Die Stammaktie ist die von Aktiengesellschaften am häufigsten ausgegebene Form des Anteilsscheins am Unternehmen. Die Stammaktie verbrieft sowohl ein Stimmrecht als auch das Recht auf eine Gewinnbeteiligung. Stammaktien stellen den Großteil am sogenannten Streubesitz dar. Dieser bezeichnet die in freiem Umlauf befindlichen Aktien eines Unternehmens, die täglich an den Börsen gehandelt werden.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die rechtliche Grundlage
  3. Bezugsrechte für Stammaktien
  4. Vorteile der Stammaktie für den privaten Anleger
  5. Nachteile der Stammaktie für private Anleger
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Jetzt Depots vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Stammaktien bilden den Hauptanteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft.
  • Es handelt sich um Inhaberpapiere, die dem jeweiligen Inhaber, nicht einer namentlich benannten Person, zugeordnet sind.
  • Stammaktien verbriefen das Recht auf Mitbestimmung in der Hauptversammlung und auf eine anteilige Dividendenzahlung.
  • Aktiengesellschaften können das Eigenkapital des Unternehmens durch Ausgabe neuer Aktien, vorzugsweise Stammaktien, erhöhen.

Die rechtliche Grundlage

Bei einer Stammaktie handelt es sich um ein Inhaberpapier. Wer das Papier besitzt, ist Inhaber. Das bedeutet, dass auf den Inhaber alle Rechte und Pflichten eines Aktionärs mit dem Besitz des Papiers übergehen. Die Stammaktie kann ohne großen Aufwand an der Börse jederzeit gekauft und verkauft werden. Dividendenberechtigt ist, wer die Aktie am Tag der Ausschüttung im Depot hält. Der Inhaber der Stammaktie hat Anspruch auf die ordentliche, reguläre Dividende.

Im Gegensatz zur Vorzugsaktie oder der Namensaktie gelten für die Stammaktie keine Restriktionen. Inhaber einer Vorzugsaktie verzichten zugunsten einer höheren Dividende auf ihr Stimmrecht. Inhaber von Namensaktien sind namentlich im Aktienregister geführt. Vinkulierte Namensaktien dürfen nur mit Zustimmung des Unternehmens weiterverkauft werden.

Im Gegensatz zu den anderen Aktienarten (Vorzugsaktie, Namensaktie und vinkulierte Namensaktie) beinhalten Stammaktien auch das Recht, bei einer Kapitalerhöhung junge Aktien zu erhalten. Dabei handelt es sich auch wieder um Stammaktien.

Bezugsrechte für Stammaktien

Entsprechend der geplanten Kapitalerhöhung entfällt auf jede Stammaktie eine bestimmte Anzahl an Bezugsrechten für junge Aktien. Aus der Anzahl der neuen zu emittierenden Aktien ergibt sich dann auch, wie viele Bezugsrechte notwendig sind, um eine neue Aktie zu kaufen.

Angenommen, das Bezugsverhältnis beträgt drei zu eins. Der Aktionär hat bei drei Stammaktien im Depot das Recht, eine neue Aktie zu beziehen. Die Überlegung, ob er dies tun oder darauf verzichten möchte, ist individuell. Bezugsrechte sind ebenfalls mit einem Börsenwert ausgestattet. Weiter angenommen, er möchte nicht nur eine neue Aktie, sondern fünf junge Aktien erwerben. In diesem Fall muss er zwölf Bezugsrechte erwerben. Der Wert der Bezugsrechte ergibt sich aus einer konkreten Berechnung und schließt auch den Wertverfall der Altaktien ein.

Die Marktkapitalisierung einer Aktiengesellschaft spiegelt den Börsenwert einer Aktie multipliziert mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien wider. Erhöht sich die Anzahl der Aktien, kommt es bei den alten Aktien automatisch zu einem niedrigeren Kurs. Dieser Kursverlust wird durch den Verkaufswert des Bezugsrechtes teilweise kompensiert.

Übt der Inhaber sein Bezugsrecht aus und erhöht die Anzahl seiner Stammaktien, bleibt sein Depotwert unter dem Strich fast identisch.

Vorteile der Stammaktie für den privaten Anleger

Stammaktien bergen durchaus Vorteile. Einige setzen aber eine Anzahl von Stammaktien voraus, über die private Anleger nicht verfügen.

  • Uneingeschränktes Stimmrecht auch mit nur einer Aktie bei der Hauptversammlung.
  • Investieren Großaktionäre in eine bestimmte Aktiengesellschaft, können private Anleger diesem Trend folgen, sollten aber die Langfristigkeit des Investments im Auge behalten.
  • Mitbestimmungsrecht bei Entscheidungen der Aktiengesellschaft. Dies setzt aber eine ausreichende Anzahl an Stammaktien voraus.
  • Aktiendividenden sind gerade in Zeiten niedriger Zinsen attraktiver als Renditen aus festverzinslichen Anlagen. Sogenannte Dividendentitel stehen für langfristig stabile und rentierliche Ausschüttungen.
  • Eine Stammaktie, so wie eigentlich alle Aktienvarianten, gelten als inflationsresistente Geldanlage.

Nachteile der Stammaktie für private Anleger

Aktien bergen auch Risiken. Diese sind jedoch geringer, als viele befürchten. Den zeitweiligen Kursverlusten mit immer wieder kehrenden Kursgewinnen steht der inflatorische Geldverlust festverzinslicher Wertpapiere und Spareinlagen gegenüber.

Folgende Nachteile sollten bedacht werden:

  • Temporäre Kursverluste, die nur dann irrelevant sind, wenn der Anleger nicht verkaufen muss.
  • Mit Stammaktien großer Unternehmen lassen sich kurzfristig keine signifikanten Kursgewinne realisieren. Die Kurse der „blue chips“ (Schwergewichte am Aktienmarkt) bewegen sich vergleichsweise träge.

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