Verbraucher-Atlas: Internet in Deutschland

Internet in Deutschland

Wo surfen Internet-Nutzer in Deutschland mit High-Speed, wo im Schneckentempo? Und wie schneidet Ihre Heimatstadt ab? Das zeigen wir Ihnen im Verivox-Verbraucher-Atlas.

Glasfaserquote in Großstädten 

Glasfasernetz noch lückenhaft

Schnelle Glasfaseranschlüsse sind derzeit oft noch Mangelware. Mitte 2019 lag die Anzahl der angeschlossenen Haushalte laut VATM bei rund 4 Millionen. Auch viele der deutschen Großstädte sind derzeit noch nicht ans Glasfasernetz angeschlossen oder die Glasfaserquote liegt noch im niedrigen einstelligen Bereich. Manche Städte haben zwar einen niedrigen Glasfaseranteil, aber zumindest kleine Glasfaserinseln, wie etwa Deutschlands Hauptstadt in Berlin-Mitte und Marzahn. Auf den ersten Plätzen beim Glasfaserausbau unter den 20 größten Städten liegen derzeit Köln (80 Prozent), München (75 Prozent) und Hamburg (72 Prozent). Lokale Netzbetreiber wie NetCologne in Köln oder Alice (ehemals HanseNet, jetzt O2 Telefonica) im Norden haben hier den Netzausbau vorangetrieben.

„Der Glasfaserausbau scheitert häufig an der sogenannten letzten Meile,“ erklärt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. Selbst wenn der örtliche Verteilerkasten ans Glasfasernetz angeschlossen ist, gelangt das Signal oft noch über alte Kupferkabel in die Gebäude. „FTTH (Fibre to the Home) muss dagegen direkt bis ins Haus verlegt sein, damit der Endkunde die volle Leistung erhält.“ Höhere, stabile Bandbreiten seien dringend erforderlich, der Datenversand über stationäre Anschlüsse habe sich in den letzten Jahren in Deutschland praktisch verdoppelt. Kabelinternet ermöglicht schon heute die zehnfache Bandbreite, mit Glasfaseranschlüssen sind sogar 1.000 Mbit/s möglich. Gerade datenintensive Anwendungen wie UHD-Fernsehen und Online-Streaming, Smart-Home-Geräte oder Online Computing benötigen ein leistungsfähiges Netz.

Wo wird am schnellsten im Internet gesurft?

Internet-Geschwindigkeit: Mannheim und Stuttgart sind die schnellsten

DSL- und Kabel-Kunden surfen mit großen Tempo-Unterschieden durch das Internet in Deutschland. Das zeigt eine Verivox-Auswertung von Vertragsabschlüssen in 25 deutschen Großstädten.

Am schnellsten sind Mannheimer und Stuttgarter unterwegs. In Mannheim betragen die durchschnittlich gebuchten Geschwindigkeiten 144 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), in der Schwabenmetropole sind es 140 Mbit/s. In Erfurt geht es mit etwa 84 Mbit/s im Schnitt am langsamsten voran.

Die größten fünf Städte in Deutschland sind über das gesamte Klassement verteilt: Am besten schneidet dabei Frankfurt am Main ab (130 Mbit/s). Im Mittelfeld befinden sich Köln (110 Mbit/s), Hamburg (102 Mbit/s) und Berlin (99 Mbit/s), während München mit nur knapp 88 Mbit/s etwas abgeschlagen ist. Bundesweit lag die gebuchte Durchschnittsgeschwindigkeit bei 104 Mbit/s.

Zuwachs des durchschnittlichen Internet-Speeds seit 2016

Deutschland surft mehr als doppelt so schnell wie vor drei Jahren

Deutsche Verbraucher buchen immer schnellere Internet-Verbindungen: 2019 lag der bundesweit gebuchte Durchschnittsspeed bei 104 Mbit/s – vor drei Jahren waren es dagegen nur 47 Mbit/s. Nur 10 der 25 Städte blieben 2019 noch unter der 100-Megabit-Marke.

Den größten Geschwindigkeitszuwachs verzeichneten die Spitzenreiter Mannheim und Stuttgart. Hier buchten Internetkunden jeweils um 75 Mbit/s schnellere Verbindungen. Auch Essen, Saarbrücken und Karlsruhe legten kräftig zu – um über 65 Mbit/s. Der geringste Tempo-Boost findet sich in Potsdam (43 Mbit/s) und Erfurt (44 Mbit/s), die beiden letztplatzierten Städte im Gesamt-Ranking.

