Umfinanzierung für Ihr Auto-, Haus- oder Unternehmenskredit

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Gründe für eine Umfinanzierung

Genaugenommen gibt es nur drei Gründe für eine Umfinanzierung:

  • die Zinsbindung ist abgelaufen und eine Anschlussfinanzierung ist notwendig
  • der Kunde ist mit seinen Zinsen oder seiner Bank extrem unzufrieden
  • eine Bündelung mehrerer Darlehen zeigt sich als die bessere Alternative

Das Ärgerliche ist, dass in den meisten Fällen eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Da es bei den einzelnen Darlehensarten – Ratenkredit, Baufinanzierung und Unternehmensfinanzierung – Unterschiede gibt, wollen wir einmal die einzelnen Varianten näher beleuchten.

Die Umfinanzierung bei einem Auto- oder Ratenkredit

Wer seinen Kfz- oder Ratenkredit umschulden möchte, muss bedenken: Bleiben über 12 Monate Laufzeit, fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung von einem Prozent an, bei einer kürzeren Dauer von 0,5 Prozent. Dennoch kann sich bei einem niedrigen Zinssatz eine Umfinanzierung durchaus lohnen. Viele Kredite sehen etwa eine kostenlose jährliche Sondertilgung von zehn Prozent der Restschuld vor. Für diesen Betrag fallen dann keine Kosten an.

Es ist also ein Rechenexempel, ob der neue Kredit einschließlich der Vorfälligkeitsentschädigung weniger kostet als die Summe der noch zu zahlenden Zinsen beim alten Darlehen. Kreditnehmer sollten daher bei ihrer Bank abfragen, welche Zinskosten ab dem gewünschten Ablösetermin noch anfallen und welche Entschädigung die Bank zu diesem Zeitpunkt berechnet. Im Kreditrechner lässt sich dann schnell ermitteln, welche Option günstiger ist.

Wer mehrere Darlehen parallel bedient, muss sehr gut im Hinterkopf haben, wann welcher Kredit ausläuft, um langfristig finanziell planen zu können. Sinnvoller kann es sein, alle Kredite in einem zu bündeln. Befinden sich Darlehen darunter, welche noch aus Zeiten höherer Zinsen stammen, liegt ein weiterer Vorteil in einer möglichen Zinsersparnis.

Die Restschuldversicherung

Wurde ein Kredit mit einer Restschuldversicherung unterlegt, geht die auf die Restschuld anfallende Prämie bei einer vorzeitigen Tilgung verloren. Der Beitrag wird einmalig zu Beginn der Laufzeit entrichtet und auf die Kreditsumme aufgeschlagen. Vor dem Hintergrund der zum Teil recht kundenunfreundlichen Klauseln bei Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit stellt sich die Frage, ob eine klassische Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme nicht die sinnvollere Lösung darstellt.

Die Umfinanzierung bei einer Baufinanzierung

Wird eine Baufinanzierung als klassisches Annuitätendarlehen abgeschlossen, kann sie der Kreditnehmer als Alternative zur Prolongation zum Ende der Sollzinsbindung umfinanzieren (Anschlussfinanzierung). In diesem Fall darf die Bank keine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen. Wenn die Zinsfestschreibung auf mehr als zehn Jahre vereinbart wurde, kann er sein Darlehen ebenfalls ohne Entschädigung kündigen. Die Kündigung muss mit einer Frist von sechs Monaten zum Ende des zehnten Jahres der Laufzeit ausgesprochen werden. Ob sich eine solche Umfinanzierung lohnt, gerade bei älteren Darlehen, lässt sich leicht mit einem Kreditrechner für die Anschlussfinanzierung ermitteln.

Kosten der Umfinanzierung: Vorfälligkeitsentschädigung

In sonstigen Fällen – während der ersten zehn Jahre beziehungsweise vor Ablauf der Zinsbindung – berechnet die Bank bei einer Ablösung eine Vorfälligkeitsentschädigung. Diese Berechnung fällt leider bei einem Immobilienkredit nicht ganz so einfach aus wie bei einem klassischen Ratenkredit. Auch wenn der Gesetzgeber zwei Möglichkeiten der Berechnung zulässt, sind diese für einen Laien kaum nachvollziehbar. Grundlage für die Kalkulation ist entweder die „Aktiv-Aktiv-Berechnung“, das heißt die Wiederausreichung der freien Gelder im Rahmen eines anderen Darlehens, oder die „Aktiv-Passiv-Berechnung“ bei Anlage der zurückgeführten Gelder in Pfandbriefe.

Verbraucherschützer empfehlen, die Berechnung auf jeden Fall durch einen Verbraucherschutzverein prüfen zu lassen. Die Verbraucherberatung Hamburg hat im Jahr 2016 festgestellt, dass rund 30 Prozent der Kalkulationen der Banken zuungunsten der Darlehensnehmer ausfielen und korrigiert werden mussten. Die Differenzen lagen im Mittel (Jahr 2015) bei rund 1.000 Euro, in Extremfällen bei bis zu 5.000 Euro.

