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Energieeffizient bauen – das Förderprogramm KfW 153

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Das Wichtigste in Kürze

  • Das KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“ fördert die Errichtung und den Ersterwerb einer Immobilie, die dem Effizienzhaus-Standard entspricht.
  • Das Förderprogramm besteht je nach Energieeffizienz des Hauses aus 120.000 bis 150.000 Euro Kredit und einem Tilgungszuschuss.
  • Voraussetzung für Fördermittel ist die Baubegleitung durch einen Energieberater.
  • Die Förderung wird von Ihrem Finanzierungspartner beantragt. Günstige Anbieter für Ihre Immobilienfinanzierung finden Sie ganz bequem über unseren Baufinanzierungsrechner.

Zum Baufinanzierungsrechner

Wer energieeffizient baut, trägt zum Gelingen der Energiewende bei. Allerdings ist ein Effizienzhaus teurer als ein gewöhnlicher Neubau. Darum greift der Staat Ihnen beim Bau oder Ersterwerb mit Fördermitteln unter die Arme. Mit dem Förderprogramm KfW 153 („Energieeffizient Bauen“) unterstützt Sie die öffentlich-rechtliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Kredit plus Tilgungszuschuss. Die wichtigsten Details zur KfW-Förderung haben wir in diesem Ratgeber zusammengestellt.

Ziele des KfW-Programms 153

Das KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“ soll die Errichtung von Wohngebäuden mit einem hohen energetischen Standard (Effizienzhäuser) fördern. Die Kennziffer "Effizienzhaus 40", "Effizienzhaus 55" usw. drückt aus, wie hoch der Energiebedarf des Gebäudes ist. Ein KfW-Effizienzhaus 55 benötigt zum Beispiel nur 55 Prozent der Primärenergie eines vergleichbaren Neubaus, der lediglich die gesetzlich vorgeschriebenen Energieeffizienz-Standards der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllt. Ein Effizienzhaus 40 kommt sogar mit 40 Prozent aus. Die KfW fördert über das Programm „Energieeffizient Bauen“ den Neubau oder den Ersterwerb eines entsprechenden Effizienzhauses. Die Grundstückskosten werden nicht gefördert.

Das KfW-Programm hat zwei Bestandteile

Das KfW-Programm 153 besteht aus einem Kredit und einem Tilgungszuschuss. Wenn Sie förderberechtigt sind, erhalten Sie von der KfW einen Kreditbetrag von bis zu 120.000 Euro, den Sie in Ihre Baufinanzierung einfließen lassen können. Für ein Effizienzhaus, dass zusätzlich die Kriterien der Erneuerbaren-Energien-Klasse erfüllt, können Sie sogar einen Kreditbetrag von bis zu 150.000 Euro erhalten.

Konditionen für den KfW-Kredit

Sie können den KfW-Kredit entweder als endfälliges Darlehen mit 4- bis 10-jähriger Laufzeit aufnehmen. Dann liegt der Effektivzinssatz bei 1,41% Prozent. Für ein endfälliges Darlehen zahlen Sie während der Laufzeit nur die Zinsen und keine Tilgung. Am Ende der Laufzeit wird dann die gesamte Darlehenssumme in einem Betrag getilgt.

Alternativ können Sie den Kreditbetrag als Annuitätendarlehen aufnehmen – ebenfalls zum Effektivzins von 0,20 bis 1,31 Prozent. Abhängig von der Gesamtlaufzeit sind die ersten 1 bis 5 Jahre tilgungsfrei. In den tilgungsfreien Anlaufjahren zahlen Sie wie beim endfälligen Darlehen zunächst ausschließlich die Zinsen und noch keine Tilgung. Das reduziert die monatliche Belastung zu Beginn Ihrer Baufinanzierung.

