Energieverbrauchskennzeichnung

Immer mehr Verbraucher setzen im Haushalt auf stromsparende Geräte. Dank der sogenannten Energieverbrauchskennzeichnung werden heute bei den meisten Elektrogeräten die jeweiligen Verbrauchseigenschaften auf einen Blick sichtbar. Grundlage dafür ist die Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (EnVKV), die die EU 1992mit dem dazugehörigen Energieeffizienzlabel eingeführt hat. Die Richtlinie wurde 1997 in deutsches Recht umgesetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Buchstabencode von A bis G klassifiziert den Energieverbrauch. A+++, A++ und A+ werden wieder wegfallen.
  • Die Angaben auf dem Energieeffizienzlabel beruhen auf Messungen unter Laborbedingungen.
  • Die Messungen erfolgen nach einschlägigen EU-Normen.
  • Neben den Angaben zur Energieeffizienz finden sich auf dem Label weitere Informationen zu den Gebrauchseigenschaften des Produkts.

Die Ampel für den schnellen Durchblick

Ein Buchstabencode klassifiziert den Energieverbrauch. A+++ beispielsweise zeigt einen niedrigen Stromverbrauch an, während Geräte mit der Energieeffizienzklasse G zu den Stromfressern zählen. Ein Ampelsystem auf dem Label verdeutlicht dies zusätzlich: Grün ist gleichbedeutend mit sparsam, rot geht mit einem hohen Stromverbrauch einher.

Im Laufe der Jahre wurde das System an den technischen Fortschritt, sprich an die verbesserten Energieeigenschaften von Elektrogeräten, angepasst. Waren in Abhängigkeit zur Produktkategorie zunächst nur die Energieeffizienzklassen A bis G relevant, wurden die Klassen sukzessive um die Codes A +, A++ und A+++ erweitert. Andere Klassen sind entsprechend weggefallen. Durch eine Neuregelung im Jahr 2017 entfällt die Code-Erweiterung wieder und die neue Auszeichnung von A bis G wird wohl erst gegen 2020 sichtbar werden.

Diese Geräte tragen das Label

Das Energieeffizienzlabel ist für folgende Produkte zwingend erforderlich: Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, TV-Geräte, Staubsauger, Wäschetrockner, Raumklimageräte, Elektrobacköfen und Lampen.

Kühl- und Gefrierschränke

Kühl- und Gefriergeräte unterliegen der Verpflichtung zur Energieetikettierung. Kennzeichnungspflichtig sind alle Kühl- und Gefriergeräte, die für den Einsatz im Haushalt bestimmt sind und ein Füllvolumen zwischen 10 und 1500 Litern besitzen. Es gelten die Effizienzklassen A+++ bis A+.

Der sogenannte Energieeffizienzindex ergibt sich aus der Relation zwischen den nach den Bestimmungen der Richtlinie ermittelten Durchschnittswerten und dem tatsächlichen Stromverbrauch des Gerätes. Die Energieeffizienzklassen sind wie folgt eingeteilt und haben folgende Ersparnis gegenüber Klasse A:

  • A+++: Index < 22% mit 60% Ø-Ersparnis
  • A++: Index < 33% mit 40% Ø-Ersparnis
  • A+: Index < 44% mit 20% Ø-Ersparnis

Wie viel Strom lässt sich sparen?

Kühl- und Gefriergeräte der Klasse A+++ verbrauchen circa 60 Prozent weniger Strom als ein vergleichbares Gerät der Effizienzklasse A. Ein Produkt der Klasse A spart immerhin noch 40 Prozent. Das Umweltbundesamt hat berechnet, dass für einen 240-Liter-Kühlschrank mit integriertem Tiefkühlfach der Effizienzklasse A++ über die Lebensdauer von 12 Jahren 513 Euro mehr Stromkosten anfallen als für ein Gerät der höchsten Effizienzklasse A+++ (bei einem angenommenen Kilowattstundenpreis von 25 Cent). Der Kauf eines energieeffizienten Gerätes zahlt sich also aus.

Ineffiziente Geräte dürfen nicht mehr verkauft werden

Nach und nach werden die Stromfresser aus dem Handel verschwinden. Seit dem 1. Juli 2012 dürfen nur noch Kühl- und Gefriergeräte der Energieeffizienzklasse A+ oder besser verkauft werden. Alte Geräte können weiter genutzt werden, das Verbot gilt nur für den Vertrieb von Neugeräten.

Waschmaschinen

Waschmaschinen unterliegen genauso wie Kühlschränke bereits seit dem 1. Januar 1998 der Kennzeichnungspflicht. Doch nicht nur die Energieeffizienzklasse findet sich auf dem Label, sondern auch Angaben zum jährlichen Stromverbrauch, zum jährlichen Wasserverbrauch, zur maximalen Geräuschentwicklung im Schleuder- sowie im Waschgang, zur Schleuderwirkung und zur maximalen Beladung im Waschprogramm Baumwolle mit 40 °C oder 60 °C. Waschmaschinen unterhalb der Klasse A+ dürfen nicht mehr verkauft werden.