Highspeed-Gürtel im Westen, Osten und Bayern langsamer

Schnelle Verbindungen werden nach wie vor gehäuft im Westen und Südwesten gebucht. Die zehn schnellsten Städte bilden auf der Deutschlandkarte einen regelrechten Highspeed-Gürtel der sich vom Ruhrgebiet bis nach Stuttgart über die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg erstreckt.

Verbraucher aus den neuen Bundesländern oder Bayern surfen dagegen etwas langsamer. „Dieser Vorsprung des Westens bei der Internetgeschwindigkeit ist seit Jahren messbar und spiegelt sich auch in unseren Zahlen wider“, sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. „Der Internetausbau in dicht besiedelten Regionen ist für die Anbieter lukrativer. Je geringer die Bevölkerungsdichte, etwa in ostdeutschen Flächenländern oder in Teilen Bayerns, desto höhere Kosten entstehen pro Kopf.“

Stadt-Land-Kluft bei der Internet-Geschwindigkeit

Großstädte surfen schneller als kleinere Orte

Die regionalen Unterschiede bei der Internetgeschwindigkeit aufgrund unterschiedlicher Besiedlungsdichte zeigen sich auch im Vergleich zwischen Großstädten (Orte über 100.000 Einwohner) und eher ländlichen Gegenden (Orte unter 100.000 Einwohner). In den Flächenländern in Deutschland nimmt die Durchschnittsgeschwindigkeit außerhalb der Großstädte ab.

Am höchsten ist der Unterschied in Sachsen: In den Großstädten liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 94 Mbit/s – außerhalb fällt sie um durchschnittlich fast 30 Mbit/s. Am geringsten fällt die Tempolücke in Bayern aus: Großstädte (91 Mbit/s) und ländlicher Raum (86 Mbit/s) trennen nur knapp 4 Mbit/s.

Tempolücke zwischen Stadt und Land wächst weiter

Großstädter profitieren nicht nur von höheren Geschwindigkeiten: Die Lücke zwischen Großstädten und ländlichem Raum hat sich im Dreijahresvergleich in neun der 13 Flächenländer verschärft – in Sachsen-Anhalt sogar um 160 Prozent. Nur in Hessen, Bayern und Thüringen fällt die Lücke geringer aus als vor drei Jahren.

Schnellste Provinz surft schneller als Berlin

Neben der bloßen Stadt-Land-Kluft müssen jedoch auch die tatsächlichen Geschwindigkeiten berücksichtigt werden: Zwar ist der Tempo-Rückstand der Provinz in Nordrhein-Westfalen mit 13 Mbit/s größer als in Niedersachsen (rund 9 Mbit/s) – der Internet-User vom Lande surft in NRW jedoch mit durchschnittlich 111 Mbit/s, während es in Niedersachsen nur 90 Mbit/s sind.

Am besten ist die Situation in Baden-Württemberg: Hier verfügen Internet-Nutzer in ländlich geprägten Gebieten über durchschnittlich 127 Mbit/s und surfen damit schneller als der durchschnittliche Berliner (99 Mbit/s).

Internet auf dem Land: Teurer, langsamer, weniger Auswahl

In kleineren Städten in Deutschland haben Internetnutzer weniger Anbieter zur Auswahl. Dieser geringere Wettbewerb führt – neben den niedrigeren Geschwindigkeiten – oft zu höheren Preisen als in größeren Städten. Zudem zeigen Stichproben: Die Verfügbarkeit von leistungsstarken Internetanschlüssen mit 100 Mbit/s oder mehr ist in großen Städten höher als in Kleinstädten.

„Außerhalb der Großstädte müssen die meisten Anbieter auf DSL-Leitungen der Telekom zurückgreifen. Einige legen die dadurch entstehenden Mehrkosten auf die Verbraucher um“, erklärt Jens-Uwe Theumer. Internetnutzer auf dem Land zahlen dann häufig einen sogenannten Regiozuschlag.

