Der Begriff Geldinstitut wird als Synonym für eine Bank oder Sparkasse beziehungsweise ein Kreditinstitut verwendet. Er beschreibt ein Unternehmen, welches gemäß Paragraf 1 Kreditwesengesetz (KWG) gewerbsmäßig Bankgeschäfte betreibt, die einen in „kaufmännischer Weise geführten Geschäftsbetrieb erfordern“.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Kein Unterschied zwischen Geldinstitut und Kreditinstitut
  3. Die Abgrenzung Geldinstitut zu Finanzinstitut
  4. Das monetäres Finanzinstitut
  5. Bedeutung der BIC
  6. Vewandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Jetzt Girokonten vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Kreditwesengesetz regelt, ob es sich um ein Geldinstitut oder ein Finanzinstitut handelt.
  • Ein Finanzinstitut betreibt kein klassisches Bankgeschäft.
  • Zu den monetären Finanzinstituten zählen dagegen auch Banken.
  • Die BIC stellt die international gültige Adresse eines Geldinstitutes oder Finanzinstitutes für den Zahlungsverkehr dar.

Kein Unterschied zwischen Geldinstitut und Kreditinstitut

Die Kreditvergabe war die ursprünglichste Form des Bankgeschäftes. Ein reines Kreditinstitut findet sich kaum, da die meisten Häuser nicht nur das Kreditgeschäft, sondern auch das Einlagengeschäft und den Handel mit Wertpapieren betreiben. Dazu kommt auch die Kontoführung. Theoretisch wären Hypothekenbanken reine Kreditinstitute. Aber auch hier gibt es die Einschränkung, dass diese Geldinstitute Wertpapiere (Pfandbriefe) zum Zweck der Refinanzierung ausgeben. Geldinstitute und Kreditinstitute unterscheiden sich also nicht.

Die Abgrenzung Geldinstitut zu Finanzinstitut

Die Abgrenzung zwischen einem Geldinstitut zu einem Finanzinstitut ist im Paragraf 1, Abs. 3 KWG geregelt. Die Abgrenzung basiert auf der fünften Novelle des KWG.

Ein Finanzinstitut unterscheidet sich vom Geldinstitut, welches im Sinne Paragraf 1, Abs. 1 KWG eine Bank ist. Das Finanzinstitut tätigt aber ebenfalls Finanzgeschäfte. Neben den klassischen Segmenten einer Universalbank wie:

gibt es durchaus noch Geldgeschäfte, die davon abweichen und üblicherweise von darauf spezialisierten Unternehmen, den Finanzinstituten, durchgeführt werden. Damit fallen diese Unternehmen automatisch unter die Bankenaufsicht. Paragraf 1, Abs. 3 listet diese Tätigkeiten explizit auf:

  1. Beteiligungen zu erwerben und zu halten
  2. Geldforderungen entgeltlich zu erwerben
  3. Leasing-Objektgesellschaft im Sinne des § 2 Abs. 6 Satz 1 Nr. 17 zu sein
  4. (weggefallen)
  5. mit Finanzinstrumenten für eigene Rechnung zu handeln
  6. andere bei der Anlage in Finanzinstrumenten zu beraten
  7. Unternehmen über die Kapitalstruktur, die industrielle Strategie und die damit verbundenen Fragen zu beraten sowie bei Zusammenschlüssen und Übernahmen von Unternehmen diese zu beraten und ihnen Dienstleistungen anzubieten
  8. Darlehen zwischen Kreditinstituten zu vermitteln (Geldmaklergeschäfte)

Was ist ein monetäres Finanzinstitut?

Der Begriff „monetäres Finanzinstitut“ lässt auf ein komplexes Gebilde schließen – das ist es auch. Denn jede Bank oder Sparkasse ist komplex. Ein monetäres Finanzinstitut bezeichnet nichts anderes als ein Unternehmen, welches die bereits erwähnten klassischen Bankgeschäfte einer Universalbank oder Sparkasse durchführt. Zur Gruppe der monetären Finanzinstitute, kurz MFIs, zählen neben den Banken und Sparkassen und Bausparkassen auch

Es ist ein wenig verwirrend, dass der Term „Finanzinstitut“ sich auf spezialisierte Unternehmen bezieht, ein monetäres Finanzinstitut aber alle Banken, Sparkassen und sogar die Europäische Zentralbank sowie nationale Notenbanken einbindet.

Was ist die BIC?

Das Kürzel BIC steht für Business Identifier Code. Dieser Code ist die internationale „Adresse“ eines Unternehmens, welches als Geldinstitut oder Finanzinstitut agiert. Der BIC-Code wird von der „Society for Worldwide Financial Telecommunication“, kurz SWIFT, vergeben.

SWIFT wurde 1973 als internationales Zahlungssystem in Belgien gegründet und betreut weltweit rund 11.000 Banken in 200 Ländern. Im Jahr 2017 versendete SWIFT über 26 Millionen Nachrichten am Tag. In den siebziger Jahren wurde SWIFT nicht nur für Transaktionen, sondern auch für Textnachrichten genutzt.

Der BIC-Code ist nichts anderes als eine international gültige Bankleitzahl, anhand dessen jede Bank genau identifiziert werden kann. So lautet der BIC-Code für die Deutsche Bank in Hamburg DEUTDEHHXXX, für die Deutsche Bank in Frankfurt DEUTDEFFXXX.

Der BIC-Code ist notwendig, um internationale Zahlungen mittels Banküberweisung leisten zu können. Dies betrifft auch SEPA-Überweisungen. Die klassische frühere deutsche Bankleitzahl hätte einer Bank in den USA beispielsweise nicht sofort verraten, dass die Empfängerbank in Deutschland ansässig ist.

Was verrät die BIC über das Geldinstitut?

Aus den ersten vier Buchstaben lässt sich die Bank oder Finanzgruppe ableiten. Der BIC-Code der Frankfurter Sparkasse lautet HELADEFFXXX. International wird diese Sparkasse der Hessischen Landesbank (HELA) für das Clearing, die Zahlungszuordnung, zugewiesen. Die beiden nächsten Buchstaben sind das Länderkürzel, in diesem Fall DE für Deutschland. Die beiden letzten Buchstaben stehen für die Niederlassung. Im Beispiel Deutsche Bank steht HH für Hamburg und FF für Frankfurt. Das dreifache X hat eine Platzhalterfunktion.

Ursprünglich stand das B im BIC-Code für Banking. Da jedoch auch andere Finanzinstitute am internationalen Geldverkehr teilnehmen, wurde „Banking“ durch „Business“ ersetzt.

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