Kosten der Umfinanzierung: Grundschuld

Bei der Umschuldung einer Immobilienfinanzierung steht normalerweise eine Löschung der bestehenden Grundschuld an. Dazu wird theoretisch eine Neubestellung für die künftige Bank notwendig. Dies ist mit erheblichen Kosten für Notar und Gericht verbunden. Deutlich kostengünstiger fällt eine Abtretung aus. Die Kreditinstitute akzeptieren in einem solchen Fall, dass die bisherige Bank eine notariell beglaubigte Grundschuldabtretung zugunsten der neuen Bank eingeht. Für den Kreditnehmer fallen zwar auch Kosten an, diese machen aber nur einen Bruchteil dessen aus, was Löschung und Neubestellung betrifft.

Die Umfinanzierung bei Unternehmenskrediten

Die Umfinanzierung bei Unternehmensfinanzierungen verhält sich im Grund wie bei einem Ratenkredit oder einer Baufinanzierung. Dies hängt davon ab, wie der Altkredit besichert wurde. Hat das Unternehmen den Liquiditätsbedarf jedoch durch Anleihen gedeckt, hängt es von den Emissionsbedingungen ab, ob die Anleihen vorzeitig zurückgekauft werden dürfen oder nicht. Im Fall einer klassischen Finanzierung ist eine Umfinanzierung durchaus möglich.

Unternehmensfinanzierungen sind in der Regel jedoch inhaltlich sehr viel individueller gehalten als ein standardisierter Ratenkredit oder eine Baufinanzierung. Es kommt folglich auf die vertragliche Ausgestaltung des Kreditvertrages an, wie und zu welchen Bedingungen eine Umfinanzierung möglich ist.

Dabei spielt es durchaus eine Rolle, ob eine andere Bank den laufenden Kredit ablösen soll oder die Umfinanzierung innerhalb der Bank stattfindet. Der zweite Fall kann beispielsweise eintreten, wenn die finanzierte Fabrikanlage nicht selbst als Sicherheit dient, sondern durch eine Grundschuld auf das Fabrikgebäude abgelöst wird. Bekanntermaßen ist das Zinsniveau für einen Kredit bei einer Besicherung mit Immobilien günstiger als bei anderen dinglichen Sicherheiten. Dies gilt auch, wenn es sich nicht um eine Baufinanzierung handelt. Soll eine grundschuldbesicherte Unternehmensfinanzierung auf eine andere Bank übertragen werden, greift der gleiche Sachverhalt wie bei einer Baufinanzierung. Die Grundschuld muss nicht gelöscht und neu bestellt werden, sondern kann durch eine notariell beglaubigte Abtretung von einer Bank an die nächste übertragen werden.

Eine Umfinanzierung kann auch stattfinden, wenn das Unternehmen einen Kontokorrentkredit, der für die Anschaffung von Betriebsmitteln genutzt wurde, durch einen klassischen Betriebsmittelkredit ablöst. Der niedrigere Zinssatz führt zwangsläufig zu einer höheren Liquidität.

Eine Liquiditätserhöhung kann alternativ zu einer Umfinanzierung auch durch Factoring geschehen. In diesem Fall verkauft die Firma ihre offenen Forderungen an ein Factoringunternehmen. Unter Abzug der Factoringgebühren wird der Rechnungsbetrag sofort beglichen. Der Verkäufer muss nicht warten, bis der Käufer das Zahlungsziel abwartet.

Zusammenfassung: Wann ist eine Umfinanzierung sinnvoll?

Für Verbraucher mit Ratenkrediten oder Baufinanzierungen ist eine Umfinanzierung in erster Linie dann sinnvoll, wenn sich durch die neuen Konditionen eine Einsparung bei den Zinsen ergibt. Vor diesem Hintergrund müssen die künftigen Aufwendungen für das bestehende Darlehen mit den Aufwendungen für das neue Darlehen einschließlich eventueller Nebenkosten genau verglichen werden. Dies gelingt nur, wenn ein Stichtag gewählt wird, für den die Bank die anfallenden Kosten ermittelt. Bei einer Immobilienfinanzierung sollte dieser Stichtag weit genug in die Zukunft liegen, damit die Vorfälligkeitsentschädigung durch einen neutralen Dritten geprüft werden kann.

Bei der Bündelung mehrerer Ratenkredite in ein Darlehen ist das Vorgehen wesentlich einfacher. Allerdings ist ein Vergleich auch nur möglich, wenn alle Kosten auf einen festen Stichtag bezogen ermittelt werden.

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Dieser Rechner gibt einen Anhaltspunkt für die mögliche Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung, die bei der Umfinanzierung anfällt.