Internet per Glasfaser: Sieben Fragen und Antworten zum Anschluss

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Die Glasfaser ist der Internetzugang der Zukunft: Glasfaseranschlüsse sind nicht nur schneller, sondern auch stabiler als reines Kabelinternet und klassisches DSL. Doch welche Kosten kommen beim Vertragsabschluss oder dem Ausbauprozess auf Verbraucher zu? Und wer braucht das superschnelle Internet überhaupt? Sieben Fragen und Antworten rund um den Glasfaseranschluss.

Das Wichtigste in Kürze

  • Glasfaseranschlüsse bieten schnelles Internet mit einem Gigabit/s Download-Geschwindigkeit. Die Internettechnologie ist außerdem stabiler als Kabelinternet und klassisches DSL und bringt einen höheren Upload.
  • Datenintensive Anwendungen wie Homeoffice, Online-Streaming oder vernetzte Geräte verstärken den Bedarf an hohen Datenraten.
  • Derzeit ist beim Ausbau zukunftsfähiger Glasfaseranschlüsse noch Luft nach oben – doch die Verfügbarkeit nimmt zu.

1. Was macht die Glasfaser besser als TV-Kabel und Kupfer?

Glasfaser bietet Highspeed-Internet von bis zu einem Gigabit pro Sekunde (also 1.000 Mbit/s). Außerdem sprechen Experten von einer zuverlässigeren Anbindung und geringeren Reaktionszeiten.

Der DSL-Anschluss per Kupferleitung schafft nicht so viel Datendurchsatz. Aktuell ist mit Vectoring bei rund 250 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) Schluss. Und diese Maximalwerte erreichen die Anschlüsse selten. Das TV-Kabel schafft da schon mehr, einzelne Anbieter versprechen bis zu ein Gigabit pro Sekunde (Gbit/s). Das Problem: Das TV-Kabel ist ein geteiltes Medium. Sind also viele Nutzer angeschlossen und aktiv, bekommt keiner das Maximum. Ähnlich sieht es beim Datenfunk über LTE aus. Sind viele Nutzer in einer Funkzelle aktiv, sinkt die Kapazität für jeden einzelnen. Der Funkverkehr ist außerdem anfälliger für Störungen.

2. Wie kommt die Glasfaser ins Haus?

Das kommt auf den Ort und bereits vorhandene Leitungen an. Der einfachste Fall: Es gibt bereits Leerrohre vom Anschlussschacht an der Straße ins Haus. Dann kann die Glasfaser einfach dadurch verlegt werden. Wer neu baut oder renoviert, kann so auch schon vorarbeiten und später sparen. Gibt es kein Leerrohr, kommen laut Glasfaserverband Breko die Kabel zum Beispiel mit der sogenannten Erdrakete oder mit einem Spülbohrer durch den Gartenboden bis zur Hauswand. Die Glasfaser wird oberirdisch ins Erdgeschoss oder durch die Kellerwand in den Keller verlegt und mit dem Netzabschlusskasten verbunden.

Der Ausbau der sogenannten letzten Meile ist entscheidend dafür, ob der Kunde schnelles Internet per Glasfaser bekommt. Wenn die letzten Meter vom Verteilerkasten zum Haus mit einem alten Kupferkabel überbrückt werden, hat der Endkunde nichts vom Glasfaseranschluss.

3. Was kostet der Glasfaseranschluss?

Die Anschlusskosten können stark variieren. Einige Anbieter verlegen die Leitung kostenlos, erklärt Breko-Referent Frederik Palmer, andere verlangen einen Beitrag. Rund 2.000 Euro pro Glasfaseranschluss können beim individuellen Ausbau laut Bundesverband für Glasfaser anfallen. Bei manchen Anschlussaktionen locken Anbieter mit günstigen Konditionen für Hauseigentümer, die sich früh festlegen. Wer später auf den Zug aufspringt, zahlt etwas mehr. Wieder andere Anbieter machen die Verlegung von der Buchung eines Internetzugangs über Glasfaser für einen bestimmten Zeitraum abhängig oder verlegen nur bis zur Grundstücksgrenze. Häufig muss allerdings zunächst ein bestimmter Anteil anschlusswilliger Haushalte in einer Ortschaft erreicht werden, etwa 40 Prozent, bevor Bauarbeiten beginnen.

4. Wie hoch sind die monatlichen Tarifkosten?

Die monatlichen Preise für den Internetzugang per Glasfaser unterscheiden sich nicht groß von anderen kabelgebundenen Zugängen. Je schneller der Anschluss, desto höher der Preis. Die günstigsten Glasfasertarife gibt es ab 70 Euro im Monat, die Deutsche Telekom und Deutsche Glasfaser nehmen für das Gigabit etwa 89 bzw. 90 Euro im Monat. Hier sind die Preise innerhalb des letzten Jahres bereits deutlich gefallen.

5. Wer braucht schnelles Internet per Glasfaser?

"Man sollte das auch als Zukunftsinvestition betrachten", sagt Breko-Mann Palmer. Vielleicht reichen die vorhandenen 16 oder 50 Mbit/s heute noch aus. Aber gerade datenintensive Anwendungen wie Fernsehen in hochauflösender Bildqualität und Online-Streaming, Homeoffice oder digitaler Unterricht, vernetzte Smart-Home-Geräte oder Online- bzw. Cloud-Gaming brauchen schon jetzt und auch in Zukunft hohe Datenraten. Da werden die Kupferleitungen bald an ihre Grenzen kommen. Hauseigentümer mit Familie oder Wohngemeinschaften, die sich einen Anschluss teilen, sollten einen höheren Bedarf einplanen – gerade wenn auch einmal mehrere Personen gleichzeitig surfen.

Nicht zuletzt ist auch beim Thema Videospiele aktuell einiges in Bewegung. Immer mehr so genannte Cloud-Gaming-Angebote kommen auf den Markt. Hierbei laufen die Spiele in Rechenzentren, Spieler streamen sich nur ein Videobild davon nach Hause. Auch hierfür sind sehr leistungsfähige und stabile Datenleitungen nötig.

6. Teilnahme an Anschlussaktion oder Einzelanschluss – was lohnt sich?

Grundsätzlich, sagt Frederik Palmer, ist die Teilnahme an solchen Anschlussaktionen immer billiger als der spätere Einzelanschluss. Das gilt häufig auch dann, wenn mit dem Anschluss zunächst ein gebuchter Internettarif über die Glasfaser abgeschlossen wird. Wer später das Haus auf eigene Kosten nachrüsten will, zahlt deutlich mehr.

7. Gibt es weitere Vorteile von Glasfaser im Haus?

Leistungsstarkes Internet wird immer mehr zum Standortvorteil: "Manches Haus ist mitunter dadurch erst verkaufbar", sagt Corinna Kodim vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland zum Glasfaseranschluss. Gerade ältere Häuser oder solche in ländlichen Gebieten können durch einen modernen Datenanschluss an Wert zulegen. Zwischen 5 und 8 Prozent höhere Verkaufspreise sind laut Haus & Grund drin. Auch Wohnungen mit Glasfaseranschluss lassen sich leichter vermieten.

Derzeit ist beim Ausbau zukunftsfähiger Glasfaseranschlüsse noch Luft nach oben – doch die Verfügbarkeit nimmt zu. Eine Prüfung der Verfügbarkeit am Wohnort lohnt sich.