Hochzeitsplanung: Checkliste für Ihre Versicherungen und Finanzen

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  • Am Anfang steht die Budgetplanung: Überlegen Sie, welche Ausgaben auf Sie zukommen und wie Sie diese finanzieren wollen, beispielsweise mit Ersparnissen oder einem günstigen Hochzeitskredit.
  • Eine Hochzeitsversicherung ist kein Muss: Die Police kann sich aber lohnen, wenn Sie viel Geld in die Hochzeitsfeier investiert haben.
  • Eine Heirat ist der perfekte Zeitpunkt, um einzelne Versicherungsverträge zusammenzulegen. So sparen Sie nicht nur Kosten, sondern verbessern gleichzeitig Ihren Versicherungsschutz.
  • Als Ehepaar haben Sie finanzielle Vorteile bei der Steuer.

Die perfekte Hochzeitsfeier hängt nicht nur von der Liebe ab – sondern auch von der richtigen Planung und Finanzierung. Mit ein paar einfachen Ratschlägen halten Sie die Kosten für Ihr gemeinsames Ja-Wort in Zaum. Verivox hat die wichtigsten To-dos und Tipps rund ums Heiraten zusammengefasst.

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1. Wie viel soll die Hochzeit kosten?

Nicht nur royale Hochzeiten verschlingen Unsummen an Geld – jede Hochzeitsfeier bringt Ausgaben mit sich. Damit der schönste Tag auch finanziell gut über die Bühne geht, sollten sie rechtzeitig mit der Budgetplanung beginnen. Besprechen Sie gemeinsam, wie Sie Ihren großen Tag gestalten wollen und legen Sie die einzelnen Kostenpunkte realistisch fest. Dazu gehört auch ein Kostenlimit, das nicht überschritten werden sollte.

Kredit als Finanzspritze für die Hochzeit – sinnvoll oder nicht?

Wie viel Geld können oder wollen Sie in die Feier stecken? Und bekommen Sie Unterstützung von der Familie, zum Beispiel von den Eltern? Je nach Umfang und Art der Feier sowie der Hochzeitslocation kann es sinnvoll sein, einen Teil der Kosten über einen günstigen Kredit ohne festen Verwendungszweck zu finanzieren. Legen Sie fest, welche monatlichen Tilgungsraten Sie stemmen können und wie lange der Kredit laufen soll. Bei vielen Banken erhalten Sie übrigens günstigere Konditionen, wenn Sie einen Hochzeitskredit zu zweit beantragen. Außerdem erhöhen sich bei zwei Antragstellern die Chancen, dass die Bank den Kreditantrag akzeptiert.

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Tipp: Wenn Sie einen Kredit abschließen, sollten Sie auf eine Möglichkeit zur kostenlosen Sondertilgung achten. Dann können Sie einen Teil des Kredits zum Beispiel gleich wieder mit den Geldgeschenken zur Hochzeit abbezahlen. Damit zahlen Sie den Kredit nicht nur schneller ab, sondern sparen auch Zinsen.

Im Video: Finanz- und Versicherungstipps für Hochzeitspaare

Schlau mit V: Die Hochzeit soll der schönste Tag im Leben sein – nicht der teuerste! Die Tarifexperten von Verivox verraten, worauf bei Planung und Organisation zu achten ist, und geben viele clevere Tipps rund um die gemeinsamen Verträge, mit denen Hochzeitspaare eine Menge Geld sparen.

Wann lohnt sich eine Hochzeitsversicherung?

Manchmal muss eine geplante Feier abgesagt werden – zum Beispiel, wenn der Termin wegen plötzlicher Krankheit oder Unfall des Brautpaares oder seiner engsten Verwandten ausfallen muss. Mit einer Rücktrittsversicherung für die Hochzeitsfeier sind Sie in so einem Fall finanziell abgesichert. Die Hochzeitsversicherung deckt die Stornokosten ab und übernimmt die Kosten für den Veranstaltungsort und die Dienstleister, wie Fotograf und Caterer. Eine solche Police kann zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn Sie sehr viel Geld in die Hochzeit gesteckt haben.

Wichtig: Lesen Sie sich genau durch, unter welchen Umständen die Versicherung zahlt. Denn in der Regel endet der Schutz, wenn Sie den Ort der Feier betreten haben. Verunfallen Sie oder ein naher Verwandter erst dort, zahlt die Versicherung keinen Cent.

2. Verheiratete können Versicherungsverträge optimieren

Wenn Verheiratete ihre Versicherungen zusammenlegen, können sie Geld sparen – und gleichzeitig den Versicherungsschutz verbessern.