220 Waschzyklen pro Jahr

Der jährliche Stromverbrauch basiert auf 220 Standard-Waschzyklen, die ein Verbraucher durchschnittlich im Jahr durch die Maschine schickt. Neben dem Programm für Baumwolle bei 60 °C mit voller Beladung berücksichtigt der Effizienztest auch die Programme Baumwolle bei 40 °C und 60 °C mit halber Beladung. Darüber hinaus wird der Stromverbrauch im Stand-by-Modus herangezogen.

Wie viel Strom Ihre Waschmaschine letztendlich verbraucht, hängt von Ihren Nutzungsgewohnheiten ab. Wer etwa viel Kochwäsche zu erledigen hat oder den Wäscheberg einer Großfamilie bewältigen muss, wird mehr als die auf dem Label angegebenen Kilowattstunden benötigen. Als Vergleichswert für die einzelnen Geräte dient die Energieeffizienzklasse trotzdem allemal.

A+++ spart 32 Prozent Energie im Vergleich zu A

Besonders sparsam sind Geräte der Effizienzklasse A+++. 32 Prozent des jährlichen Geräte-Stromverbrauchs lässt sich im Vergleich zur Effizienzklasse A einsparen. Über die Dauer von 12 Jahren entspräche das 271 Euro (bei einem zugrundegelegten Kilowattstundenpreis von 25 Cent).

Ausschlaggebend ist darüber hinaus die Waschtemperatur. Wer leicht verschmutzte Wäsche nicht mit 60, sondern mit 40 °C wäscht, benötigt nur die Hälfte der Energie. Bei 30 °C wird lediglich ein Drittel der Strommenge verbraucht. Moderne Waschmittel entfalten eine ausgezeichnete Reinigungswirkung, so dass hohe Waschtemperaturen unnötig sind.

TV-Geräte

Seit dem 30. November 2011 können sich Verbraucher beim Kauf eines neuen Fernsehers am einheitlichen EU-Energielabel orientieren und auf einen Blick erkennen, wie viel Strom ein Modell verbraucht. Ein Vergleich lohnt sich auf jeden Fall für den Verbraucher: Nach Berechnungen der Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) lassen sich beim Kauf eines neuen Fernsehers bis zu 70 Prozent Stromkosten vermeiden, wenn sich Verbraucher für ein energieeffizientes Gerät der Klasse A entscheiden.

Weitere technische Eigenschaften wie zum Beispiel die Größe der Bildschirmdiagonale finden sich in Form sprachneutraler Piktogramme am unteren Rand des Labels.

Bildschirmdiagonale ist ebenso entscheidend

Der BUND rät den Verbrauchern, beim Kauf eines neuen TV-Gerätes nicht allein auf die Effizienzklasse zu achten: "Wie viel ein Fernseher verbraucht, hängt nicht nur von seiner Effizienz ab. Auch die Größe des Bildschirms entscheidet, wie viel Strom er verbraucht." Beispielsweise benötige ein TV-Gerät mit 81 Zentimetern Bildschirmdiagonale, das gerade so den Grenzwert für die Effizienzklasse A erreiche, rund 40 Prozent weniger Strom als ein Gerät mit 107 Zentimetern Diagonale in derselben Klasse. "Verbraucher sollten vor allem auf den absoluten Stromverbrauch ihres neuen Gerätes achten. Das schont nicht nur Energieressourcen und das Klima. Mit der Wahl eines sparsamen Fernsehers kann der Kunde über die gesamte Lebensdauer des Gerätes hinweg leicht mehrere Hundert Euro Stromkosten sparen", sagte Benz.

Staubsauger

Staubsauger gibt es in den Klassen A bis G. Da die Geräte aber immer effizienter und sparsamer werden sollen, lässt die EU ab September 2017 nur noch Geräte mit den Klasse A+++ bis D in den Handel. Unser Tipp: Vergleichen kann man mit dem Label auch die sogenannten Reinigungsklassen. Hier ist angegeben, wie gut der Staubsauger Staub und Dreck auf Teppichböden und auf Hartböden wie Parkett aufnimmt.

Das Messverfahren

Die Angaben auf dem Energieeffizienzlabel beruhen auf Messungen unter Laborbedingungen. Die Messungen erfolgen nach einschlägigen EU-Normen. Dennoch sind die Label-Angaben nur Richtwerte, die abhängig von der Nutzung oder dem Gerätestandort abweichen können.

Das Label bietet noch mehr

Neben den Angaben zur Energieeffizienz finden sich auf dem Label weitere Informationen zu den Gebrauchseigenschaften des Produkts.

Beispiele: Maximale Geräuschentwicklung, der jährliche Wasserverbrauch, die Bildschirmdiagonale, Informationen über das Vorhandensein eines Netzschalters (TV), der jährliche Stromverbrauch in kWh, Leistungsaufnahme im Betriebsmodus (TV), die Trockenwirkung von Geschirrspülmaschinen, das Nettovolumen von Kühl- bzw. Gefrierschranken, Schleuderwirkung von Waschmaschinen usw.