Immer wieder ist in den Nachrichten zu hören: „Massenkarambolage auf der Autobahn!“ Weil bei solchen Unfällen die Schuldfrage schwer zu klären ist, haben die Versicherer ein vereinfachtes Verfahren eingeführt. Dabei erhalten alle Beteiligten die Schäden vollständig ersetzt. Dafür müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist eine Massenkarambolage?
  3. Was sind die Gründe für eine Massenkarambolage?
  4. Wer bezahlt den Unfallschaden?
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Sind mindestens 40 Autos in einen Unfall verwickelt, wird von einem Massen- oder Serienunfall gesprochen.
  • Voraussetzung für die vereinfachte Schadenregulierung ist außerdem, dass die Polizei keinen Unfallverursacher feststellen kann.
  • Alle Unfallschäden an den beteiligten Autos werden grundsätzlich vollständig von der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung reguliert.

Was ist eine Massenkarambolage?

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat sich mit seinen Mitgliedsunternehmen geeinigt, bei Massenkarambolagen die Kunden unkompliziert zu entschädigen. Dafür ist der Begriff „Massenkarambolage“ relativ genau definiert worden. Ein Massen- oder Serienunfall liegt genau dann vor, wenn:

  • von der Polizei nicht eindeutig ermittelt werden kann, wer Unfallverursacher ist,
  • mindestens 40 Fahrzeuge in den Unfall verwickelt sind und
  • es einen engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang zum Unfallgeschehen gibt.

Gut zu wissen: Unfälle mit weniger als 40 Autos können ebenfalls als Massenkarambolage gewertet werden. Jedoch nur dann, wenn der Unfallhergang schwer nachvollziehbar ist, zum Beispiel aufgrund der vorherrschenden Witterungsverhältnisse. In diesem Fall reichen bereits 20 Fahrzeuge aus, die in den Massenunfall verwickelt sind.

Was sind die Gründe für eine Massenkarambolage?

Meist ereignen sich Massenkarambolagen auf Straßen, auf denen viele Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, wie zum Beispiel Autobahnen oder Landstraßen. Dabei sind die Hauptursachen eines Massencrashs:

Beeinträchtigen Nebel, Starkregen, Schneetreiben oder Sandstürme die Sicht der Autofahrer, birgt das immer die Gefahr, dass Geschwindigkeiten der anderen Verkehrsteilnehmer falsch eingeschätzt werden. In einer Notbremssituation kommt das Fahrzeug nicht rechtzeitig zum Stillstand, ein Crash ist unvermeidbar. Aber auch Aquaplaning, Blitzeis sowie unübersichtliche Straßenstellen können zu Massenkarambolagen beitragen.

Wer bezahlt den Unfallschaden?

Nach einem Unfall mit zahlreichen Fahrzeugen entscheidet ein Gremium des GDV, ob eine freiwillige Regulierungsaktion ausgerufen wird. Dann kommt das vereinfachte Verfahren für Massenkarambolagen zum Tragen: Statt einen Unfallverursacher zu suchen und dessen Kfz-Versicherung den Schaden in Rechnung zu stellen, macht jeder Autofahrer den Schaden bei seiner eigenen Haftpflicht geltend.

Lange Zeit galt eine Quotenregelung bei der Schadenregulierung von Massenkarambolagen. Dabei erhielten betroffene Autofahrer nur bei einem Heckschaden eine vollständige Erstattung, bei einem Front- oder Totalschaden wurde der Schaden von den Kfz-Haftpflichtversicherern ausschließlich anteilig übernommen.

100 Prozent-Regelung gilt immer

2015 haben sich die Kfz-Versicherer auf ein vereinfachtes Regulierungsverfahren geeinigt. Seitdem werden alle Schäden am Fahrzeug grundsätzlich zu 100 Prozent von der Kfz-Haftpflicht übernommen. Damit bleiben die Unfallbeteiligten nicht auf ihren Kosten sitzen.

Vorteilhaft für Autofahrer: Der Schadenfreiheitsrabatt der Kfz-Haftpflichtversicherung wird bei dieser Art der Schadenregulierung nicht angetastet.

Diese 100-Prozent-Regelung wird ausschließlich bei einem Serienunfall mit 40 und mehr Fahrzeugen angewendet. Ist der Unfallhergang nicht eindeutig nachzuvollziehen, gilt das vereinfachte Regulierungsverfahren auch für Massenunfälle mit 20 bis 39 Autos. Sind weniger als 20 Fahrzeuge in den Unfall verwickelt, wird nach Sach- und Rechtslage reguliert.

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