Die Zinsbindungsfrist des Kredits beträgt 10 Jahre. Bei einer längeren Gesamtlaufzeit erhalten Sie vor Ablauf der 10-jährigen Sollzinsbindung ein Angebot für die Anschlussfinanzierung Ihrer Restschuld. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die möglichen Konditionen für das Baudarlehen:

KfW 153 als Annuitätendarlehen

Sollzins (Effektivzins)
Laufzeit
Tilgungsfreie Anlaufjahre
Sollzinsbindung
0,20 % (0,20 %) 4 bis 10 Jahre 1 bis 2 Jahre 10 Jahre
1,08 % (1,09 %) 11 bis 20 Jahre 1 bis 3 Jahre 10 Jahre
1,30 % (1,31 %) 21 bis 30 Jahre 1 bis 5 Jahre 10 Jahre

Tilgungszuschuss hängt von Energieeffizienz des Hauses ab

Ihren KfW-Kredit müssen Sie nicht komplett zurückbezahlen. Einen Teil des Kreditbetrags schreibt Ihnen die KfW als Zuschuss gut. Wie hoch der Zuschuss ausfällt, hängt vom energetischen Standard Ihrer Immobilie ab.

Der Zuschuss wird Ihnen nach Abschluss der Bauarbeiten beziehungsweise des Kaufvertrags gutgeschrieben. Er fließt zweckgebunden in die Tilgung Ihres KfW-Kredits. Sie können sich den Zuschuss also nicht auszahlen lassen und anderweitig verwenden.

Gibt es KfW-Förderung für ein Passivhaus?

Das Passivhaus ist übrigens kein eigener KfW-Förderstandard. Die KfW bemisst ihre Förderung allein nach den Effizienzhaus-Standards. Allerdings sind Passivhäuser ebenfalls äußerst energieeffizient. Aufs Jahr betrachtet verbrauchen sie nicht mehr Energie als sie selbst erzeugen. Deshalb entspricht ein Passivhaus in aller Regel auch einem KfW-Effizienzhaus-Standard und wird in dem Fall dann auch von der KfW gefördert.

Baubegleitung durch einen Energieberater

Um Fördermittel aus dem Programm „Energieeffizient Bauen“ zu erhalten, müssen Sie einen so genannten „Experten für Energieeffizienz“, also einen Energieberater, in Ihr Vorhaben einbeziehen. Dieser unterstützt Sie bei der Planung und übernimmt die Baubegleitung. Zum Schluss bescheinigt er Ihnen die ordnungsgemäße Durchführung sämtlicher Arbeiten. Diese Bestätigung durch den Sachverständigen ist die Voraussetzung für den Tilgungszuschuss.

An den Kosten für den Energieberater können Sie die KfW beteiligen. Im Rahmen des Förderprogramms KfW 431 („Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung“) übernimmt die Förderbank die Hälfte der Kosten (maximal 4.000 Euro pro Vorhaben).

Kostenfreier PDF-Dowload: Die wichtigsten KfW-Förderprogramme für Neubau, Kauf und Modernisierung

In fünf Schritten zu Ihren KfW-Fördermitteln

Wenn Sie KfW-gefördert energieeffizient bauen wollen, sollten Sie sich genau an den vorgegebenen Prozess halten. Im ungünstigsten Fall verlieren Sie sonst Ihren Anspruch auf Förderung. Diese Schritte sind notwendig:

Schritt 1: Experten für Energieeffizienz beauftragen

Zuerst brauchen Sie einen Energieberater. Qualifizierte Experten in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel auf der Internetseite energie-effizienz-experten.de.

Schritt 2: Kombination von Fördermitteln prüfen

Über das KfW-Programm 153 hinaus stehen Ihnen oft weitere Fördermöglichkeiten zur Verfügung – zum Beispiel das Wohneigentumsprogramm KfW 124. Manchmal gibt es auch noch regionale Fördertöpfe, die Sie nutzen können. Ihr Experte für Energieeffizienz wird Sie hierzu beraten.