Ordentlich sparen bei den Sachversicherungen

Bei vielen Sachversicherungen lohnt sich ein Familientarif statt zweier separater Verträge für Singles. Bei den wichtigen Vorsorgeversicherungen können Sie jetzt den Schutz verbessern. Bei diesen Versicherungen sollten Sie die Verträge prüfen und gegebenenfalls anpassen:

  • Haftpflichtversicherung
  • Hausratversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Kfz-Versicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Lebens- und Unfallversicherung

Bei der Haftpflicht- und Hausratpolice kann in der Regel die zuletzt abgeschlossene Police gekündigt werden. Der ältere Vertrag wird fortgeführt und in einen Familientarif umgewandelt. Wenn Sie in eine gemeinsame Wohnung ziehen, sollten Sie die Versicherungssumme der Hausratversicherung anpassen. So vermeiden Sie eine Unterversicherung. Denn wenn Sie zwei zuvor getrennte Haushalte zusammenlegen, steigt im neuen gemeinsamen Haushalt der Versicherungswert.

Auch Autofahrer können jetzt bei den Versicherungsprämien sparen. Als Paar benötigen Sie nur noch eine Kfz-Police und können Ihren Partner als weiteren Fahrer eintragen lassen. In der Regel erhöht sich der Beitrag dadurch nicht. Es ist gesetzlich geregelt, dass die ältere Versicherung bestehen bleibt und die jüngere aufgelöst wird. Natürlich können Sie den älteren Vertrag fristgerecht kündigen, wenn in der Zwischenzeit bessere Tarife verfügbar sind.

Tipp: Kündigen Sie nach Möglichkeit die Kfz-Versicherung des Partners, der die geringere Schadenfreiheitsklasse und damit die höheren Beiträge hat. Wenn Sie mehrere Autos fahren, sollten Sie außerdem den Verkehrsrechtsschutz in der Rechtsschutzversicherung auf alle genutzten Fahrzeuge ausweiten.

Vorsorgeversicherungen an neue Lebensverhältnisse anpassen

Viele Berufsunfähigkeitspolicen bieten die Option, die versicherte Rente bei einer Heirat zu erhöhen – ganz ohne erneute Gesundheitsprüfung. Diese sogenannte Nachversicherungsgarantie lohnt sich besonders bei Paaren mit einem Hauptverdiener. Denn fällt der Hauptverdienst weg, muss die versicherte Berufsunfähigkeitsrente nach der Heirat für zwei oder mehr Personen und eine größere Wohnung reichen.

Bei der Lebensversicherung können Sie die Erbschaftssteuer vermeiden, wenn Sie sich gegenseitig versichern. Das heißt, der eine Partner versichert das Leben des anderen, zahlt die Beiträge selbst und ist der Begünstigte im Todesfall und umgekehrt. Haben Sie beide bereits bestehende Verträge, – zum Beispiel auch bei einer Unfallversicherung – können Sie das Bezugsrecht ändern. Um den Partner als neuen Begünstigten einzutragen, genügt ein Schreiben an die Versicherung.

3. Finanzen neu ordnen

Nach einer Heirat werden beide Partner automatisch in die Steuerklasse IV eingestuft. Mit dem sogenannten Faktorverfahren können die Einkommen gleichmäßiger besteuert werden.

Steuerklasse wechseln

Bei Paaren mit unterschiedlichen Einkünften gilt folgende Faustregel: Wer zwischen 60 und 75 Prozent des gemeinsamen Einkommens verdient, kann die günstige Steuerklasse III wählen, für den Partner mit den geringeren Einkünften greift dann die Steuerklasse V mit höheren Abgaben. Zwar bleibt damit monatlich mehr Nettogehalt übrig; unter Umständen müssen Sie aber nach der Steuererklärung beim Finanzamt nachzahlen.

Gut zu wissen: Sie können die Steuerklasse nur einmal im Jahr ändern. Der Antrag ist schriftlich an das Finanzamt zu richten.

Freistellungsaufträge neu ordnen

Nach der Hochzeit können Paare ihre Freistellungsaufträge neu auf alle Konten verteilen. Kapitaleinkünfte bis zu 1.602 Euro sind für die Ehepartner von der Abgeltungssteuer befreit – statt vorher 801 Euro für jeden einzelnen. Das ist von Vorteil, wenn ein Partner höhere Kapitaleinkünfte bezieht, der andere aber nicht. Hat er im Jahr der Heirat bereits Abgeltungssteuer bezahlt, kann er den Betrag mit der Steuererklärung zurückfordern.