Den entscheidenden Faktor für ein Investment stellt die Eigenkapitalrendite oder Eigenkapitalrentabilität dar. Bei der Unternehmensanalyse gilt diese Kennziffer als gleich wichtig wie der Cash-Flow und die Gesamtkapitalrentabilität. Die Eigenkapitalrendite gibt an, wie rentierlich ein Anleger investierte oder wie profitabel ein Unternehmen arbeitet. Die Berechnungsformel ist zwar für die einzelnen Investitionssegmente nicht identisch, aber ähnlich.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Return on Equity – so ermittelt sich die Eigenkapitalrentabilität
  3. Die Eigenkapitalrendite bei Aktien
  4. Die Eigenkapitalrendite bei der Baufinanzierung
  5. Die negative Eigenkapitalrendite
  6. Die Gesamtkapitalrendite
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie rentabel eine Investition ausfällt.
  • Günstig bei der Baufinanzierung sind niedrige Zinsen und hohe Mieten. Dann ergibt sich eine hohe Eigenkapitalrendite.
  • Macht eine Firma Verluste, fällt die Eigenkapitalrendite negativ aus.

Return on Equity – so ermittelt sich die Eigenkapitalrentabilität

Die Ermittlung für die Rentabilität des Eigenkapitals eines Unternehmens leitet sich aus dem eingesetzten Kapital und dem daraus erwirtschafteten Gewinn ab. Die Formel lautet: Gewinn / Eigenkapital * 100. Rechenbeispiel: Eine Firma verfügt über ein Eigenkapital in Höhe von 5.000.000 Euro und erwirtschaftet einen Gewinn in Höhe von 1.000.000 Euro. Die Eigenkapitalrendite beträgt solide 20 Prozent.

Grundlage für die Ermittlung der Eigenkapitalrendite sind Gewinn und Eigenkapital. Bei dem Gewinn handelt es sich um den Gewinn entsprechend der Gewinn-und-Verlustrechnung (GuV), bereinigt um die darauf anfallenden Steuern.

Es ist nicht unüblich, dass Gewinne dadurch gesteigert werden, dass zu dem eingesetzten Eigenkapital noch Darlehen, also Fremdmittel, genutzt werden. In diesem Fall entsteht ein Hebeleffekt, der Leverage. Solange die Aufwendungen für das Fremdkapital niedriger ausfallen als der dadurch erwirtschaftete Gewinn, hat der Leverage-Effekt einen positiven Einfluss. Informationen über das Eigenkapital eines Unternehmens sind aus den Unternehmensberichten ersichtlich.

Wie hoch sollte die Eigenkapitalrentabilität ausfallen?

Die Eigenkapitalrentabilität sollte höher ausfallen als die Rendite aus einer Staatsanleihe eines Emittenten mit erstklassiger Bonität. Im Gegensatz zu diesen Anleihen setzt ein Investment in andere Anlageformen eine gewisse Risikobereitschaft des Anlegers voraus, da grundsätzlich eine Ausfallgefahr besteht. Diese Risikobereitschaft muss durch die in die Rendite eingepreiste Risikoprämie kompensiert werden.

Die Eigenkapitalrendite bei Aktien

Ein Anleger, der in Aktien investiert, möchte mit seinem eingesetzten Geld natürlich auch eine möglichst attraktive Rendite erwirtschaften. Als Anleger muss er sich nach Aktien umschauen, die eine hohe Eigenkapitalrendite aufweisen. Eine gute Größe liegt zwischen 20 und 30 Prozent.

Es geht dabei aber nicht nur um die Kennzahlen des Unternehmens, da nicht sichergestellt ist, wie viel des erwirtschafteten Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Liegt die Rendite bei 30 Prozent, wird aber vollständig in neue Produktionsanlagen investiert, geht der Anleger leer aus.

Hilfreich bei der Ermittlung der Rendite auf das Investment ist die Relation zwischen Einstiegskurs und tatsächlich ausgezahlter Dividende. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis zeigt zwar auch, ob die Aktie attraktiv ist, gibt aber letztendlich keine Auskunft über die tatsächliche Höhe der Ausschüttung.

