Auch wenn die Deflation für Verbraucher auf den ersten Blick positive Auswirkungen auf das Haushaltsbudget hat, stellt sie sich für die Wirtschaft gefährlicher dar als die Inflation. Die Deflation stellt das Gegenteil der Inflation dar und bedeutet ein Absinken der Preise. Findet kein Preisanstieg mehrt statt, spricht man von einer Stagnation.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Ursachen der Deflation
  3. Deflation und Wirtschaftswachstum
  4. Ansätze zur Bekämpfung einer Deflation
  5. Ist Inflation besser als Deflation?
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Jetzt Girokonten vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Deflation kann zu einer für eine Volkswirtschaft gefährlichen Abwärtsspirale werden.
  • Um die Deflation zu bekämpfen, vergeben Zentralbanken billiges Geld an Banken. Diese sollen durch Vergabe günstiger Kredite Investitionen ankurbeln, welche ihrerseits Arbeitsplätze schaffen und dadurch Kaufkraft stärken und Nachfrage erhöhen sollen.

Ursachen der Deflation

Die Geldpolitik der Zentralbanken basiert auf der Optimierung des sogenannten magischen Vierecks. Dieses regelt das Zusammenspiel zwischen:

  • Vollbeschäftigung,
  • Preisstabilität,
  • ausgewogenem Außenhandel und
  • stetigem Wirtschaftswachstum.

Es ist die Entwicklung und gegenseitiges Beeinflussen dieser Faktoren, welche zur Deflation führen. Sinkt das Wirtschaftswachstum, sinkt in der Regel auch die Beschäftigungsquote. Zunehmende Arbeitslosigkeit führt zu einem Nachlassen der Nachfrage nach Gütern. Da Unternehmen aber verkaufen müssen, sind sie im ersten Schritt gezwungen, keine Preiserhöhungen vorzunehmen, was zusammen mit der zunehmenden Arbeitslosigkeit zu sinkenden Lohnkosten führt. Sinkt die Nachfrage weiter, bilden sich Güterhalden. Um diese abzubauen, muss eine Preissenkung erfolgen. Somit ist die Abwärtsspirale eingeläutet.

Deflation und Wirtschaftswachstum

Eine Inflation resultiert aus steigender Nachfrage und treibt durch höhere Produktionszahlen das Wirtschaftswachstum an. Während einer Deflation sinkt die Produktivität und es findet kein Wirtschaftswachstum statt. Einzig der Außenhandel bietet sich in dieser Situation noch als Lösung. Da die Preise in einer Wirtschaftszone zu Zeiten der Deflation deutlich sinken, können Firmen unter Umständen in andere Wirtschaftszonen mit höherem Preisniveau günstiger liefern als Mitbewerber.

Ansätze zur Bekämpfung einer Deflation

Bei einer Deflation mangelt es an Nachfrage, was meistens aus einer hohen Arbeitslosigkeit resultiert. Der erste Schritt wäre also die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Diese entstehen, wenn die Unternehmen Gelder haben, um Investitionen vornehmen zu können. Dazu müssen von den Banken Kredite zu günstigeren Konditionen ausgereicht werden.

Die Zentralbanken können dafür den Schritt gehen, die Liquidität (freie Geldreserven) der Banken zu erhöhen. In der Theorie können Banken Kredite zu günstigeren Konditionen zur Verfügung stellen, sobald sie hinreichende Geldreserven von den Zentralbanken erhalten. Dadurch erhalten die Unternehmen die Möglichkeit, durch Investitionen neue Arbeitsplätze zu schaffen. Mehr Arbeitsplätze erhöhen die Kaufkraft der Bevölkerung und führen zu einer erhöhten Binnennachfrage, was wiederum einen Anstieg der Produktion von Verbrauchsgütern durch erhöhte Nachfrage bedeutet. Somit wird erneut Wirtschaftswachstum angekurbelt.

Die Schlüsselrolle fällt in dieser Situation den Banken zu, da die Zentralbanken selbst keine Kredite an die Wirtschaft vergeben dürfen. Bleiben die privaten Kreditinstitute bei der Geldvergabe jedoch zurückhaltend, kann dieser Kreislauf nicht durchbrochen werden.

Ist Inflation besser als Deflation?

Die Zentralbanken erachten eine Inflationsrate von zwei Prozent pro Jahr als gesunde Größe. Ein moderater Preisanstieg signalisiert, dass es auch ein stetiges Wirtschaftswachstum gibt. Steigende Personalkosten als eine der Triebfedern für steigende Preise belegen einen gewissen Beschäftigungsgrad, der wiederum Nachfrage bedeutet. Japan hatte in den neunziger Jahren unter der Folge einer Deflation zu leiden und bestätigt heute, dass dies die schwierigste Phase in der japanischen Wirtschaft darstellte. Die Erholungsphase dauerte länger an als die Zeit der Deflation selbst.

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