Solarthermie oder Wärmepumpe: Die Heizsysteme im Vergleich
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Solarthermie und Wärmepumpe nutzen erneuerbare Energiequellen zur Wärmeerzeugung, unterscheiden sich aber in Funktionsweise, Kosten und Eignung für verschiedene Immobilien. Erfahren Sie mehr über die Merkmale und Voraussetzungen der beiden Heizsysteme.
Das Wichtigste in Kürze
- Solaranlagen nutzen Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung, Wärmepumpen hingegen die Umgebungsenergie aus der Umwelt.
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Solarthermieanlagen haben niedrigere Anschaffungskosten und werden aber meist ergänzend (nicht als alleiniger Wärmeerzeuger) eingesetzt.
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Wärmepumpen sind in der Anschaffung teurer, erzeugen aber unabhängig von Witterung Wärme.
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Eine Wärmepumpe benötigt gute Gebäudedämmung und niedrige Vorlauftemperaturen um wirtschaftlich zu arbeiten.
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Eine Solarthermieanlage benötigt eine geeignete, nicht verschattete Dachfläche mit passender Ausrichtung.
Solarthermie und Wärmepumpe: Die Funktionsweisen erklärt
Solarthermieanlagen und Wärmepumpen können sowohl zum Heizen als auch zur Warmwasserbereitung verwendet werden. Beide nutzen erneuerbare Energiequellen, arbeiten aber nach unterschiedlichen Prinzipien:
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Solarthermieanlage: Solarkollektoren auf dem Dach oder an der Fassade wandeln Sonnenenergie in Wärme um. Ein Wärmeträgermedium wird durch die Solarstrahlung erwärmt. Die Wärmemenge hängt von der Dachausrichtung, dem Neigungswinkel und der Sonneneinstrahlung ab. Im Winter oder bei Bewölkung ist die Wärmeproduktion geringer.
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Wärmepumpe: Das System nutzt Umgebungswärme aus Luft (Luftwärmepumpe), Erdreich (Erdwärmepumpe) oder Grundwasser (Grundwasserwärmepumpe). Ein Kompressor verdichtet diese Wärme und erhöht damit die Temperatur für das Heizsystem. Der Prozess benötigt Strom als Antriebsenergie.
Solarthermie und Wärmepumpe im direkten Vergleich
In dieser Übersicht finden Sie die wichtigsten Merkmale und Voraussetzungen der beiden Heizsysteme.
Solarthermie
Merkmale
- Anschaffungskosten: ca. 4.000–12.000 Euro, je nach Auslegung
- Wartungskosten: ca. 50–100 Euro pro Jahr
- Wartungsarmer Betrieb
- Staatliche Förderung über BAFA möglich
- Kann mit anderen erneuerbaren Systemen kombiniert werden
Einschränkungen und Anforderungen
- Benötigt geeignete, nicht verschattete Dachfläche mit optimaler Ausrichtung
- Wärmeerzeugung ist witterungsabhängig; im Winter deutlich geringer
- Reicht als alleiniger Wärmeerzeuger meist nicht aus (Zusatzsystem erforderlich)
Wärmepumpe
Merkmale
- Anschaffungskosten: ca. 15.000–35.000 Euro (bei Erdwärme und Grundwasser am teuersten)
- Erzeugt unabhängig von Witterung Wärme
- Wirkungsgrad: Bis zu 5 kWh Wärmeerzeugung pro 1 kWh Stromeinsatz unter optimalen Bedingungen
- Wartungskosten: ca. 250 Euro/Jahr
- Staatliche Förderung über BAFA möglich
- Kann mit Photovoltaik kombiniert werden
- Einige Modelle auch für Kühlung geeignet
Einschränkungen und Anforderungen
- Benötigt Strom zum Betrieb
- Gute Dämmung des Gebäudes nötig, damit die Wärmepumpe wirtschaftlich arbeitet
- Mitunter Genehmigung erforderlich (z.B. bei Grundwasser- oder Erdwärmepumpen)
Anschaffungs- und Betriebskosten
- Solarthermie: Eine für die Warmwasserbereitung ausgelegte Solaranlage kostet inklusive Montage rund 4.000 bis 7.000 Euro. Fürs Heizen konzipierte Ausführungen fallen mit 8.000 bis 12.000 Euro teurer aus. Eine Solaranlage hat sehr niedrige Betriebskosten. Es fallen lediglich Stromkosten für die Solarpumpe an und rund 50 bis 100 Euro an jährlichen Wartungskosten.