Die Eigenkapitalrendite bei der Baufinanzierung

Wer Immobilien für die Fremdvermietung erwirbt, finanziert diese in der Regel. Der bereits erwähnte Leverage-Effekt spielt beim Immobilienerwerb dann eine besondere Rolle, wenn sich die Bauzinsen auf einem sehr niedrigen Niveau, die Mieten jedoch auf einem hohen Niveau bewegen. Diese Konstellation ergab sich direkt (bei Zinsen) und indirekt (bei Mieten) als Folge der Finanzkrise 2009. Je niedriger das eingesetzte Eigenkapital ausfällt, umso höher wird die Rendite.

Wie ermittelt sich die Eigenkapitalrendite bei Vermietung? Der klassische Immobilienerwerber finanziert das Objekt. Dem Mietertrag stehen Aufwendungen für Zinsen und nicht-umlagefähige Nebenkosten gegenüber. Folglich muss der Mietertrag um die Kosten bereinigt werden, um ihn dann in Relation zum eingesetzten Kapital zu betrachten.

Zunächst muss der Investor den Jahresreinertrag der Immobilie ermitteln. Die Formel lautet recht einfach: Jahresmieteinnahmen - Zinsen - nicht umlagefähige Nebenkosten = Jahresreinertrag.

Mit der Formel Jahresreinertrag / Eigenkapital * 100 = Eigenkapitalrendite lässt sich ebenfalls sehr einfach diese wichtige Kennziffer ermitteln. Rechenbeispiel: Angenommen, bei einem Eigenkapital von 80.000 Euro und einem Mietertrag von 15.000 Euro fallen 3.000 Euro als Aufwand an. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalrendite von (15.000 - 3.000) / 80.000 * 100 = 15 Prozent.

Die negative Eigenkapitalrendite

Erwirtschaftet ein Unternehmen oder ein Investment eine negative Eigenkapitalrendite, sollten beim Anleger alle Alarmglocken klingeln. Im Bereich Baufinanzierung kann eine negative Eigenkapitalrendite entstehen, wenn der Leverage-Effekt durch einen Anstieg der Zinsen über den Mietertrag erfolgt. Dies kann der Fall sein, wenn bei einer Anschlussfinanzierung der Zinssatz weit über dem liegt, der bei Beginn der Finanzierung Gültigkeit besaß.

Bei einem Unternehmen kommt es zu einer negativen Eigenkapitalrendite, wenn die Firma Verluste einfährt.

Allerdings können extrem hohe Abschreibungen aus Investitionen vergangener Perioden in die GuV einfließen. Diese können zwar die Bücher belasten, sich aber nicht auf die Liquidität auswirken. Im Fall einer negativen Eigenkapitalrendite bei Unternehmen sollte daher ein besonderes Augenmerk auf den Abschreibungen liegen.

Die Gesamtkapitalrendite

Die Gesamtkapitalrendite, auf Englisch Return on Investment (ROI), beziffert die Rendite des gesamten in einem Unternehmen vorhandenen Kapitals, bezieht folglich auch Fremdkapital mit ein. Die Gesamtkapitalrendite beantwortet die Frage "Wie effizient arbeitet ein Unternehmen?".

Für die Ermittlung der Gesamtkapitalrendite bedarf es zwei Größen:

  • Der Gewinn nach Steuern zuzüglich der Zinsen für Fremdkapital, da diese die Vergütung für das zu berücksichtigende Fremdkapital sind.
  • Das Gesamtkapital (Bilanzsumme), welches aus Eigen- und Fremdkapital besteht.

Mathematisch ermittelt sich die Gesamtkapitalrendite nach dieser Formel: (Gewinn + Zinsen) / Gesamtkapital * 100.

Rechenbeispiel

Beträgt der Unternehmensgewinn 100.000 Euro, Zinsen für Fremdkapital 5.000 Euro und das Gesamtkapital 1 Million Euro gilt: (105.000 / 1.000.000) * 100 = 10,5 Prozent.

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