Schritt 3: Finanzierungspartner finden

Sie beantragen Ihre KfW-Mittel nicht selbst, sondern über einen durchleitenden Finanzierungspartner. Das ist die Bank, bei der Sie Ihre Immobilienfinanzierung abschließen. Ihren Finanzierungspartner können Sie frei wählen. Achten Sie dabei auf günstige Konditionen. Bei langen Laufzeiten und einer hohen Darlehenssumme treibt schon ein minimal höherer Effektivzinssatz die Kosten deutlich in die Höhe.

Deshalb lohnt sich bei der Wahl der Bank ein gründlicher Anbietervergleich. Wenn Sie zusätzlich zum KfW-Kredit noch 150.000 Euro als normale Baufinanzierung bei Ihrem Finanzierungspartner aufnehmen, sparen Sie bei den günstigsten Anbietern über 6.200 Euro Zinsen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt – allein während der ersten 10-jährigen Zinsbindung.

Zum Baukredit-Vergleich

Schritt 4: Zusage der KfW abwarten

Nachdem Sie den Kreditvertrag abgeschlossen haben, geben Sie Ihrem Finanzierungspartner den Auftrag, Ihre KfW-Förderung zu beantragen. Warten Sie unbedingt auf die Zusage der KfW, bevor Sie mit den Bauarbeiten beginnen oder den Kaufvertrag unterschreiben. Sonst verlieren Sie womöglich Ihr Anrecht auf Fördermittel. Sobald die KfW Ihren Antrag bewilligt hat, können Sie Ihr Vorhaben umsetzen.

Schritt 5: Tilgungszuschuss fließt nach Abschluss des Vorhabens

Nach Abschluss Ihres Vorhabens können Sie wieder über den durchleitenden Finanzierungspartner Ihren Tilgungszuschuss abrufen. Voraussetzung für den Zuschuss ist die Bestätigung der ordnungsgemäßen Durchführung durch Ihren Experten für Energieeffizienz. Wenn Sie Ihr Haus von einem Schlüsselfertig- oder Fertighaus-Anbieter kaufen, erhalten Sie die benötigte Bestätigung dort.

Was macht energieeffizientes Bauen aus?

Energiesparendes Bauen beginnt bereits bei Auswahl der Platzierung des Hauses. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise große Dachflächen so ausrichten, dass sie möglichst viel Sonne abbekommen. Dadurch eignen sie sich als Standort für eine Photovoltaik-Anlage.

Optimale Wärmedämmung

Eine gute Wärmedämmung stellt sicher, dass keine Energie verlorengeht, da ein einmal aufgeheizter Raum länger warm bleibt. Sehr gute natürliche Materialien mit guten Dämmeigenschaften sind Hanf, Jute, Schilf, Holzfasern oder Zellulose. Diese Stoffe haben den Vorteil, dass sie nicht mit Schadstoffen belastet sind und sich dadurch weder auf die Bewohner noch die Umwelt negativ auswirken. Ganz im Gegenteil: Sie verbessern häufig sogar das Raumklima. Außerdem stellen sie keine Belastung dar, wenn das Gebäude irgendwann abgerissen wird.

Integrierte Energiegewinnung im Bau

Photovoltaik-Anlagen samt Stromspeicher sind eine einfache und platzsparende Möglichkeit, eigenen Strom zu produzieren: ein wichtiger Baustein für nachhaltiges Bauen. Große Flächen nutzen Sie so sinnvoll und eine eigene Solaranlage schafft Unabhängigkeit. Heizungsanlagen verbessern ebenfalls die Nachhaltigkeitsbilanz eines Hauses, so zum Beispiel Wärmepumpen, die mit einem cleveren Lüftungssystem kombiniert werden.

Auch Windenergie spielt im Bauwesen eine zunehmende Rolle. Kleine Windkraftanlagen können unter anderem auf den Dächern von hohen Gebäuden aufgestellt werden, wo sie wegen der windexponierten Lage effizient betrieben werden können.

