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Das chemische Element Uran, das 1789 von dem deutschen Chemieprofessor und Apotheker Martin Heinrich Klaproth aus dem Mineral Pechblende isoliert wurde, erhielt erst nach der Entdeckung der Kernspaltung im Jahre 1938 seine besondere Bedeutung: Das Uranisotop Uran 235 ist durch thermische Neutronen spaltbar. Das Nuklid ist zu einer Kernspaltungs-Kettenreaktion fähig. Daher wird es seither in Kernkraftwerken und Kernwaffen als Primärenergieträger genutzt. Uran erhielt durch die Entdeckung der Kernspaltung eine enorme wirtschaftliche Bedeutung.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Uranabbau
  3. Uran-Anreicherung
  4. Verwandte Themen
  5. Weiterführende Links
  6. Jetzt Stromtarif sichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Uranisotop Uran 235 ist durch thermische Neutronen spaltbar und zu einer Kernspaltungs-Kettenreaktion fähig und wird in Kernkraftwerken und Kernwaffen als Primärenergieträger genutzt.
  • Uran wird unter anderem in Australien, Kanada, Kasachstan, Russland, Niger, Namibia, Usbekistan und USA abgebaut.

Uranabbau

Die Gewinnung von Uran erfolgt in sogenannten Uranlagerstätten. Man spricht hier von Uranabbau. Uran wird im Tagebau, unter Tage sowie durch Lösungsbergbau gewonnen. Der Uranabbau findet im großen Stil in Australien, Kanada, Kasachstan, Russland, Niger, Namibia, Usbekistan und den USA statt. Über mehrere Verarbeitungsstufen entstehen Brennelemente für Atomreaktoren.

In der DDR fand nach dem Zweiten Weltkrieg ein extensiver Uranabbau statt. Die größeren Lagerstätten befanden sich im Erzgebirge, in Ostthüringen und in der Sächsischen Schweiz. Kleinere Uranvorkommen in Westdeutschland befanden sich im Schwarzwald, im Bayerischen Wald und im Fichtelgebirge. Der Abbau wurde hier vor allem zu Forschungszwecken betrieben, eine größere Produktion fand nicht statt. Heute erfolgt in Deutschland kein Uranabbau mehr.

Die Hinterlassenschaften des Uranabbaus wie Abraumhalden und Absetzseen führen auch in den Gebieten, in denen schon lange kein Uranabbau mehr betrieben wird, durch die im Uranerz natürlich vorkommenden Radionuklide zu einer Gefährdung der dort ansässigen Bevölkerung sowie der Umwelt.

Quasi unbemerkt kam es neben dem Störfall im amerikanischen Kernkraftwerk Three Mile Island 1979 im selben Jahr zu einem Unfall in Verbindung mit den Hinterlassenschaften des Uranabbaus, der radiologisch als der schwerwiegendere galt. Der Bruch eines Dammes am Rio Puerco in New Mexico, der den Abfall aus der Urangewinnung sicher verschließen sollte, war gebrochen, rund 400.000 Liter radioaktiven Wassers strömten in den Fluss, der den dort ansässigen indigenen Bevölkerung als Wasserreservoir diente. Untersuchungen ergaben einen Messwert, der um das 7000-fache oberhalb des zulässigen Grenzwerts für Trinkwasser lag. Viele in den Folgejahren, in der verseuchten Region, aufgetretene Krebsfälle werden mit dem Unglück in Verbindung gebracht.

Uran-Anreicherung

Uran-Anreicherung bezeichnet die Veränderung der Isotopenzusammensetzung von Natururan zugunsten des Isotops Uran 235. Die Anreicherung von Uran ist ein Zweig der Uranwirtschaft.

Das Uranisotop Uran 235 ist zu einer Kernspaltungs-Kettenreaktion fähig. Für Kernwaffen ist eine sehr hohe Anreicherung erforderlich. Soll die Waffe eine hohe Sprengkraft erreichen, muss das Uranisotop Uran 235 nahezu rein vorliegen. Eine Anreicherungsanlage erfordert für Bau und Betrieb ein hohes technologisches Niveau.

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