Der Wechselkurs bezeichnet kurz formuliert das Verhältnis zweier Währungen zueinander und wird auf der Basis der kleinsten Währungseinheit, einem Euro oder einem US-Dollar, ermittelt. Wechselkurse werden allerdings in zwei Gruppen aufgeteilt. Zum einen wird der Devisenkurs festgestellt, zum anderen, daraus abgeleitet, der Sortenkurs.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ermittlung der Devisenkurse für den Euro wird börsentäglich durch die Europäische Zentralbank bekannt gegeben.
  • Der Sortenkurs ist der Wechselkurs, der dem Umtausch realen Geldes in eine andere Währung zugrunde liegt.
  • Der Wechselkurs einer Währung hängt unter anderem von der Stabilität der jeweiligen Volkswirtschaft ab.

Der Devisenkurs

Der Devisenkurs bezieht sich auf Buchgeld, sprich Devisentransaktionen, die unbar erfolgen. Der Devisenhandel gilt als größter Marktplatz der Welt mit einem durchschnittlichen Transaktionsvolumen von 5,3 Billionen US-$ täglich (Stand Frühjahr 2014). Die Ermittlung der Devisenkurse für den Euro wird börsentäglich durch die Europäische Zentralbank bekannt gegeben. Grundlage ist die Meldung der Mittelkurse von 17 Kreditinstituten gegen 13 Uhr an die EZB. Daraus werden die jeweils gültigen Durchschnittswerte gebildet. Wechselkurse unterscheiden grundsätzlich zwischen dem Geld- und dem Briefkurs, die den Preis wiedergeben, den der Verkäufer für die Devise erhält, respektive den der Käufer bezahlen muss. Der Devisenhandel setzt voraus, dass eine Währung frei gehandelt werden darf, was nicht für alle Währungen, beispielsweise den chinesischen Yuan, gilt.

Der Sortenkurs

Der Sortenkurs ist der Wechselkurs, der dem Umtausch realen Geldes in eine andere Währung zugrunde liegt, sprich, der Kurs, der am Bankschalter oder in einer Wechselstube berechnet wird. Der Sortenkurs leitet sich aus der Differenz zwischen dem Mittelwert und dem Brief- beziehungsweise Geldkurs einer Währung ab, lässt den Banken und Wechselstuben aber durchaus noch Spielräume. Der US-Dollar notiert beispielsweise im Devisenhandel mit einem Geldkurs von 1,30 und einem Briefkurs von 1,32. Der Mittelwert beträgt 1,31, der Geldkurs für Sorten wäre demzufolge 1,35, der Briefkurs für Sorten 1,315.

Wirtschaftspolitische Bedeutung von Wechselkursen

Der Wechselkurs einer Währung hängt unter anderem von der Stabilität der jeweiligen Volkswirtschaft ab. Der reale Wechselkurs gibt wider, zu welchem Wert ein zugrunde gelegter Warenkorb einer Volkswirtschaft gegen den identischen Warenkorb einer anderen Volkswirtschaft getauscht werden kann. Daraus lässt sich ableiten, in welchem Land eine Ware zu einem günstigeren Preis gekauft werden kann. Ein Stichtag, an dem dieser Vergleich vorgenommen wird, ist wenig aussagekräftig. Mehr Information über die Entwicklung eines Währungsraums in Vergleich zu einem anderen gibt die Betrachtung über einen längeren Zeitraum. Damit lässt sich ablesen, wie sich der Wechselkurs der beiden ausgewählten Währungen zueinander verhält. Starke Schwankungen sind unter anderem auf die konjunkturelle Entwicklung in einem Währungsraum, aber auch auf die geldpolitischen Entscheidungen der jeweiligen Notenbank zurückzuführen. Steigt beispielsweise der Zinssatz in den USA, werden mehr Anleger in US-Anleihen investieren, die Nachfrage nach US-Dollar steigt, der Dollar verteuert sich im Vergleich zum Euro.

Veränderung der Wechselkurse

Aus dem Beispiel der steigenden Zinsen in den USA wird deutlich, dass sich der Kurs einer Währung im Vergleich zu einer anderen durch Angebot und Nachfrage verändert. Wie bereits erwähnt, ist der Devisenmarkt der größte Marktplatz der Welt. Dies begründet die ungeheure Liquidität, die in diesem Markt vorhanden ist, die wiederum zu starken Schwankungen bei der Kursbildung führt. Damit stehen Devisen im Blickpunkt spekulativer Anleger, die auf kurzfristige Gewinne hoffen und durch die Spekulationsgeschäfte teilweise zu einer Verfälschung des tatsächlichen Wertes einer Währung, dem realen Wert des zugrunde liegenden Warenkorbes beitragen.

Wechselkursrisiken

Deutsche Anleger, die Anfang der 90er Jahre in hochverzinste südafrikanische Anleihen in Rand investierten, hatten mit Rücknahme der Papiere wenig Freude an der Rendite. Der Rand hatte bis Mitte der 90er Jahre fast 30 Prozent gegenüber der D-Mark eingebüßt. Bei Rücknahme und Rekonvertierung der Anlagegelder von Rand in D-Mark ging aufgrund dieses Wertverlustes der Fremdwährung die Rendite gänzlich verloren. Massive Verluste aufseiten der deutschen Anleger waren die Folge. Wer Gelder in Fremdwährungsanleihen investiert, muss den Wechselkurs mitberücksichtigen. Dieser bietet neben dem Risiko eines Währungsverlustes auf der anderen Seite natürlich auch die Chance, neben einer überdurchschnittlichen Rendite im Ausland auch noch Kursgewinne über die Währung zu realisieren.