Intelligente Technik für mehr Effizienz

Intelligente Technik kann während des Betriebs eines Wohn- oder Bürogebäudes dabei helfen, Energie einzusparen – zum Beispiel durch:

  • Sonnenkollektoren, die sich mit der Sonne mitdrehen
  • sensorgesteuerte Rollläden, die Wohnräume im Sommer bei starker Sonneneinstrahlung automatisch verdunkeln
  • programmierte Heizungen, die nur dann heizen, wenn sich zu Hause jemand aufhält

Weitere Aspekte des nachhaltigen Bauens

Wer neben der Energieeffizienz auch andere Aspekte der Nachhaltigkeit beachten will, sollte alle Lebensphasen des Gebäudes bedenken: von der Errichtung über den Betrieb bis hin zum Rückbau und der Wiederverwendbarkeit.

Nachhaltige Bauweisen

Bei einer flächensparenden und flächenschonenden Bauweise bleint so viel freie Gartenfläche wie möglich übrig. Idealerweise begrünen Hausbesitzer diese Fläche und versiegeln sie nicht. So sind Rasengittersteine beispielsweise umweltfreundlicher als dicht gepflasterte Einfahrten, auf denen kein Regenwasser versickern und ins Grundwasser gelangen kann.

Umweltfreundliche, langlebige und recycelbare Baumaterialien

Die Baumaterialien bestimmen nicht nur maßgeblich die Optik eines Hauses – bei ihrer Auswahl können Bauherren auch den Grundstein für eine nachhaltige und umweltschonende Bauweise legen. Ideal sind beispielsweise regionale Baustoffe aufgrund der kurzen Transportwege. Natürliche Materialien wie Holz, Lehm, regionales Gestein wie Granit oder Kalkstein, Reet, Schiefer und Ziegel sowie Jute und Hanf als Dämmmaterial vereinen dabei zahlreiche positive Eigenschaften. Auch bei Bauvorhaben können zudem nachwachsende und/oder wiederverwertete Materialien zum Einsatz kommen. Zu bedenken ist auch, wie gut ein Material repariert und ausgebessert werden kann und wie es in einigen Jahrzehnten entsorgt oder recycelt werden kann.

Eine gute Orientierung für die Wahl eines umweltschonenden Baumaterials bietet der PEI-Wert (Primär-Energie-Inhalt). Er gibt an, wie viel Energie bei der Herstellung von zum Beispiel Holzfaserplatten notwendig war – und zwar vom Fällen des Baumes über die Verarbeitung bis hin zum Transport an die Baustelle.

Rückbau und Nachnutzung von Baustoffen

Damit ein späterer Rückbau unkompliziert vonstattengehen kann, müssen die Planer mehrere Aspekte bedenken. Baustoffe und Konstruktionen sind im Idealfall wiederverwendbar oder einfach trennbar, für eine separate Entsorgung. Hierbei spielen neben den Materialien an sich auch die Verbindungen eine große Rolle: Wo möglich, sind unter anderem entsprechend geklemmte, gesteckte, geschraubte oder aufgelegte Verbindungen zu bevorzugen.

Was spricht dafür, energieeffizient und nachhaltig zu bauen?

Der Klimawandel schreitet voran, und Ressourcenknappheit ist auch in der Bauwirtschaft ein drängendes Thema. Nachhaltig zu planen und zu bauen wird darum zunehmend wieder zur Selbstverständlichkeit. Einst war ressourcen- und energieschonendes Bauen mit regionalen Materialien die einzige Option. Heutzutage ist es häufig eine teure Wahl, die deshalb nicht immer an erster Stelle steht. Doch langfristig gesehen sind energieeffiziente Häuser kostengünstiger. Unnötigem Energieverbrauch können Hausbesitzer auf vielen Wegen vorbeugen. Zudem ist die Lebensqualität in ökologisch gebauten Häusern oft höher.

Den Grad der nachhaltigen Bauweise können Bauherren außerdem immer an die eigenen finanziellen Mittel anpassen. Bis zum Nullenergiehaus, das genau so viel Energie erzeugt, wie es verbraucht, gibt es viele Vorstufen. Jede Maßnahme hin zu einem nachhaltig gestalteten Gebäude ist sinnvoll.