- Wärmepumpe: Die Kosten iegen zwischen 15.000 und 35.000 Euro. Eine Wärmepumpe verbraucht je nach Wärme- bzw. Heizbedarf pro Jahr etwa zwischen 2.000 und 5.000 Kilowattstunden Strom. Dadurch ergeben sich für den Betrieb Kosten von 800 bis 2.000 Euro. Hinzu kommen die Wartungskosten, etwa 250 Euro pro Jahr.
Hinweis: Die tatsächlichen Kosten hängen von Gebäudegröße, Energiebedarf, regionalen Gegebenheiten und der genauen Anlagenausführung ab.
Förderungen für Solarthermie und Wärmepumpe
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt Fördermittel für beide Systeme. Seit Januar 2024 kann für beide Heizsysteme eine Grundförderung in Höhe von 30 Prozent beantragt werden. Einkommensschwache Haushalte (weniger als 40.000 Euro) erhalten einen Fördersatz von 60 Prozent und für schnell realisierte Maßnahmen gibt es zudem einen Bonus von 20 Prozent.
Bauliche Voraussetzungen
In welchen Fällen Solarthermie oder eine Wärmepumpe die richtige Wahl ist, hängt auch von der Immobilie ab. Für eine Solarthermieanlage benötigen Sie eine nicht verschattete Dachfläche, die zudem optimal ausgerichtet sein sollte. Wärmepumpen bieten sich vorrangig für gut gedämmte Gebäude an, die sich mit einer niedrigen Vorlauftemperatur beheizen lassen.
Kombination von Wärmepumpe und Solarthermie
Eine Kombination beider Systeme ist technisch möglich. Dabei kann die Solarthermie die Wärmepumpe unterstützen und deren Stromverbrauch senken. Dabei sollten jedoch mehrere Faktoren berücksichtigt werden: Solarkollektoren erbringen im Winter, der Hauptheizperiode, nur geringe Wärmeerträge. Wärmepumpen arbeiten bereits mit hohem Wirkungsgrad; der zusätzliche Nutzen einer ergänzenden Solarthermieanlage kann daher begrenzt sein. Hinzu kommt, dass die Anschaffungskosten für zwei Systeme erheblich höher ausfallen als für ein Einzelsystem. Eine solche Hybridheizung kann jedoch unter Umständen förderungsberechtigt sein.
Eine Alternative ist die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik. Dabei versorgt die Solarstromanlage die Wärmepumpe direkt mit eigenem Strom, was unter bestimmten Bedingungen wirtschaftlicher sein kann als die Kombination mit Solarthermie.
Fazit: Immobilie und individuelle Situation entscheidend
Beide Systeme haben ihre Anwendungsbereiche, und die Eignung für ein Gebäude hängt von mehreren Faktoren ab. Der Gebäudezustand spielt eine wichtige Rolle: Solarthermie ist grundsätzlich für alle Gebäudetypen geeignet, während Wärmepumpen eine gute Wärmedämmung voraussetzen, um wirtschaftlich zu arbeiten. Die verfügbaren Flächen sind ebenfalls entscheidend – Solarthermie benötigt eine geeignete, nicht verschattete Dachfläche. Wärmepumpen erfordern Platz für die Außeneinheit oder im Fall von Erdwärmepumpen Raum für Bohrungen.
Eine konkrete Empfehlung für das richtige System erfordert eine individuelle Analyse der spezifischen Gebäudeeigenschaften, des tatsächlichen Wärmebedarfs und der örtlichen Gegebenheiten. Fachleute können auf Basis solcher Analysen belastbare Aussagen treffen.
Häufig gestellte Fragen
Mit einer Wärmepumpe für warme Räume oder Warmwasser zu sorgen, bietet sich vor allem für gut gedämmte Gebäude an, in denen Flächenheizungen Verwendung finden. Für gewöhnlich lässt sich eine Wärmepumpe bis zu einer Vorlauftemperatur von etwa 50 Grad Celsius wirtschaftlich betreiben.
Eine Solaranlage lohnt sich lediglich, wenn das Dach größtenteils verschattungsfrei und nach Möglichkeit nach Süden ausgerichtet ist. Darüber hinaus kommen Solarthermieanlagen meist lediglich unterstützend zum Einsatz.
Der Pufferspeicher ist sowohl Bestandteil von Solarthermieanlagen als auch von Wärmepumpen. Pro Person im Haushalt sollten Sie mit rund 100 Litern kalkulieren. Besteht ihr Haushalt beispielsweise aus vier Personen, empfiehlt sich ein Pufferspeicher mit einem Volumen von circa 400 Litern.
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