Breitbandausbau: Mehr Glasfaser für Giga-Strategie

Die (teilweise gar nicht abgerufenen) Milliarden an Fördergeldern für den Breitbandausbau konnten die Lücke zwischen Stadt und Land bislang nicht schließen – die Unterschiede haben sich in den letzten drei Jahren sogar verschärft. „Der Breitband-Ausbau profitiert nur sehr bedingt von einer Förderung in dieser Form“, sagt Jens-Uwe Theumer. „Den Großteil stemmen die Netzbetreiber ohne staatliche Mittel. Insbesondere der Glasfaser-Ausbau lässt sich nicht alleine durch Förderprogramme anschieben. Denkbar wären beispielsweise Steuererleichterungen für Investitionen der Anbieter in die Glasfasertechnik. So könnten erheblich mehr Projekte verwirklicht und der Wettbewerb gestärkt werden“, sagt Theumer.

Wie schnell kann ich zu Hause surfen?

Welche Geschwindigkeiten zu welchen Preisen verfügbar sind, erfahren Verbraucher am einfachsten über einen Online-DSL-Vergleich. Geben Sie einfach die Telefon-Vorwahl Ihres Wohnorts ein und bestimmen Sie die gewünschte Internet-Geschwindigkeit. In den Filtereinstellungen haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, durch Eingabe Ihrer genauen Adresse das Suchergebnis nochmals zu verfeinern.

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Kabel oder DSL – welche Technik ist die bessere?

Kunden, die eine schnelle Datenübertragung wünschen, können sich zwischen DSL- und Kabel-Anbietern entscheiden. Beide Technologien haben Vor- und Nachteile.

DSL-Kunden haben meist die Wahl zwischen mehreren Anbietern. Außerdem ist eine DSL-Verbindung fast überall verfügbar. Kabelinternet ist hingegen weniger verbreitet. Kabelinternet eignet sich oft für Nutzer, die eine sehr schnelle Internet-Verbindung mit 100 oder mehr Mbit/s wünschen oder für Kunden von sogenannten Triple-Play-Paketen, die Internet, Festnetz-Telefon und Fernsehen aus einer Hand bieten. Kabel-Kunden sind jedoch an den örtlichen Kabelnetzbetreiber gebunden.

Um zu prüfen, welche Technik mit welchen Geschwindigkeiten an Ihrem Wohnort in Deutschland verfügbar ist, eignet sich der Online-Vergleich von Verivox. Hier erfahren Sie alles Wichtige mit wenigen Klicks – alles, was Sie benötigen, ist Ihre Vorwahl.

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Welche Internet-Geschwindigkeit brauche ich?

Welcher Internetanschluss ist der richtige für Sie? Für welche Technik sollten Sie sich entscheiden? Nicht jeder Internetnutzer in Deutschland braucht eine Hochgeschwindigkeitsverbindung. Wer welche Geschwindigkeit benötigt, hängt stark vom Nutzungsverhalten ab. Vor der Tarifwahl sollten Sie sich daher fragen: Was möchte ich im Internet tun? Welcher Nutzertyp bin ich?

Auf Verivox.de finden Sie umfassendes Expertenwissen und wertvolle Verbrauchertipps, mit denen Sie viel Zeit und Aufwand sowie bares Geld sparen können. Mehr Informationen und Tipps finden Sie in unseren Ratgebern zum Thema DSL und Internet.

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Methodik der Auswertung

Die Verivox-Auswertung berücksichtigt alle über das Verbraucherportal getätigten Vertragsabschlüsse im Bereich stationäres Internet aus dem Jahr 2019 in 25 deutschen Großstädten bzw. je Bundesland. Der Verbraucher-Atlas stellt die gebuchten Durchschnittsgeschwindigkeiten je Stadt/Bundesland dar.

Zur Glasfaserquote in Großstädten: Die Prozentwerte zur Glasfaser- und Kabelversorgung von Privathaushalten wurden am 12.06.2020 dem Bundes-Breitbandatlas entnommen (letztes Update dort: 27.03.2020; berücksichtigt ist Glasfaser über die Anschlusstechniken FTTB/FTTH. Der hybride Einsatz von Glasfaser als Teil des Kabelnetz-Backbones fällt nicht darunter). Wenn kein singulärer Wert für das Stadtgebiet vorlag, wurden die Zahlen für die Innenstadtbezirke einzeln erhoben und dann ein Mittelwert gebildet (in Köln, München, Hamburg, Berlin, Bremen). Gab es unterschiedliche Werte zur Kabelversorgung, wurde der Wert für 200 Mbit/s zugrunde gelegt. Die schnellsten verfügbaren Geschwindigkeiten entstammen den von Januar bis Juni 2020 über Verivox gebuchten Tarifen für stationäres Breitband.