisst ihre Förderung allein nach den Effizienzhaus-Standards. Allerdings sind Passivhäuser ebenfalls äußerst energieeffizient. Aufs Jahr betrachtet verbrauchen sie nicht mehr Energie als sie selbst erzeugen. Deshalb entspricht ein Passivhaus in aller Regel auch einem KfW-Effizienzhaus-Standard und wird in dem Fall dann auch von der KfW gefördert.

Baubegleitung durch einen Energieberater

Um Fördermittel aus dem Programm „Energieeffizient Bauen“ zu erhalten, müssen Sie einen so genannten „Experten für Energieeffizienz“ – also einen Energieberater in Ihr Vorhaben einbeziehen. Dieser unterstützt Sie bei der Planung und übernimmt die Baubegleitung. Zum Schluss bescheinigt er Ihnen die ordnungsgemäße Durchführung sämtlicher Arbeiten. Diese Bestätigung durch den Sachverständigen ist die Voraussetzung für den Tilgungszuschuss.

An den Kosten für den Energieberater können Sie die KfW beteiligen. Im Rahmen des Förderprogramms KfW 431 („Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung“) übernimmt die Förderbank die Hälfte der Kosten (maximal 4.000 Euro pro Vorhaben).

Kostenfreier PDF-Dowload: Die wichtigsten KfW-Förderprogramme für Neubau, Kauf und Modernisierung

In fünf Schritten zu Ihren KfW-Fördermitteln

Wenn Sie KfW-gefördert energieeffizient bauen wollen, sollten Sie sich genau an den vorgegebenen Prozess halten. Im ungünstigsten Fall verlieren Sie sonst Ihren Anspruch auf Förderung. Diese Schritte sind notwendig:

Schritt 1: Experten für Energieeffizienz beauftragen

Zuerst brauchen Sie einen Energieberater. Qualifizierte Experten in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel auf die Internetseite energie-effizienz-experten.de.

Schritt 2: Kombination von Fördermitteln prüfen

Über das KfW-Programm 153 hinaus stehen Ihnen oft weitere Fördermöglichkeiten zur Verfügung – zum Beispiel das Wohneigentumsprogramm KfW 124. Manchmal gibt es auch noch regionale Fördertöpfe, die Sie nutzen können. Ihr Experte für Energieeffizienz wird Sie hierzu beraten.

Schritt 3: Finanzierungspartner finden

Sie beantragen Ihre KfW-Mittel nicht selbst, sondern über einen durchleitenden Finanzierungspartner. Das ist die Bank, bei der Sie Ihre Immobilienfinanzierung abschließen. Ihren Finanzierungspartner können Sie frei wählen. Achten Sie dabei auf günstige Konditionen. Bei langen Laufzeiten und einer hohen Darlehenssumme treibt schon ein minimal höherer Effektivzinssatz die Kosten deutlich in die Höhe.

Deshalb lohnt sich bei der Wahl der Bank ein gründlicher Anbietervergleich. Wenn Sie zusätzlich zum KfW-Kredit noch 150.000 Euro als normale Baufinanzierung bei Ihrem Finanzierungspartner aufnehmen, sparen Sie bei den günstigsten Anbietern rund 4.500 Euro Zinsen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt – allein während der ersten 10-jährigen Zinsbindung.

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Schritt 4: Zusage der KfW abwarten

Nachdem Sie den Kreditvertrag abgeschlossen haben, geben Sie Ihrem Finanzierungspartner den Auftrag, Ihre KfW-Förderung zu beantragen. Warten Sie unbedingt auf die Zusage der KfW, bevor Sie mit den Bauarbeiten beginnen oder den Kaufvertrag unterschreiben. Sonst verlieren Sie womöglich Ihr Anrecht auf Fördermittel. Sobald die KfW Ihren Antrag bewilligt hat, können Sie Ihr Vorhaben umsetzen.

Schritt 5: Tilgungszuschuss fließt nach Abschluss des Vorhabens

Nach Abschluss Ihres Vorhabens können Sie wieder über den durchleitenden Finanzierungspartner Ihren Tilgungszuschuss abrufen. Voraussetzung für den Zuschuss ist die Bestätigung der ordnungsgemäßen Durchführung durch Ihren Experten für Energieeffizienz. Wenn Sie Ihr Haus von einem Schlüsselfertig- oder Fertighaus-Anbieter kaufen, erhalten Sie die benötigte Bestätigung dort.